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Finde es heraus

Motivation, Ziele, Disziplin, Verantwortung, Leidenschaft, Flow, usw. Viele bekannte Wörter im Bereich Sport Mental Training… Doch sie nutzen alle nichts, wenn ich keinen Zugang dazu finde.

Was mache ich, wenn ich z.B. laufen möchte, jedoch keine Motivation hierfür aufbringe? Da helfen keine neuen Schuhe oder Klamotten. Und wenn doch, dann ist die Motivation häufig nur von kurzer Dauer, denn die Schuhe sind nach dem ersten Lauf „dreckig“ und daher nicht mehr schön.

Bist du SMART genug

Die Sache mit den Zielen ist auch schwierig, denn bei vielen ist das Ziel zu hochgesteckt oder nicht wirklich SMART genug.

S = Spezifisch – eindeutige Zieldefinierung
M = Messbar – im Sinne wer, was, wann, wieviel und wie oft
A = Angemessen – das Ziel muss erreichbar sein
R = Relevant – dein Ziel muss für dich lohnend sein
T = Terminiert – eine feste Terminvorgabe haben

Als Sportler wäre ich mit diesen Vorgaben schon völlig „überfordert“, denn ich will doch nur laufen gehen und meinen inneren Schweinehund überwinden.

Was tun? Mittlerweile bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass wir die Dinge viel zu sehr analysieren und dadurch verkomplizieren. Wer setzt sich schon daheim hin und macht eine SMART-Aufstellung, um den Grund der mangelnden Motivation herauszufinden. Für die meisten Sportler geht es darum, schnell und effektiv eine Lösung zu finden.

Was macht mir daher am meisten Freude, wenn ich es tue?
Egal in welchen Sport!

  • Einfach nur die Schritte beim Laufen auf dem Weg zu hören
  • Allein zu sein und die Natur zu genießen
  • Meine Gedanken in Ruhe zu sortieren
  • Einfach zu schwitzen und meinen Körper zu spüren
  • Mich mit Freunden zu treffen und gemeinsam Sport zu machen
  • Das Gefühl nach dem Sport, z.B. die wohltuende Erschöpfung zu spüren
  • Und auf was hast du Bock?

Jeder hat hierzu andere Bedürfnisse und Vorstellungen.

Wenn wir etwas tun wollen, ist es hilfreich den Grund & Motivation zu wissen. Und das können sprichwörtlich ganz banale Dinge sein! Klar, ist es hilfreich sich Ziele zu stecken, doch bei manchen Freizeitsportlern ist dies einfach kontraproduktiv. Denn nicht jeder will Marathon laufen oder bei Olympia teilnehmen.

Denn häufig geht es doch nur aus dem „Quark zu kommen“ und überhaupt anzufangen und dabeizubleiben, oder? Ich persönlich habe lange mit meiner Motivation gehadert und bin auch nicht wirklich fündig geworden. Und letztendlich war es dann anscheinend auch nicht wirklich wichtig genug.

Und als ehemalige Marathonläuferin war mein Verhältnis zum Laufen mittlerweile sowieso etwas zwiespältig. Ich habe immer wieder mit dem Laufen angefangen, doch nach kurzer Zeit wieder aufgehört. Selbstverständlich habe ich mir neue Schuhe gekauft und diese auch getragen, jedoch selten beim Laufen. Ausreden hatte ich viele… es war zu kalt, zu warm, zu dunkel oder ich hatte einfach keine Zeit.

Sich selbst boykottieren

Selbst Ziele konnten mich nicht wirklich überzeugen und wenn vorhanden, dann habe ich diese immer wieder unbewusst selbst boykottiert. Auf die Dauer ist dies äußerst frustrierend, insbesondere als Mental Coach.

Letztendlich war es dann für mich einfach nicht wichtig genug, andere Dinge hatten Priorität. Bis vor kurzem… Als ich feststellen musste, dass ich mich dringend körperlich bewegen sollte, um auf Dauer meine Gesundheit zu erhalten.

Was tun, um mich selbst zu überzeugen meine Laufschuhe zu schnüren und loszulaufen?
Nein, ich habe mir kein Ziel gesetzt.
Nein, ich hatte keine Zeitvorgaben.
Und nein, ich wollte mich nicht quälen, sondern einfach nur laufen.

Ich bin dann auch einfach mal losgelaufen…
Einfach so!

Wenn der Hund pinkeln musste, bin ich stehen geblieben, wenn ich nicht mehr konnte, bin ich gegangen und ansonsten bin ich einfach mein Tempo gelaufen. Ich hatte Spaß und war überrascht wie zufrieden und regelrecht glücklich mich diese „zwanglose Lauferei“ gemacht hatte.

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Doch Spaß war die eine Seite der Medaille, denn im Nachhinein bohrte sich ein Gedanke in mein Hirn und der war schlichtweg mit dem Wort „schwitzen“ verbunden. Ich hatte meine Motivation gefunden, meine Schuhe zu schnüren und loszulaufen.

Ohne Fleiß kein Schweiß

Die körperliche Anstrengung verbunden mit Schweiß war für mich Belohnung und somit Motivation meinen inneren Schweinehund zu überwinden. Es ist für mich egal, ob ich jetzt eine Runde laufen gehe oder mit dem Hund schnell und zügig den Hang hinauflaufe. Wenn ich durchgeschwitzt nach Hause komme und zum Duschen gehen kann, habe ich mein Ziel erreicht und bin einen kleinen Moment glücklich und zufrieden.

Und darum geht es…
Die Motivation zu finden, die dich einen kleinen Moment glücklich und zufrieden macht.
Gehe jetzt los und finde es heraus!