Artikel-Schlagworte: „Grübelspirale“
Manchmal gibt es Tage, wo einen die Überraschungen regelrecht überraschen und man dann erst einmal sein Glück sortieren muss.
So erging es mir mit einer Einladung am Wochenende auf den Golfplatz “Golfclub am Habsberg e.V.” nähe Neumarkt. Dieser Golfplatz gilt als einer der schönsten Golfplätze in Deutschland (und das zurecht!!!) und wurde von mir immer etwas mit “Ehrfurcht” betrachtet.
Ich überlegte daher ca. 5 Sekunden, ob ich mich auf diesen Golfplatz überhaupt traue und wenn ja, ob ich den Mut und die Nerven habe, die langen Bahnen entspannt spielen zu können. Doch gemäß meinem Motto: “no risk – no fun” sagte ich zu, um mich danach zu fragen, was mache ich jetzt schon wieder, denn bis dato war ich immer nur am Kurzplatz golfen …
Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben und mentalen Herausforderungen! Also überlegen was ich alles mitnehmen muss, rausfahren und erst einmal auf der Driving Range Bälle zur Beruhigung abschlagen. Nachdem die ersten Schläge OK waren, ging ich mit einem guten Gefühl an Start.
Ebenso wichtig für einen guten Start sind auf jeden Fall die anderen Flight-Partner, denn es gibt nix schlimmeres als auf den Platz zu gehen und mit Golfern zusammenspielen zu müssen, die unterschiedliche Auffassungen vom Sport haben. Angefangen vom übertriebenem Ehrgeiz, Ungeduld, und/oder Geltungsdrang.
Dies macht jedoch das Golfen auch so spannend und interessant, denn ich weiß nie mit wem ich in einem “fremden Flight” auf dem Platz stehe. Und?! Ich persönlich habe nur gute Erfahrungen gemacht, so auch am Sonntag in Habsberg. Ich durfte also mir drei netten Herren an den Start gehen, die alle ein wesentlich niedrigeres Handicap hatten als ich.
Aber egal, da musste ich jetzt 18 Löcher lang durch! Wir alle wissen, dass der Beginn für das Spiel entscheidend sein kann, zumindest bilden sich das viele Golfer ein. Ich habe mich mit dieser Thematik die letzten Wochen intensiv und mit Erfolg auseinandergesetzt, so dass ich mittlerweile “entspannt” und mit nur ein bisschen “Anfangsnervosität” abschlagen kann.
Was mir jedoch echte Sorgenfalten auf die Stirn trieb, waren die “Hölzer” der Herren, denn mit diesem Schläger stehe ich noch auf Kriegsfuß, d.h. ich schlage sicherheitshalber mit einem “5er Eisen” ab. Doch Gottseidank hatte ich Andreas dabei, der mich beruhigte und mir mit vielen guten Tipps beiseite stand.
Anfänglich habe ich mich daher erst mal selber sortiert und mich mit den langen Bahnen angefreundet, so dass ich das Spiel nicht unnötig verzögert habe. Eine Aufgabe, die man unbedingt positiv kombinieren sollte, sonst gerät man schnell in eine “Grübelspirale” und dann wird es möglicherweise schwierig wieder herauszukommen.
Hierfür sollte man immer einen persönlichen Notfallplan parat haben. Mein Plan ist das “persönliche Vertrauen”, d.h. ich weiß, dass ich jederzeit nach einem schlechten Schlag auch wieder einen guten Schlag “schlagen” kann. Denn auch gute Golfer – wie in meinem Flight – haben schlechte Schläge, es ist nur eine Frage wie man damit umgeht!
Und man sollte sein Können immer in der richtigen Relation sehen! Ich kann und darf nicht mein jetziges Handicap mit anderen Golfern, wie z.B. mit meinen Flight-Partnern, vergleichen. Das hätte mich bereits am Abschlag demotiviert! Das macht aber auch den Reiz aus, denn man spielt nicht gegen den anderen, sondern immer für sich und sein eigenes Handicap.
Auch wenn ich an diesem Sonntag nicht meinen besten Golftag hatte, so habe ich in Habsberg meine Angst vor große “Golfplätze” verloren. Denn es ist die Vorstellung in unserem Kopf und der Fokus darauf, die uns an so mancher “selbstgemachten Hürde” scheitern lässt.
Wir sollten daher immer einen Blick auf unser eigenes Bild und den Fokus “werfen”, um uns Hürden und Hindernisse zu ersparen oder lernen damit souveräner umzugehen. Meine Hürde war die Angst vor langen Bahnen! Ich habe immer noch Respekt davor, doch weiß ich jetzt, was ich dafür tun muss und wie ich damit umgehen kann. JEP!
Wer also immer wieder mit dem gleichen Schicksal hadert, wie z.B. Probleme beim Abschlag, den zweiten Schlag “immer” verschlägt
, Unkonzentriertheit ab einer bestimmten Bahn, sofort mit Gott und der Welt bei einem (!) schlechten Schlag hadert, und, und, und … Derjenige sollte sich NICHT damit abfinden, dass das so ist, sondern sich aktiv mit dem Thema auseinandersetzen. “Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!”
Denn wir alle wollen Golf spielen und Spaß dabei haben, oder?
Let´s swing!
PS: Ein herzliches Dankeschön an Andreas, das ich mitspielen durfte und für die super Tipps inkl. Beruhigung auf den langen Bahnen … Dankeschön auch an Franz und Robert für den entspannten Flight!
Golf Club Am Habsberg
Zum Golfplatz 1
92355 Velburg-Unterwiesenacker
Tel. 09182 / 931 91-0
www.gc-amhabsberg.de
Bilder vom Golfen von www.barbara-kraske.de
Früh aufgestanden, gut gefrühstückt und dann mal los zu meinem ersten Golf-Turnier dieses Jahr. Meinen Golfschwung habe ich wieder gefunden, mein Ziel für dieses Turnier ist mit Handicap 36 auch festgelegt und eigentlich bin ich guten Mutes … Aber mit dem Mut ist das so eine Sache!
Da fährt man quietschfidel von zuhause weg und kommt voller Zweifel am Golfplatz an, weil einem auf dem Weg sämtliche geschlagenen schlechten Bälle plötzlich in den Sinn kommen. Von wegen Positives Denken! Ich finde es immer wieder ernüchternd, wie man sich selbst in eine negative Grübelspirale manövrieren kann …
Doch genau diese Grübelei hindert uns daran, gute Leistungen zu bringen. Man kommt also “irritiert” nach der Autofahrt am Golfplatz an und mit dieser Unsicherheit schlägt man seine Übungsbälle ab. Schlägt man die ersten Bälle gut, so ist der Anfang des Golfturniers mehr oder weniger gerettet.
Doch startet man gleich mit schlechten Bällen, so bestätigt man sein eigenes negatives Denken. Und dann geht man mit dieser Unsicherheit ins Turnier! Herzlichen Glückwunsch! Denn hier entscheidet der Kopf und nicht das Können über die eigene Leistung …
Und was noch erschreckender ist: Wie will ich meinen bestmöglichen Golfschlag abrufen, wenn mein Kopf sagt, “Das wird doch heute sowieso nix?!” Also weg von der Grübelei hin zur eigenen positiven Motivation. Doch wie genau vertreibe ich den “Drachen der Grübelei”?
Hier ist der Weg das Ziel und dieser Weg ist bei jedem Sportler anders. Sofern sich der Sportler nicht coachen lässt, hilft nur “TRY & ERROR”, d.h. man bringt sich selber bei, sich positiv zu beeinflussen. Wichtig dabei ist es, den Fokus auf positive Erlebnisse zu richten, sei es z.B. auf gelungene Abschläge, Putts, o.ä. in Verbindung mit einem “realistischen Blick” auf das eigene Können.
Dieser vermeintlich “realistische Blick” darf jedoch nicht mit einem Wunschgedanken verwechselt werden. Es hilft wenig, z.B. die Bälle gut abschlagen zu können, aber schlecht beim Putten zu sein. Da ist ein Handicap unter 20 eventuell schwierig zu erreichen.
Übrigens … es ist für einen selber wesentlich entspannter seine eigene Leistung richtig einschätzen zu können. Denn mit dieser Sicherheit, kann man sein Können jederzeit abrufen. Falls dies nicht gelingt, ist es dann einfacher Ursachenforschung zu betreiben, denn der Fokus richtet sich auf die Golftechnik und weniger auf die eigene Emotionalität (=persönliches Gedankengut).
Mit dieser Erkenntnis bin ich voller Erwartung am Golfplatz angekommen und habe mich in keinster Weise irritieren lassen, dass mein “Aufwärmprogramm” – bedingt durch die vielen Golfer – anders war als sonst. Ich gebe jedoch offen zu, dass ich nervös war, insbesondere als auch noch mein Golflehrer am Abschlag stand.
Doch was ändert das an der Situation, dass ich mit meinem Können abschlagen muss? Nichts! Mir war dies noch nie so bewusst wie bei diesem Turnier. Also ran, abschlagen und gut ist es … Es lief an der ersten Bahn hervorragend, dagegen an der zweiten Bahn schlecht.
Die Ursache war schnell erkannt, denn meine Euphorie ließ mich hektisch werden und das ist beim Golf ganz schlecht. Also tief Luft holen und runter kommen, danach fand ich schnell wieder zu meinem Schwung. Hinzukommt, dass ich aufgehört habe jeden schlechten Golfschlag negativ zu bewerten und dies als persönliche Niederlage zu empfinden.
Dieser Umgang mit mir selbst hat mir eine emotionale Erleichterung verschafft und definitiv mehr Spaß am Golf. Sicherlich sind schlechte Bälle ärgerlich, doch sie gehören zu der eigenen Golf-Entwicklung einfach dazu. Und Können kann sich am besten in einem positiven Umfeld entwickeln.
Realistisch gesehen, war mein erstes Turnier super gespielt, auch wenn ich mein Ziel nur knapp mit Handicap 37 verfehlt habe. Doch wenn ich ehrlich bin, habe ich mir die 36 “eingebildet”, weil auf Sylt (mein nächster Urlaub) angeblich alle Plätze erst ab Handicap 36 zu spielen sind. Wunschgedanke – Realismus – Motivation – Umsetzung – Ziel …
Let´s swing and have fun!
Egal ob Training oder Wettkampf, wer sich nicht selbst motivieren kann, hat auf Dauer schlechte Karten erfolgreich zu sein. Daher ist es immer wieder verwunderlich, wenn Sportler folgende Aussagen treffen …
- Die anderen in der Mannschaft waren auch nicht motiviert!
- Es war keiner da, der mich motiviert hat!
- Die Diskussion der anderen Spieler hat mich runtergezogen!
- …
Was hat das Umfeld und die Mitspieler mit der eigenen Motivation zu tun? Eigentlich gar nichts! Doch viele Sportler nehmen die fehlende Motivation als “kollektive Ausrede” für ihre eigene unbefriedigende Leistung. Doch dieser Vergleich ist schlichtweg falsch …
Wenn du als Sportler abhängig von der Motivation deines Umfeldes und deiner Mitspieler bist, dann bist du der Spielball der anderen ohne Einflussmöglichkeiten. Willst du das wirklich? Motivation ist immer auch der “innerer Antrieb” deinen Sport für DICH zu tun und weniger für andere …
Sicherlich gibt es Tage und Momente, wo diese Motivation fehlt. Doch genau dann braucht man Mechanismen, Rituale, mentale Werkzeuge, um bewusst dagegen steuern zu können.
Möglichkeiten wären hierfür zum Beispiel …
- Sich selbst seine Stärken bewusst zu machen
- Die Erinnerung an vergangene Erfolge und das damit verbundene Gefühl
- Die bewusste Veränderung der eigenen Körpersprache
- Die Erinnerung an positive Erlebnisse des Tages
- Klar definierte Sätze, wie
- Ich gebe mein Bestes
- Ich verfolge zielstrebig mein Ziel
- Egal was kommt, ich erfülle meine Aufgaben
- Ich weiß, dass ich das kann
- Veränderung deiner Denk- und Sichtweise
- Große Aufgaben klein und schwierige Aufgaben leicht denken
- Probleme und Aufgaben in kleine Schritte aufteilen
- Probleme und schwierige Aufgaben als Herausforderung oder Chance sehen
Und ein ganz wichtiger Punkt ist, dass mein auch die “kleinen Erfolge” für sich persönlich anerkennt und würdigt! Eigenlob im Kopf für sich selbst gedacht, minimiert den negativen Gedankenmüll. Denn häufig zieht uns das eigene negative Denken in die Grübelspirale …
Genau diese bewusste Auseinandersetzung und der damit verbundenen positiven Motivationsstrategie macht einen handlungsfähig und unabhängig gegenüber “Negativ-Attacken” des Umfeldes. Und wenn jeder aktiv für seine eigene positive Motivation sorgt, braucht man nur den “berühmten Funken” für den Erfolg …
Und wie motivierst du dich selbst?
Let´s funky!
Unsere Verknüpfungsstrukturen im Gehirn entstehen durch unsere Erfahrungen und durch unsere individuelle Art und Weise, wie wir diese Erfahrungen verarbeiten. Anhand dieser “angelegten” Erfahrungslandkarten bewerten wir bekannte und unbekannte Situationen und handeln danach.
Wie wir reagieren oder etwas tun, hat sich in der Vergangenheit irgendwie bewährt, so dass wir immer wieder darauf zurückgreifen. Ob dieses Verhalten nun richtig oder falsch ist, erkennen wir häufig erst im nach hinein. In einigen Situationen kann es sein, dass das gezeigte Verhalten jedoch überhaupt nicht zur Situation passt und man sich dann über sich selber ärgert.
Wie geht man nun mit sich “selbst” um, so dass man eine Chance der Veränderung hat?
Es heißt ja so schön “Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!” Meistens basieren Probleme auf eine Vielzahl von negativen Erfahrungen. So z.B.
- Außenspieler übertritt immer wieder beim Wurf (Handball)
- Torwart hebt das Bein beim Außenspieler (Handball)
- hohe Nervosität beim ersten Abschlag (Golf)
- bestimmte Passagen werden sich nicht zugetraut (Mountain – Bike)
- immer wieder mentaler Einbruch bei KM 35 (Marathon)
- und, und, und …
Das “sogenannte” Problem trat immer wieder auf und wird als störend empfunden. So sehr, dass der Fokus regelrecht darauf gerichtet ist, d.h. das Problem bekam mehr Aufmerksamkeit als notwendig und wurde damit zu einer “neuronalen Autobahn” im Gehirn ausgebaut.
Sobald man nun nur in die Nähe dieser Problematik kam, sei es gedanklich oder auch durch die körperliche Ausführung, wird das Visier auf das Problem gerichtet und man entscheidet sich für seine persönliche Vermeidungsstrategie.
- War doch klar, dass ich wieder übertrete …
- Ich werde das wohl nie lernen, das Bein stehen zu lassen!
- Naja, auch der erste Abschlag geht vorbei!
- Dann schiebe ich halt das Bike durch die Trial-Passage, anstatt zu fahren!
- Auf KM 35 hat jeder Läufer Probleme, da muss ich durch!
- und, und, und …
Das Schlimme daran ist, wir könnten uns sofort ändern … doch wir vertrauen unserem “bewährten Denkmuster” mehr, als unseren eigenen neuen innovativen Gedanken. Sprich wir brettern lieber über unsere bekannte “Gedanken-Autobahn”, als das wir neue Wege ausprobieren, die uns möglicherweise schneller und entspannter zum Ziel führen.
Kompliziert wird die Sache noch dadurch, dass es wenig darauf ankommt, ob unser Denken und Handeln tatsächlich auf Erfahrungen in der Realität beruht oder ob wir das nur glauben bzw. immer wieder denken. Durch intensive Gedanken senden wir immer wieder neuronale Reize aus, die wir dann durch unser Verhalten noch intensivieren, sprich wir sorgen selber für den Ausbau der Trampelpfade in eine “negative” Gedanken-Autobahn.
Das Schöne daran ist, dass dies natürlich auch für positive Erlebnisse gilt! Unsere positiven Stärken basieren genauso auf diesen Lernmechanismus, nur beschäftigen wir uns so selten damit. Wenn man Sportler fragt, nenne deine Stärken und Schwächen, so zählen viele erst mal eine Vielzahl von Schwächen auf und überlegen dann längere Zeit über ihre Stärken.
Daher ist es bereits ein großer Schritt, wenn einem der eigene Denkmechanismus BEWUSST wird, um dann mit dem Problem umgehen zu können. Hier benötigt man Lösungen, die auch neue “ausbaufähige Trampelpfade” beinhalten. Unsere “alten neuronalen” Gedankenmuster werden dann Schritt für Schritt durch neue Wege, Lösungen und Gedanken ersetzt.
- Ich habe hart an meiner Technik gearbeitet, jetzt übertrete ich nur noch selten …
- Ich konzentriere mich auf das Stehenbleiben und mein Arm bildet ein Team mit meinem Bein und hält den Ball …
- Ich habe gelernt mich situationsbedingt zu entspannen und nehme mir selbst den Druck vom ersten Abschlag …
- Ich übe immer wieder die eine bestimmte Trial-Passage, bis ich es schaffe und steigere mich Schritt für Schritt …
- Was genau passiert bei mir auf KM 35, so dass ich gezielt Strategien und Lösungen ausarbeite …
- und, und, und …
Häufig ist man so sehr mit dem Problem beschäftigt, das man nicht mal auf die Idee einer Lösung kommt. Hier kann bereits eine gedankliche Veränderung des Fokus von Problem auf Lösung Wunder bewirken …
Let´s CHANGE!
Glaube kann Berge versetzen, oder doch nicht?
Diese Denkweise wird mir jedes Wochenende immer wieder bestätigt, wenn ich als Co-Trainer einer Handball-Mannschaft auf der Bank sitze. So auch letztes Wochenende …
Eine grottenschlechte erste Halbzeit mit vielen individuellen Fehlern und Abstimmungsproblemen, schlechter Wurfausbeute, negativer Körpersprache und vor allem mangelndem Selbstbewusstseins. Umso länger das Spiel dauerte, umso mehr beschäftigte sich jeder Spieler mit seiner persönlichen “Grübelspirale” und dem Halbzeit-Ergebnis eines 4 Tore Rückstands.
Als Trainer ist es schwer in dieser Situation die Ruhe zu bewahren und vor allem die richtigen Worte zu finden. Wichtig ist es, klare Anweisungen für Veränderungen zu geben und auf die eigenen Stärken hinzuweisen. Was viele in dieser Situation ebenfalls vergessen, ist die negative Ausstrahlung der Körpersprache. In solchen Momenten kann eine Veränderung “Wunder” bewirken.
Gerade die Körpersprache kann man schnell verändern und als Sportler hat man hierzu möglicherweise einen schnelleren Bezug, als zu Worte. Doch VORSICHT: Auch dies muss sich der Sportler erst bewusst werden, denn was will er verändern, wenn er überhaupt nicht weiß, ob er in einem positiven oder negativen “Status” ist?
Daher kann es sehr hilfreich sein, im Training immer wieder auf die jeweilige negative oder positive Körpersprache hinzuweisen, so dass der Sportler die Möglichkeit erhält, sofort positiv darauf zu reagieren. Wenn man dies eine Zeitlang übt, kann bereits der verbale Hinweis auf die negative Körpersprache eine Veränderung der Ausstrahlung bewirken.
Sicherlich ist dies nur ein Baustein in einem komplexen Gefüge, doch meines Erachtens, für jeden Sportler am schnellstens umzusetzen… Natürlich verändern auch positive Erlebnisse in einem Wettkampf die Körpersprache. Denn wenn scheinbar alles gelingt und man sich in einen Rausch spielt und den Wettkampf gewinnt, so ist die positive Ursache schnell gefunden.
Solche Siege sind emotional die Schönsten, aber häufig mit einem unnötigen Aufwand verbunden. Dabei ist die Vorbereitung schon die halbe Miete …
- Vorbereitung für Wettkampf
- Konzentration auf den Wettkampf
- Klare Aufgabenverteilung
- Taktische Vorgaben
- Gute Kondition
- Persönliche Dinge
Kennen wir alles, oder! Doch gerade im semiprofessionellen Bereich werden davon einige Punkte vernachlässigt. Wer jedoch erfolgreich sein möchte, der benötigt das “ganze Paket”!
“Wir packen unsere Sporttasche und nehmen mit …?”
PS: Das oben genannte Spiel haben wir dann mit 8 Toren gewonnen! Danach haben viele Zuschauer nach dem Rezept in der Pausenansprache gefragt. Dies bleibt natürlich unser Geheimnis …
“Mann, gibt dir einfach mehr Mühe! Konzentrier dich besser! Pass endlich auf!”
Sätze, die man oft gehört hat und sicherlich das eine oder andere Mal auch selber benutzt hat, sei es gegenüber sich selbst oder zu anderen.
Doch wie gebe ich mir mehr Mühe, konzentriere mich und wie passe ich besser auf? Was ist mein Ziel dieser Konzentration und Aufmerksamkeit? Jeder würde hier sagen, “Ganz klar, weniger Fehler und dadurch mehr Erfolg!”
Wir alle haben bestimmte Fähigkeiten, die wir im Training insbesondere im Wettkampf anwenden und dementsprechende Erwartungen, die wir erfüllen wollen. Die Zeit dazwischen “müssen” wir irgendwie gedanklich füllen, so z. B. mit
- Konzentration und Aufmerksamkeit
- Motivation
- Strategien
- Erfahrung und Wissen
- Zweifel
- Bewertungen
- und und und
Vor lauter “gedanklichen Mischmasch” verlieren wir die nächste Aktion aus den Augen, sehen vorrangig nur die Summe des Erfolgs und wundern uns dann, dass wir Gefahr laufen, in eine Grübelspirale zu rauschen. Super, dann konzentrieren wir uns doch einfach ein bisschen mehr, dann klappt das schon, oder?!
Doch so einfach ist die Sachlage nicht! Denn erstens, wie gibt man sich mehr Mühe, wenn man sowieso schon alles gibt und wie konzentriert man sich besser, wenn gerade alles schief läuft? Diese Frage ist schwierig zu beantworten, denn jeder Sportler hat individuelle Vorlieben, eine persönliche Geschichte und jede Sportart hat wiederum unterschiedliche Anforderungen.
Ein Golfspieler balanciert ständig zwischen Anspannung und Entspannung, dagegen ist ein Handballer oder Basketballspieler auf dem Spielfeld ständig unter Strom. Und doch haben beide eines gemeinsam, sie müssen sich auf die kommende “Aktion” vorbereiten. Ein Golfspieler hat hierzu mehr Zeit zur Verfügung, als ein Eishockeyspieler, dem nur Bruchteile von Sekunden für eine Entscheidung zur Verfügung stehen.
Und doch nutzen viele Sportler diese Zeit mit “Gedankenmüll” zu füllen und vergessen darüber hinaus ihre eigentliche Aufgabe! Was wäre demnach, wenn wir diesen Gedankenmüll auf die Seite schieben und uns ausschließlich um unsere eigentliche Aufgabe kümmern würden? Dann würden wir wahrscheinlich unseren persönlichen “Flow” begegnen und Spaß am Sport empfinden.
Und genau darum geht es! Wir verzweifeln an unseren Zweifeln und vergessen darüber hinaus unser eigentliches Tun. Doch wie entsorge ich diesen “Gedankenmüll”? Wie immer gibt es hierzu eine Vielzahl von Möglichkeiten …
- Konzentrationsübungen, siehe z.B. den Konzentrationspunkt
- Persönlich zusammengestellte Musik
- Bestimmte ritualisierte Bilder
- Vergleichende ähnliche positive Bewegungen (Tennis – Golfschlag)
- Wiederholende Sprüche, z.B. Mantras
- Humor und Witz
- und und und
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Doch auch hier ist einmal => keinmal, d.h. es muss klar definiert sein, wie ich STOPP zu meinem Gedankenmüll sage und dadurch die Grübelspirale beende.
Viele Sportler machen den Fehler, die probieren nur halbherzig etwas aus, dann funktioniert es nicht gleich und schon bekommt man zu hören. “Sport Mental Training funktioniert bei MIR nicht!” Supereinstellung! Nur als kleiner Hinweis! Seinen Sport hat man ja auch über Nacht gelernt, oder?
Also ran an die nächste Aktion und weg mit dem Gedankenmüll!
Freiheit für den Spaß am Sport …
Die Fußball-Bundesliga gibt uns jedes Wochenende immer wieder tolle Beispiele für Interpretationen von Erfolg und Niederlage. Momentan hat der 1. FCN mal gerade 3 Punkte auf dem Konto und diese Punkte auch noch jeweils mit Unentschieden in der Fremde geholt. Dagegen gibt es Mannschaften, die sind daheim wie z.B. Kaiserslautern fast nicht zu bezwingen?
Woher kommen diese Definitionen von Heim- und Auswärts-Mannschaft? Man sollte eigentlich meinen, dass man Wettkämpfe oder Spiele zuhause leichter gewinnen kann als auswärts. Doch die Realität belehrt uns jedes Wochenende eines besseren …
Denn für die eine Mannschaft bedeutet ein Heimspiel “Rückhalt und Stärke”, für eine andere Mannschaft kann dies wiederum zur “Belastung” werden. Die Grundlage jedoch für den Wettkampf ist überall die gleiche! Ein Feld mit den gleichen Maßen, sei es beim Tennis, Tischtennis, Hockey, Handball, Fußball, Squash und, und und …
Andere Sportarten haben es da schon schwerer, denn die äußeren Bedingungen sind nie gleich, sei es beim Biathlon, Skifahren, Fahrradfahren, Golfen, segeln usw. Und doch spielen wir immer wieder das gleiche Spiel. Was macht also den Unterschied aus? Sicherlich spiele ich auf einem Platz, wo ich gute Erinnerungen damit verbinde lieber, als auf einem Spielfeld, wo ich nur verloren habe. Die Sportart bleibt dennoch die gleiche.
Daher sollte der Sportler lernen, egal ob Einzel- oder Mannschaftssportler, sich von den äußeren Bedingungen unabhängig zu machen. Das hat viel mit Fokussierung auf den eigentlichen Wettkampf zu tun. Es ist sicherlich beeindruckend das erste Mal vor einem ausverkauften Haus z.B. “auf Schalke” zu spielen. Dennoch ist es hilfreich sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren und die Umgebung außerhalb des Spielfeldes auszublenden.
Sportlern passiert häufig, dass sie schon durch äußerliche Stimmungen verunsichert in den Wettkampf gehen. Bedingt durch diese Unsicherheit, dann einige Misserfolge erleben und um diese zu kompensieren sich dann mit “Gott und der Welt” anlegen. Statt dann spätestens hier STOPP zur “Grübelspirale”zu sagen und den Notfallplan auszupacken, gerät man immer tiefer in den negativen Gedankenstrudel.
Viele Mannschaften werden hervorragend auf die gegnerische Mannschaft eingestellt, jedoch vergisst man gerne die äußeren Umstände zu erwähnen und wenn, dann werden diese Umstände lapidar mit wenigen Sätzen abgetan.
- Ihr wisst ja, da sind ziemlich viele Zuschauer
- Lasst euch nicht von den schimpfenden Zuschauern aus der Ruhe bringen
- Passt auf, da sitzen die Zuschauer am Rand, die können euch schon mal stolpern lassen
- Die Trommeln sind ziemlich laut, man versteht sein eigenes Wort nicht, macht Zeichen für Spielzüge aus
- Der Platz ist ziemlich eng und an bestimmten Stellen schwer zu spielen
- Und und und …
Klar, wenn man jetzt so darüber nachdenkt, alles kein Problem, oder? Doch wenn man mit einer verständlichen Nervosität in den Wettkampf geht, dann ist man vorrangig mit sich selbst und seiner Leistung beschäftigt. Wenn dann noch massive Einflüsse von außen kommen, kann eine Überforderung sehr schnell auftreten. Was liegt da näher sich mit diesem Thema mental auseinanderzusetzen?!
Man kann sicherlich solche Situationen nur schwer im Training 1:1 umsetzen, aber man kann im Training
- Mögliche Probleme explizit ansprechen und dementsprechende Lösungen einfordern
- Unter den bekannten Bedingungen – soweit wie möglich – trainieren
- Die mögliche Situation mental im Kopf immer wieder “trainieren”
Letztendlich entscheiden wir als Sportler, wie wir mit den Bedingungen umgehen und zurechtkommen, sind wir gut vorbereitet oder warten wir mal ab was passiert?
Hast du immer ein Heimspiel?
