Archiv für die Kategorie „Kopfsache“
Als Sportjournalist hat man es schon irgendwie schwer … Die Menschen wollen amüsant und geistreich unterhalten werden, ohne dass man immer wieder das Gleiche erzählt. Das ist häufig nicht einfach, wenn Sportler sich im Kampf mehr oder weniger abmühen, anstatt glanzvolle Leistungen abzuliefern.
Gerne wird dann in diesen Momenten das sogenannte Phrasenschwein bemüht, wie
- Ein Tor würde dem Spiel jetzt gut tun
- Die Spieler müssen über dem Kampf zu Spiel finden
- Das Spiel beginnt – wie immer – bei Null
- Sicher aus der Abwehr heraus
- Der Gefoulte sollte nie selbst werfen
- Er hat noch nie gegen diesen Spieler gewonnen, das ist sein Angstgegner
- Und, und, und …
Und da ist es wieder das Schreckensgespenst! Was wurde nicht alles über den “berühmten Angstgegner” geschrieben und geplaudert? Häufig wird das Verlieren mit Zahlen, Daten und Statistiken gerne noch untermauert. Doch wem hilfst? Keinem, denn umso mehr der Fokus auf “Angstgegner” gerichtet ist, umso wahrscheinlicher ist die Niederlage.
Also wie ist nun der Plan gegen solch´ einen Angstgegner, einer Angst-Mannschaft oder einer Angst-Strecke? Vorab “Angst frisst Seele auf!” Angst ist auch ein emotionaler Zustand, der in der Evolutionsgeschichte durchaus seine Berechtigung hatte, denn Angst war früher der Schutz vor dem “Gefressen werden”.
Heutzutage wird keiner mehr gefressen und zerlegt, eher verbal durch die Medien und Mitmenschen. Wie dem auch sei, wichtig ist es die Angst genau zu lokalisieren. Meistens wird die Angst pauschalisiert und damit “SEHR GROß” gemacht! Pauschalurteile sind jedoch schwieriger zu neutralisieren als einzelne “Angstpunkte”.
Daher kann es sehr hilfreich sein, Schritt für Schritt seine Emotionen zu testen. Die Frage ist: Ab wann schlägt die Emotionen in Angst um oder ab wann kann ich vor lauter negativer Emotion nicht mehr lösungs- und zielorientiert handeln? In vielen Fällen sind das einzelne Auslöser, wie
- Erster Wurf am Pfosten
- Zwei, drei Asse vom Gegner
- Selbstbewusstes Auftreten vom Gegner
- Schlechter eigener Start ins eigene Spiel
- Zahlreiche vergebene Chancen
- Ein unangenehmer Flight-Partner im Turnier
- Und, und, und …
Weil viele Spieler in diesen Momenten nicht ihre negativen Auslöser kennen und auch Probleme haben mit ihren negativen Gefühlen lösungsorientiert umzugehen, wird die ganze Situation in den “Gedanken-Topf” geschmissen und pauschalisiert. Wer sich jedoch bewusst mit den wiederkehrten Themen auseinandersetzt, hat auf Dauer eine Chance diese Angst-Dämonen zu besiegen.
Daher ist es so eminent wichtig der Angst im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge zu sehen. Wer im Keller Geräusche hört und nie der Sache auf dem Grund geht und das Licht anmacht, um nachzuschauen, wird nie in den Keller gehen. Ähnlich ist es mit negativen Situationen im Sport. Wer Emotionen auf Dauer pauschalisiert und hinnimmt, wird seine Situation nie ändern und erfolgreich werden!
Welche “Angst-Punkte” hast Du?
Wie möchtest Du Deine persönlichen Angst-Dämonen erledigen?
Hast du eine Berufung? Ich finde es bemerkenswert, wenn Menschen in einer Sache voll und ganz aufgehen und ihre Erfüllung finden. Für so manchen Mitmenschen ist dies nicht nachvollziehbar, denn eine Berufung hat häufig auch oft mit “Verzicht” zu tun.
Doch was heißt schon verzichten, wenn man auf der anderen Seite die Erfüllung findet? Die Suche nach der Glückseligkeit im Tun ist hier die Motivation. Im Sport nennt man das den “Flow”. Alles fließt, die ganze Konzentration ist genau auf diese Tätigkeit ausgerichtet. Die Welt “da draußen” ist mit dieser Tätigkeit ausgeblendet.
Das bedeutet Entspannung pur für die Seele, egal ob man Sport treibt, musiziert oder ein Bild malt. Und das Schöne daran ist, dass man den angenehmen Zustand jederzeit durch dieses Tun wieder herstellen kann. Man tritt sozusagen in eine andere Welt ein, deren Ursprung man eigentlich selbst ist.
Kurios, oder?! Doch viele Sportler vergessen diesen Zustand im Laufe der Jahre, gefüllt mit möglichen negativen Erfahrungen oder Misserfolge. Einzig und allein die Struktur und Disziplin lässt einen das Tun, was man eben tun muss, nämlich trainieren. Wer stellt sich hier schon die Frage …
- Macht mir das Training Spaß?
- Trainiere ist so, dass ich mich stetig verbessere?
- Ist das Training effektiv?
- Gehe ich mit einem guten Gefühl aus dem Training?
- Macht mir überhaupt der Sport noch Spaß?
- Gebe ich immer 100% Einsatz in jedem Training, in jedem Wettkampf?
- Und, und, und …
Uns ist allen klar, wer Erfolg haben möchte, muss immer 100% Einsatz bringen, auch wenn es manchmal einfach nicht geht. Solche Tage gibt es auch und hier zählt allein schon die Erkenntnis, “Ich habe alles gegeben, mehr ging heute nicht!” Daher ist der Umgang mit sich selbst auf Dauer entscheidend.
Wer – als Sportler – seinen Erfolg / Misserfolg von äußerlichen Faktoren abhängig macht, der wird langfristig keinen Erfolg haben. Wer dagegen selbstkritisch und doch fehlerverzeihend sein eigenes Tun im Training und Wettkampf analysiert, wird sich dauerhaft verbessern und somit erfolgreicher sein.
Jeder Sportler weiß, dass die Leistung im Wettkampf der Gradmesser ist und über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Beim Einzelsportler ist der Name in der Ergebnisliste Ausdruck über den Stand der momentanen Leistung. Als Mannschaftssportler dagegen sehe ich immer einen Team-Namen in der Tabelle.
Viele Sportler geben damit ihre eigene Verantwortung an das Team ab, d.h. das Team muss 100% geben, doch nicht ich …! Und genau dieses Denken unterscheidet erfolgreiche Mannschaften von weniger erfolgreichen Teams. Vor Ruhm und Ehre eines Teams stehen am Anfang immer die einzelnen Team-Mitglieder …
Einer für Alle – Alle für Einen!
Bist du Mitläufer oder Team-Mitglied?
Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst,
Ein Mädchen kann das nicht.
Schau mir in die Augen, und dann schau in mein Gesicht!
Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst,
Du hast ein leichtes Spiel.
Doch ich weiß, was ich will. Drum lach nur über mich,
Denn am Ende lache ich über dich!
gesungen von Juliane Werding / geschrieben von Gunther Gabriel | 1975
Dieses Lied war in den 70igern ein Klassiker und verfolgt mich in manchen Situationen immer noch … Weniger vom tatsächlichen Inhalt, sondern mehr vom Refrain
“Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst …”
Wir denken zwischen 60.000 – 80.000 Gedanken am Tag, manchmal mehr manchmal auch weniger. Häufiger denken wir auch gleich für die Menschen in unserem Umfeld mit und interpretieren Dinge hinein, die richtig sind, aber auch völlig falsch sein können.
Dieses Interpretieren ist in vielen Situationen wichtig und wird im Sport gerne als Talent mit “antizipieren” bezeichnet. Antizipation ist demnach die “Vorwegnahme oder Erwartung eines zukünftigen Verhaltens”, siehe Wikipedia. Im Sport ist daher “Antizipation” eine wichtige Eigenschaft.
Doch wo interpretieren wir Dinge, die sich im nach hinein als völlig falsch darstellen? Wir meinen zu wissen, was der Gegenüber mit seinen Aussagen und seinem Verhalten beabsichtigt hat, ohne es wirklich zu wissen. Häufig lassen wir diese Bewertung stehen, ohne uns zu vergewissern, ob diese stimmt …
Doch genau diese persönliche Bewertung über das Tun des anderen – sei es positiv wie negativ – kann unser Handeln entscheidend beeinflussen. Deshalb sollte man nicht nur denken, sondern viel öfters nachfragen, ob das Denken auch wirklich stimmt!
Heute nur gedacht oder auch nachgefragt?!
Video von youtube.com | ZDF Theater
Juliane Werding – Wenn du denkst du denkst dann denkst du nur du denkst
Kurz vor Jahresende kommt nochmals Hektik auf, da angeblich wichtige sportliche Entscheidungen anstehen. In einigen Sportarten geht es um die sogenannte Herbst-Meisterschaft, die ja eigentlich eine Winter-Meisterschaft ist. Da ja Meisterschaften immer gut sind … werden Analysen und Prognosen erstellt, auf deren Basis dann Entscheidungen getroffen werden.
Logischerweise sind “gefühlt” diejenigen im Vorteil, die um eine Meisterschaft mitspielen, doch auch dieses Gefühl kann sich sehr schnell zu einer negativen Belastung verändern. Insbesondere dann, wenn der Erfolg zu einem “Muss” wird und man die sogenannte spielerische Leichtigkeit verliert.
Alles in allem ist der Umgang mit der jeweiligen Situation ausschlaggebend für den Verlauf. Und hier trennt sich in meinen Augen auf Dauer “die Spreu vom Weizen”. Je nachdem wie Sportler, Trainer und Umfeld mit der jeweiligen – positiv wie negativ – Situation umgehen, kommt man ins Handeln oder eben nicht.
Doch viele Menschen agieren hier eher wunsch- als zielorientiert! Wir möchten “Meister” werden oder den Wettkampf gewinnen … Äh, wer möchte das nicht?! Doch was tust du dafür? Na, trainieren! Ja OK! Aber was trainierst du genau? Bist du oder die Mannschaft optimal vorbereitet?
Im Profi-Bereich erübrigt sich die Frage … Doch bereits einige Spielklassen darunter triftet der Anspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit ganz schön auseinander. Professionelles “Arbeiten” kann da häufig schon das vorhanden sein eines Physiotherapeuten bedeuten.
Hier ist immer die Frage welchen Anspruch hat der Sportler, die Mannschaft, der Trainer, das Umfeld. Können sich alle Beteiligten mit dem Ziel identifizieren und welche Bereitschaft hat jeder sich für dieses Ziel weiterzuentwickeln. Viele Ziele scheitern weniger am Ziel selbst, sondern an der Bereitschaft das Handeln an dem Ziel immer wieder neu anzupassen.
Da wird dann gerne das eigene Tun und die persönliche Art als Manifest definiert, frei nach dem Motto: “Wir müssen den anderen unser Spiel aufdrängen! Was die anderen machen ist uns egal!” Das mag für eine bestimmte Spielstärke stimmig sein, doch auf Dauer ist dies wenig lernförderlich.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass gerade die geistig flexiblen Menschen dauerhaft erfolgreich sind. Hierzu gehört eine große Portion Neugier und die Bereitschaft immer wieder neu dazuzulernen. Und ggf. alte Meinungen und Kenntnisse über Bord zu werfen. Die Struktur ist der Rahmen und das Bild ist das jeweilige Können!
Dieses Bild kann man jederzeit verändern und dadurch “verschönern”. Hierzu benötigt man jedoch eine wertfreie Analyse auf sein eigenes Handeln. Dadurch denkt man in Lösungen und wird flexibler im Handeln. Aussagen wie “du denkst auch nur negativ” sollten daher genau betrachtet werden. Ist dies ein möglicher Hinweis für ein Problem oder was fehlt, um die Situation positiver zu gestalten.
Denke und gestalte Dir Dein eigenes Bild!
Wer die 2. Fußball-Bundesliga verfolgt, hat sicherlich auch die Niederlage von der SpVgg Greuther Fürth gegen Düsseldorf mitbekommen. Gut, die Düsseldorfer sind seit einer gefühlten Ewigkeit ungeschlagen, doch jede Serie kann einmal reißen … Es ist daher mehr die Frage, wie Fürth verloren hat.
Wenn man gut gespielt und gekämpft, jedoch trotzdem verloren hat, dann hat man sein Bestes gegeben und die anderen waren einfach besser. Gute und bessere Leistung muss man anerkennen, nur so kann man sich auf Dauer weiter entwickeln. Was hat demnach bei diesem Spiel gefehlt?
Häufig wird Sportlern mangelnde Einstellung vorgeworfen, dies ist die einfachste Variante! Denn Sportler wollen immer gewinnen, nur wenn es weniger gut läuft, fehlen sehr oft sportliche und mentale Fähigkeiten. Der Trainer von der SpVgg Fürth, Mike Büskens hat in dem Zeitungsartikel der Nürnberger Nachrichten | Kurt Heidingsfelder | vom 29.11.2011 “Zweifel an der mentalen Stärke” geäußert.
Diese Aussage ist an sich nichts neues, doch dass der Sportler für seine eigene Charakterschulung als Berufssportler verantwortlich ist, finde ich bemerkenswert. Es reicht also nicht mehr aus, sportlich besser zu sein als andere, sondern man muss auch mental fit im Kopf sein …
Wer also Spiele gewinnen will, muss sich seinen eigenen sportlichen und mentalen Schwächen stellen, um daraus zu lernen und besser zu werden. Ein weiterer Satz aus diesem Artikel finde ich sehr treffend … “Du musst so ein Spiel gedanklich annehmen …”, d.h. egal ob Aufstiegs- oder Abstiegskampf, die Situation ist so wie sie ist!
Doch dieses “Annehmen” ist der Knackpunkt bei vielen Sportlern. Was passiert? Der Fokus ist plötzlich nicht mehr auf das “wichtige” Spiel gerichtet, sondern auf die Konsequenzen. Dann heißt es immer so schön, die spielerische Leichtigkeit ist abhandengekommen. Und eine häufige Konsequenz ist Angst. Und diese Angst frisst Seele oder die Leichtigkeit auf …
Mal ehrlich …
- Setzt du dich mit deinen sportlichen Ängsten auseinander?
- Wie locker bist vor einem wichtigen Spiel?
- Freust du dich auf dem Wettkampf, oder machst du dir vor Angst in die Hose?
- Welche mentalen Strategien hast du für dich entwickelt, die dir in schwierigen Situationen weiterhelfen?
- Und, und, und …
Ich kenne viele Sportler, die ihrer Angst lieber aus dem Weg gehen, als dass sie sich den eigenen Dämonen stellen. Die Folge davon ist, dass häufig die vorhandene Leistung nicht abgerufen werden kann. Schade, oder?
Wie mental FIT im Kopf bist DU?
Mentales Coaching im Sport wie soll das gehen? Geht! Und doch stellt sich natürlich hier die Frage, WIE? Vergesst die Couch (passt nicht in mein Auto) … Sondern seht mentales Coaching eher als Begleitung eines Weges und diesen Weg bestimmt einzig und allein DU!
Wie kann so ein mentales Coaching aussehen?
- Bestandsaufnahme => Wo brennt´s?
- Ziel => Wie hättest Du es gerne?
- Weg => Wie kommst Du zum Ziel?
- Ziel-Check => Ziel erreicht oder fehlt noch was?
Eigentlich ganz einfach, oder? Anstatt ein “Haupt-Thema” zu definieren und das konsequent zu “bearbeiten”, verzetteln sich viele Sportler in der Masse der Probleme. Doch damit dies nicht passiert, gibt es z.B. den Mental Coach. Bei einer guten und erfolgreichen Zusammenarbeit sorgt er dafür, dass Du am “Ball bleibst”.
Die Basis hierfür ist vorab immer eine neutrale Bestandsaufnahme, um die wirklich wichtigen Themen herauszufiltern. Es hilft wenig fünf Dinge auf einmal verändern zu wollen, d.h. das “Brenn-Thema” herausfinden und konsequent mit kleinen Schritten zum Positiven verändern.
Wie Veränderungsschritte aussehen? Die sind so vielfältig wie die Sportler und die Möglichkeiten im Coaching. Wichtig ist, es muss für den Sportler passen und sofort umsetzbar sein. Interessant dabei ist, dass kleine Veränderungen häufig auch andere Änderungen nach sich ziehen. Der Stein kommt sozusagen ins Rollen …
Wer für sich selbst schon einmal anfangen möchte, der macht hierzu eine Wahrnehmungsübung, d.h. sich selbst bewusst im Training beobachten:
- Wann werde ich nervös?
- Wann genau bin ich frustriert?
- Was klappt bereits automatisch gut im Training?
- Wie gehe ich mit Frustration um?
- Wann genau mache ich Fehler?
- Und, und, und …
Hier geht es weniger um eine Bewertung, sondern ausschließlich darum, zu erkennen, wann und wo es anfängt “schwierig” für einen selber zu werden. Wichtig dabei ist, “wahrzunehmen ohne selbst zu kommentieren”. Vielen Sportler wird nach so einer Übung erst einmal bewusst mit welchen mentalen Themen sie sich im Unterbewusstsein “rum ärgern”.
Dieses neue Bewusstsein kann der Start in eine erfolgreiche Veränderung des eigenen Denkens werden. Denn nur wer sich selbst über sein eigenes TUN bewusst ist, kann anfangen ungeliebte Verhaltensweisen zu verändern.
Daher immer locker am Ball bleiben …
Die Bundesliga-Saison sortiert sicher gerade und es ist eine Tendenz der jeweiligen Mannschaften erkennbar. Der FC Bayern hat sich an der Tabellenspitze gefestigt und die anderen Mannschaften mehr oder weniger dahinter erfolgreich einsortiert. Es gibt Überraschungsteams wie Borussia Mönchengladbach und mögliche Absteiger, wie der 1. FC Augsburg.
Letztendlich ist alles eine Frage des Budgets und vor allem der personellen Möglichkeiten. Und doch, Geld und Können reichen heutzutage nicht mehr aus, um erfolgreich sein Ziel umzusetzen. Egal in welcher Sportart und egal in welcher Liga mit oder ohne finanziellen Mitteln.
Hinzukommt häufig die unterschiedliche Zieldefinierung, wie
- Nicht absteigen => wir kennen das doch mit dem nicht nicht, oder?
- Vorne mitspielen => was ist bitte vorne?
- Wir wollen 40 Punkte erreichen, ok was passiert wenn nicht und wenn ja, dann?
- Und, und, und …
Jeder Sportler hat seine persönliche Art und Weise Ziele zu definieren, um daraus auch seine Motivation abzuleiten. Für den einen sind Punkt-Vorgaben zu abstrakt für den anderen das Maß aller Dinge. Daher ist es so wichtig ein gemeinsames Ziel zu definieren, aber noch wichtiger ist es, die passende Sprache und das passende Bild für JEDEN einzelnen Spieler zu finden.
Viele denken es ist damit abgetan ein Ziel zu definieren, wie z.B. “Aufstieg”, für manchen Sportler bedeutet dies Druck für Andere Ansporn. Bei Punktevorgaben kann dies ebenso differenzierte Empfindungen auslösen. Daher sollte man sich genau überlegen, welches Ziel man wie vor der Saison ausgibt.
Im Übrigen … Sicherlich können Ziele während einer Saison – sei es positiv oder negativ – korrigiert werden, doch sind wir ehrlich! Es muss realistisch bleiben, oder? Keiner würde z.B. bei Bayern München auf die Idee kommen, das Ziel mit “zu Null” Meister zu werden, selbst mit so einem großen kompetenten Kader.
Damit wir uns hier richtig verstehen! Es geht hier weniger um Ausreden, sondern eher um eine lösungsorientierte zeitnahe Blickrichtung, d.h. der Fokus liegt auf dem nächsten Wettkampf. Gerade für weniger erfolgreiche Mannschaften ist häufig das Ziel am Anfang einer Saison so weit weg, dass eine Identifikation nur schwer gelingt.
Wenn ich 4/6 Punkte auf dem Konto habe und noch 36 Punkte vor mir habe, dann kann das ggf. im Unterbewusstsein Stress oder Unsicherheit auslösen. Dies betrifft insbesondere Mannschaften die abgestiegen sind und sofort wieder aufsteigen wollen. Wenn dann noch negative Erfahrungen in Form von Niederlagen hinzukommen, können plötzlich Ziele wie Seifenblasen zerplatzen …
Daher ist es vor einer Saison wichtig ein Ziel mit Zwischenzielen genau zu definieren. Die Basis hierfür ist das individuelle persönliche Motiv eines jeden Sportlers in Verbindung mit dem gemeinsamen Mannschaftsziel. Nur wenn jeder einzelne Sportler sich seiner Eigen-Motivation bewusst ist, kann er seinen Teil zum Mannschaftserfolg beitragen.
Häufig wird jedoch der andere Weg gewählt, d.h. es wird ein Ziel von “oben herab” festgelegt und alle anderen müssen motiviert sein. Dies ist in keinerlei Weise verpflichtend für den Sportler, sondern eher die Basis für Ausreden.
Hast du ein Motiv oder eine Ausrede!
Konzentriere dich!”
Doch sich zu konzentrieren ist letztendlich schwieriger als man denkt, oder? Was ist daher Konzentration überhaupt?
Wikipedia beschreibt “Konzentration” wie folgt:
“Konzentration (lat. concentra = Zusammen zum Mittelpunkt) ist die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, das Erreichen eines kurzfristig erreichbaren Ziels oder das Lösen einer gestellten Aufgabe.
Fokussierung bedeutet, dass für eine gewisse Zeit auf das momentan Ausgeübte oder Empfundene geachtet wird, je nach Aufgabe auch auf Kommendes …
… Konzentration erfordert geistige Anstrengung und lässt mit der Zeit nach. Daher versteht man unter Konzentration das relativ lange andauernde Aufrechterhalten eines Aufmerksamkeitsniveaus.”
Also wieder einmal Übung macht den Meister! Sportler, die sich über den Zeitraum des Wettkampfes sehr gut konzentrieren können, sind gegenüber anderen Sportlern im Vorteil. Daher sollten bereits im Kindertraining immer wieder Übungen für die “bewußte” Konzentration eingebaut werden.
Eine Möglichkeit wäre z.B. sich vor dem Training früher treffen und in der Kabine folgende Übung durchzuführen:
- Mehrere “rote Punkte” an die Wand kleben
- Die Sportler suchen für sich einen Punkt heraus
- Und nun richtet jeder Sportler seinen Blick darauf und konzentriert sich 60 Sekunden nur auf diesen Punkt
- Nach dem Training können dann “grüne Punkte” zur Entspannung verwendet werden.
Am Anfang ist dies gar nicht so einfach, insbesondere für Kinder, jedoch bereits nach ca. 5 Übungseinheiten sind positive Veränderungen sichtbar. Wenn man das über einen längeren Zeitraum von ca. 30 Tagen traininert hat, reicht meistens schon ein Blick auf das Bild um eine Fokussierung und damit eine bessere Konzentration zu erreichen.
Heute schon ROT oder GRÜN gesehen?
PS: Nicht wundern, der Artikel wurde nochmals von mir aktualisiert …
Was gibt es nicht für alles für Ausreden nach einem schlechten Spiel oder einer Niederlage …
- Der Platz war schlecht
- Die Leistung der Schiedsrichter indiskutabel
- Die Trikots zu bunt
- Der Ball zu rund
- Und, und, und …
Gründe und Ausreden für eine schlechte Leistung gibt es viele, doch was nützt es? Gar nix! Im Gegenteil … Wer Ausreden für eine schlechte Leistung sucht, hat keine Motivation an seinen Schwächen zu arbeiten. Wieso soll man die Ursachen für die schlechte Leistung suchen, wenn es an allem gelegen hat, nur nicht an einem selbst?!
Wer sich verbessern will, muss lernen seine Fehler positiv anzunehmen! Die Betonung liegt hier auf POSITIV. Annehmen bedeutet demnach seine Fehler zu akzeptieren ohne zu bewerten. Diese Akzeptanz der eigenen Fehlleistung ist die Basis für eine lösungsorientierte Analyse.
Mit dieser lösungsorientierten Analyse können wertfreie persönliche Strategien entwickelt werden, wo das Erlernen von neuen Handlungsmustern im Vordergrund stehen. Diese Umsetzung bedarf eines dauernden Prozesses, wo ganz klar der Weg das Ziel ist.
Positive Veränderungen benötigen ihre Zeit, insbesondere wenn einem eigene Emotionen und bereits erlernte negative Strategien im Weg stehen. Wer sich als Sportler jedoch verbessern will, der braucht eine hohe Eigenmotivation und eine positive Selbstkritik.
Alle erfolgreichen Sportler, haben sicherlich auch im Moment der Niederlage das eine oder andere Mal mit dem Schicksal gehadert, doch sofort im nächsten Training wurde der Fokus ganz klar auf die eigenen Fehler gerichtet. Nur wer aufhört gegen Dinge zu kämpfen, die er nicht ändern kann, hat Chancen an einem Lösungsprozess zu arbeiten.
Was hast du aus deinen letzten Fehlern gelernt?!
In den letzten Wochen wurde ich immer wieder mit Situationen konfrontiert, wo mein Umfeld häufig eine andere Sicht der Dinge hatte als ich. An sich ist dies ja normal, doch wenn es um Bewertungen von Menschen geht, wird es spannend …
Tagtäglich bewerten wir Dinge, Situationen und Menschen, um unser Leben “einordnen” und organisieren zu können. Diese Bewertungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben und sind häufig die Basis für unser Handeln.
Diese Bewertung besteht logischerweise aus zwei Teile: Fremdeinschätzung und Eigeneinschätzung und ist im Idealfall identisch.
Und doch liegen manchmal Welten dazwischen! In den letzten Wochen habe ich wiederholt “erfahren” dürfen, dass über Jahre hinweg, sich wiederholende Verhaltensmuster als Tatsachen angesehen werden, ohne dem Menschen überhaupt eine Chance auf ein anderes Bild zu “gewähren”.
Woher auch? Wenn man über Jahre hinweg immer wieder mit den gleichen Handlungen konfrontiert wird, wie Schusseligkeit, Vergesslichkeit, Unpünktlichkeit, usw. traut man dem anderen keinerlei Veränderung zu. Unser Bild von einem Menschen ist so gefestigt, das der andere nur wenige Chancen hat, daran zu “rütteln” geschweige denn zu verändern.
Da werden Menschen z.B. “klein” gemacht, andere auf Ewigkeit zur Schusseligkeit verdammt, wiederum andere als die “Kümmerer” benannt, und, und, und … Wir haben einen Platz in dieser Welt und häufig hat man das Gefühl darin betoniert zu sein.
Wehrt man sich dagegen, stößt man häufig auf Unverständnis und Irritation. Doch genau diese negativen Äußerungen anderer machen viele Menschen mutlos ihr Leben zu verändern. Es ist nun mal auf Dauer schwierig, wenn man etwas ändern will und es klappt nicht gleich sofort und “alle” machen sich über einen lustig?!
Es gibt – gerade im Mannschaftssport – festgelegte Rollen, die in jeder Saison immer wieder neu vergeben werden, doch häufig bei den gleichen Personen kleben bleiben. Angefangen von den Vergesslichen, über die Kümmerer, weiter zu den Nervzwergen usw. Alles nett gemeinte Attribute und meistens auch “liebevoll” gemeint …
Doch will auch wirklich jeder diesen Stempel aufgedrückt bekommen? Oder sollte man sich nicht ab und zu selber fragen, ob diese Schublade überhaupt noch zu einem passt? Und?! Wenn nein, sich auch vehement mutig dagegen wehren! Denn auf Dauer verstummen auch diese Kritiker, jedoch nur, wenn man auch wirklich etwas für seinen Platz in dieser Welt tut!
Wo ist dein Platz in dieser Welt?
Und wehre dich!!!

