Artikel-Schlagworte: „Eigeneinschätzung“
Am 21.Dezember 2012 ist es also soweit! Laut Maya-Kalender geht an diesem Tag die Welt unter … Doch diese Aussage haben die Mayas nie getroffen, denn dieses Datum steht einfach nur für ein besonderes Ereignis in deren Kultur. Und doch hält sich dieses Gerücht hartnäckig und wir lassen uns – mehr oder weniger – davon beeinflussen, obwohl wir weit weg von den Mayas leben.
Wieso lassen wir uns überhaupt von Hellsehern, Mythen, Gurus, Religionen und vieles mehr beeinflussen und manches Mal sogar davon beherrschen? Warum brauchen wir “Gedankenmodelle” an denen wir festhalten und woran wir uns aufrichten können?
Glaube und Hoffnung sind wichtige Tugenden, die uns so manche Situation “überleben” lassen, doch der Maßstab ist wichtig! Richtet sich dieser an andere oder an sich selbst? Wir ALLE haben die Wahl, ob wir unser Leben selbst bestimmen oder unsere Entscheidungen anderen überlassen.
Ja, das Leben ist anstrengend … Früher musste man ums körperliche Überleben kämpfen, heutzutage kämpft man gegen eine Flut an geistigen Informationen. Da kann es schnell mal sein, dass man sich überfordert fühlt und gerne die Verantwortung an andere abgibt.
Doch wer seine VerANTWORTung für sich selbst abgibt, der stellt keine Fragen und vor allem bekommt auch keine Antworten mehr. Nur wer Fragen stellt, denkt über Dinge nach, entwickelt seine Persönlichkeit, erkennt und entdeckt neue Horizonte, wie auch immer diese aussehen mögen.
Stagnation ist Stillstand und somit auch auf Dauer ein Rückschritt … Insbesondere im Sport erkennt man sehr schnell die Mentalität eines Spielers oder die einer Mannschaft. Will sich der Sportler wirklich weiter entwickelt? Was ist er bereit für sein persönliches Ziel zu investieren? Kann er “Kritik ertragen”? Hält die Mannschaft in der Krise zusammen?
Wir Menschen sind letztendlich alle immer noch “Herdentiere” und laufen am liebsten dem hinterher, der am lautesten glaubhaft seine persönlichen Befindlichkeiten kundtut. Das mag für eine gemeinsame Sache – ohne Frage – sehr hilfreich sein, doch wenn dabei das eigene Gehirn abgegeben wird, kann es problematisch werden.
Erfolgreiche Menschen und Mannschaften fordern und fördern die persönliche Entwicklung des Einzelnen, eingebunden im jeweiligen Verbund der Sache. Das bedeutet eine hohe Deckungsgleichheit der Eigen- und Fremdwahrnehmung. Als Sportler, Trainer, Betreuer, Verantwortlicher kann man auf Dauer nur dann erfolgreich sein, wenn das eigene TUN positive Spuren hinterlässt …
Wenn zu viele unterschiedliche Interessen und vor allem die Fremdwahrnehmung mit der Eigenwahrnehmung NICHT übereinstimmt, wird es für alle Beteiligten schwierig ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Denn hier stehen immer die persönlichen Befindlichkeiten vor dem gemeinschaftlichen Ziel …
Der Anfang vom Ende liegt immer in einem selber! Und wer hierfür die Verantwortung abgibt, der läuft immer in den Spuren anderer und hinterlässt keine eigenen Spuren …
In den letzten Wochen wurde ich immer wieder mit Situationen konfrontiert, wo mein Umfeld häufig eine andere Sicht der Dinge hatte als ich. An sich ist dies ja normal, doch wenn es um Bewertungen von Menschen geht, wird es spannend …
Tagtäglich bewerten wir Dinge, Situationen und Menschen, um unser Leben “einordnen” und organisieren zu können. Diese Bewertungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben und sind häufig die Basis für unser Handeln.
Diese Bewertung besteht logischerweise aus zwei Teile: Fremdeinschätzung und Eigeneinschätzung und ist im Idealfall identisch.
Und doch liegen manchmal Welten dazwischen! In den letzten Wochen habe ich wiederholt “erfahren” dürfen, dass über Jahre hinweg, sich wiederholende Verhaltensmuster als Tatsachen angesehen werden, ohne dem Menschen überhaupt eine Chance auf ein anderes Bild zu “gewähren”.
Woher auch? Wenn man über Jahre hinweg immer wieder mit den gleichen Handlungen konfrontiert wird, wie Schusseligkeit, Vergesslichkeit, Unpünktlichkeit, usw. traut man dem anderen keinerlei Veränderung zu. Unser Bild von einem Menschen ist so gefestigt, das der andere nur wenige Chancen hat, daran zu “rütteln” geschweige denn zu verändern.
Da werden Menschen z.B. “klein” gemacht, andere auf Ewigkeit zur Schusseligkeit verdammt, wiederum andere als die “Kümmerer” benannt, und, und, und … Wir haben einen Platz in dieser Welt und häufig hat man das Gefühl darin betoniert zu sein.
Wehrt man sich dagegen, stößt man häufig auf Unverständnis und Irritation. Doch genau diese negativen Äußerungen anderer machen viele Menschen mutlos ihr Leben zu verändern. Es ist nun mal auf Dauer schwierig, wenn man etwas ändern will und es klappt nicht gleich sofort und “alle” machen sich über einen lustig?!
Es gibt – gerade im Mannschaftssport – festgelegte Rollen, die in jeder Saison immer wieder neu vergeben werden, doch häufig bei den gleichen Personen kleben bleiben. Angefangen von den Vergesslichen, über die Kümmerer, weiter zu den Nervzwergen usw. Alles nett gemeinte Attribute und meistens auch “liebevoll” gemeint …
Doch will auch wirklich jeder diesen Stempel aufgedrückt bekommen? Oder sollte man sich nicht ab und zu selber fragen, ob diese Schublade überhaupt noch zu einem passt? Und?! Wenn nein, sich auch vehement mutig dagegen wehren! Denn auf Dauer verstummen auch diese Kritiker, jedoch nur, wenn man auch wirklich etwas für seinen Platz in dieser Welt tut!
Wo ist dein Platz in dieser Welt?
Und wehre dich!!!
