Artikel-Schlagworte: „1. FC Bayern“
Die Bundesliga spielt gerade mit ihren Trainern “Die Reise nach Jerusalem”, der 1. FC Bayern fliegt aus der “champions league”, der 1. FC Nürnberg pirscht sich an die “euroleague” an und Jogi Löw hat still und leise seinen Trainervertrag inkl. Team um zwei Jahre verlängert. Dazwischen ist die Bundesliga mit jungen, engagierten und erfolgreichen Trainern, wie Robin Dutt (1. FC Freiburg), Jürgen Klopp (Borussia Dortmund) und Thomas Tuchel (1. FSV Mainz 05).
Heutzutage reicht es nicht mehr aus, ein bisschen hin- und her zuspielen. Fußballplätze sind zu “Schlachtfeldern” geworden, das bedeutet Können, Taktik und Spielfreude … Umso spannender ist es, wenn dann Aussagen kommen, dass “enge” Spiele immer im Kopf gewonnen werden. Stimmt! Diese Erkenntnis ist aber auch nicht neu …
Daher ist es spannend wie erfolgreiche Trainer “das Mentale” bewerten. Hierzu ein interessantes Interview mit Thomas Tuchel in der Sendung FLUTLICHT vom SWR Fernsehen RP.
Besonders interessant wird es ab der Minute 6.15, wo Thomas Tuchel über die Psychologie im Fußball redete … Einfach mal reinsehen und hören!
Flutlicht vom 13.3.2011 | 21.55 Uhr
Studiogast: Thomas Tuchel
SWR Fernsehen RP
Auf das Bild oder hier klicken …. http://swrmediathek.de
Die klassischen Leitwölfe sterben aus, zumindest in der Bundesliga … Was vor Jahren noch gang und gebe war, ist heute mittlerweile fast schon “Dinosaurier-Denken”. Die schnelle dynamische Spielweise und die “jungen Trainer” an der Seitenlinie haben die Bundesliga positiv verändert.
Ebenso sterben die Generäle als Trainer aus! Heutzutage kann man sich nicht mehr über alles hinwegsetzen, selbst wenn man Erfolg damit hat, siehe Schalke 04 mit Felix Magath oder beim 1. FC Bayern mit Luis van Gaal. Ein weiterer Aspekt ist eine neue Generation an jungen Spielern, die durchaus ihre Aufgaben hervorragend erledigen können und das auch noch ohne sogenannte “große Erfahrung”.
Deutschland denkt um oder besser gesagt der Sport denkt um! Junge, hervorragend ausgebildete und engagierte Trainer trauen den jungen Spielern einfach mehr zu und verfallen nicht gleich in Panik, wenn es weniger gut läuft. Im Gegenteil, Fehler gehören zum Lernprozess und daher zum Training- und Spielkonzept.
Im Gegenzug wissen die jungen Spieler ganz genau worauf sie sich einlassen und arbeiten zielorientiert an ihrer Aufgabe. Wer mit Talent und Engagement sich seinen Sport “verschreibt”, der weiß bereits in jungen Jahren worauf er sich einlässt, denn die Zeiten wo man ein bisschen Leistungssport macht, sind definitiv vorbei.
Daraus ergeben sich folgende Themen:
- dynamische, schnelle Spielweise
- klare Taktikvorgaben
- individuelle Einzel- und Teamtraining
- Sport als Job
- “ganzheitlich” denkende Trainer mit Trainerstab
- …
Teamsport wird vor allem emotional empfunden, daraus ergibt sich, das Probleme spielerisch gelöst werden müssen und nicht in Form von Kampf und häufig “Krampf”. Hierfür sind Führungsspieler zwar immer noch wichtig, jedoch die Aufgabe haben sich verändert.
Der Führungsspieler als “brüllender vorausrennender” Kämpfer wird ersetzt durch den lenkenden voraussehenden Strategen. Sicherlich gehört zu dieser neuen Aufgabe auch einmal das lautstarke wachrütteln seiner Mitspieler, jedoch der pöbelnde und aggressive “Held” hat definitiv ausgedient. Zumindest in den teamorientierten Mannschaften.
Daher ist es so wichtig sich die Struktur einer Mannschaft anzusehen und dementsprechend zu handeln. Für den 1. FC Bayern war es daher wohl ein Fehler einen “Leitwolf” wie van Bommel ziehen zu lassen, denn die Mannschaft kann diese Lücke momentan spielerisch und taktisch nicht lösen. Hinzu kommt noch ein Trainer, der augenscheinlich eine große Distanz zu den Spielern pflegt.
Da darf auch der Einsatz junger Spieler nicht darüber hinwegtäuschen. Denn der Einsatz junger Spieler hat bei manchem Trainer eher den Anschein persönliche Machtkämpfe zu gewinnen, als dass hier wirklich zielorientierte Aufbauarbeit geleistet wird.
Anders dagegen bei Borussia Dortmund … Hier steht eindeutig das Team im Vordergrund. Ein klassischer Leitwolf würde hier eher als störend empfunden werden, oder? Nochmals betont, Führungsspieler in einem Team braucht man! Die Frage ist nur welche Art von Führungsspieler ist hilfreich für die Mannschaft.
Daher muss man sich als Trainer immer die Frage stellen:
- Welche Art von Mannschaft habe ich vor mir?
- Welcher Trainer-Typ bin ich?
- Welche Ergänzungen braucht demzufolge das Team?
- Und passen Mannschaft und Trainer überhaupt zusammen?
Diese Überlegungen sind im Leistungs- bzw. Profisport sicherlich einfacher als im Amateurbereich. Doch auch hier gibt es den sogenannten “Spiegel-Effekt”!
Man zieht als Trainer – für gewöhnlich – die für einen passenden Spielertypen an, daher lohnt es sich seine Arbeit immer wieder selbst zu reflektieren, um auf Dauer Missverständnisse und Irritationen zu vermeiden. Erfolg auf Dauer kommt nur durch eine gemeinsam gelebte Team-Struktur mit allen Beteiligten …
Let´s Team!
PS: Dies gilt übrigens auch für Firmen …
Zurzeit ist die Diskussion über Fußball-Torhüter wieder im vollen Gange. Geht nun Manuel Neuer zu den Bayern oder schafft der junge Thomas Kraft den Sprung als Nummer 1 ins Tor des 1. FC Bayern? Bei Torhütern, egal welche Sportart, scheiden sich die Geister …
Torhüter sind die Individualisten im Team! Fehler werden – für gewöhnlich – sofort bestraft und bei einer guten Leistung kannst du zum Held eines Spieles werden. Doch gerade dieser “gedankliche Spagat” macht es so schwierig auf Dauer immer wieder gute Leistungen abzurufen.
Demnach sollten auch Torhüter anders als Feldspieler trainieren. Ist doch so, sagen jetzt bestimmt viele … Sicherlich ab bestimmten Ligen, doch gerade im Jugendbereich werden die Torhüter häufig vernachlässig, da es auch als einzelner Trainer schwierig ist, Feldspieler und Torhüter gleichzeitig zu trainieren.
Wer jedoch auf Dauer erfolgreich sein möchte, braucht einen Torwarttrainer, der auf die Bedürfnisse der einzelnen Torwarts eingeht. Übrigens die Zeiten, wo die dicksten und langsamsten ins Tor gehen, weil sie sich nicht bewegen, sind auch schon lange vorbei. Der ehemalige Weltklasse Handball-Torhüter Andreas Thiel hat schon vor Jahren gesagt: “Torhüter sollten die konditionsstärksten Spieler auf dem Feld sein”. Und aus eigener Erfahrung gebe ich ihm Recht!
Es gibt Spiele, da bist du von Anfang an gefordert und es gibt Spiele, die “dümpeln” so vor sich hin. Doch als Torwart musst du zu jeder Zeit im Spiel deine optimale Leistung abrufen können. Da hilft es wenig minutenlang (z.B. Handball) über das letzte Tor nachzudenken, wenn die gegnerische Mannschaft schon wieder im Angriff ist.
Die Folge ist häufig, dass der nächste Fehler kommt und man sich gnadenlos in eine gedankliche Negativ-Spirale manövriert. Wie so oft, sieht man Torhüter, die ihre Mitspieler anbrüllen und schlimmstenfalls beschimpfen oder das Tor schlimmstenfalls sich selbst “demolieren”. Viele begründen dies mit “Motivation”, doch näher betrachtet, verhindert genau dieses Verhalten eine konstruktive Veränderung der Situation.
Das soll nicht heißen, das man keine lautstarken Anweisungen an seine Mitspieler geben oder auch mal seinen Frust loswerden darf … Doch wie alles im Leben: “Die Mischung macht´s!” Im Rückblick auf meine Torwart-Laufbahn, waren die Spiele am besten, wo ich ruhig geblieben und klare Anweisungen gegeben habe. Ich hatte Selbstvertrauen in meine Abwehr und besonders in mein eigenes Können.
Dieses Selbstvertrauen zu vermitteln ist einer der Hauptaufgaben und Herausforderungen eines Torwarttrainers, denn gerade ein Torwart braucht eine hohe körperliche Präsenz auf dem Spielfeld. Oliver Kahn hat dies par exellance immer wieder in der Fußball-Bundesliga unter Beweis gestellt …
Als Torwart muss ich lernen, dass im Wettkampf immer der nächste Ball “der Wichtigste” ist! Hierfür braucht der Torwart eine solide technische und taktische Ausbildung inkl. einer guten Kondition. Auf dieser Basis baut man dann Stück für Stück das Selbstvertrauen auf. Denn Können gibt Sicherheit und Sicherheit vermittelt SELBST – VERTRAUEN.
Let´s keep!
PS: Wir unterstützen euch gerne dabei! www.talenschmiede.info
