Artikel-Schlagworte: „Körperbild“
Nun ist es also wieder soweit! Nach endlosen Dialogen mit mir selbst und die Suche nach einer passenden Motivation, bin ich nach zähem Kampf endlich wieder joggen gewesen. Und ja, es hat gedauert bis ich endlich losgelaufen bin! Was da einem alles einfällt, was man noch unbedingt tun muss …
Gut, einen klitzekleinen Vorteil habe ich gegenüber anderen: „”ch muss sowieso mit dem Hund raus!” Also Hund an die Leine und erst einmal losgegangen. Wer nach langer Zeit wieder seine Joggingschuhe schnürt, weiß was ihn erwartet und diese Erwartungshaltung lässt einen häufig im Nichtstun “verharren”.
Wieso bin ich trotzdem losgelaufen? Die Erkenntnis, dass ich momentan nicht in der Lage bin einen Ski-Hang unbeschadet hinunterzufahren! Das hat mich wieder motiviert endlich laufen zu gehen. Hinzukommt, dass wenn ich jetzt noch im Herbst anfange, habe ich weniger Probleme in die “kalte Jahreszeit” hineinzulaufen, sprich die Atemswege werden es einem danken.
Nachdem es an meinem Wohnort immer irgendwie rauf und runter geht, bin ich die ersten Steigungen schnell gegangen und sobald es flach wurde, bin ich langsam weitergejoggt. Wahrscheinlich hätte mich jeder Wanderer überholt, doch das ist mir mittlerweile egal.
Denn durch mein Marathon-Training vor einigen Jahren habe ich viel gelernt! Unter anderem Geduld und den Fokus auf sich zu richten, denn mein Gefühl und mein Laufstil ist maßgeblich für mein Wohlbefinden. Es hilft einem wenig, wenn man schnell unterwegs ist, aber danach eine Stunde zur Regeneration benötigt und dadurch die Lust am Laufen verliert.
Ja, ich weiß, aller Anfang ist schwer … Aber keiner behauptet, dass der Anfang einfach ist! Nur wird es immer leichter, wenn man langsam anfängt und danach sich steigert. Komischerweise wissen das auch alle, nur halten sich die wenigsten daran. Ich bin also mit dem Hund an der Seite los gelaufen und habe mein Tempo an meinem persönlichen Empfinden angepasst.
Und siehe da, es ging besser als erwartet. Übrigens am Anfang, habe ich nie eine Pulsuhr dabei. Der Blick darauf kann zuweilen ziemlich frustrieren und ich bin dann mehr mit den Werten beschäftigt, als dass ich mich auf mein Gefühl verlasse. Doch diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.
Ich kann daher auch nicht einmal sagen, wie lange ich unterwegs war. Und ja, zum Schluss konnte ich nicht mehr und bin schnellen Schrittes nach Hause gegangen. Daheim angekommen war ich erschöpft, aber auch stolz, dass ich ins “Handeln” gekommen bin. Als “Mental Coach” tue ich mich sicherlich etwas leichter als andere, doch “mentale Blockaden” gibt es auch bei mir … Nur weiß ich damit umzugehen!
Heute einen Tag danach, zwickt es an diversen Muskeln, aber der große Muskelkater bleibt aus, zurückbleibt ein positives Körpergefühl und die Lust nach mehr Bewegung! Wer also vor dem Winter und den “Lebkuchen und Plätzchen-Orgien” fit werden möchte, der sollte JETZT in “Bewegung” kommen, egal mit welchem Sport.
Und wer Probleme mit seiner Motivation hat, der sollte sich aktiv auf die mentale Suche nach einem Motiv machen. Bei mir war es der Skischwung auf verschneiten Pisten und herrlichen Sonnenschein …
Let´s go and swing!
PS: Nach dem Sport immer viel Trinken, da bietet sich jetzt der leckere FIT FOR FUN Tee von Tee Gschwender an.
Einer meiner Lieblingsfragen im Jugendtraining ist …
“Weißt du eigentlich wie du deine Bewegung durchführst?”
Als Trainer gibt man Anweisungen, dass die Sportler und Jugendlichen umsetzen sollen. Am besten sofort – gleich – perfekt! Doch über die Jahre müssen wohl alle Trainer feststellen, das ist schwieriger als man denkt, insbesondere im Jugendbereich.
Im Laufe der “Trainings-Jahre” lernt man dann mehr oder weniger die Fähigkeit den jeweiligen Sport gut / sehr gut auszuführen. Der Unterschied jedoch zwischen gut und sehr gut ist die Art und Weise wie man die jeweilige Vorgabe
- aufnimmt
- umsetzt
- und daraus andere Möglichkeiten kombiniert.
Dafür muss der Sportler genau wissen, was er tut und vor allem, ob die Ausführung mit seinem eigenen “Körperbild” oder seiner eigenen “Körperwahrnehmung” übereinstimmt. Beispiele hierfür sind z.B.
- Der Außenwurf eines Handballspielers:
Der Arm muss beim Wurf “oben” sein, der Spieler denkt er ist oben, jedoch die Ausführung ist auf Hüfthöhe - Ein Golfer beim Chippen:
Der Probeschwung ist für die Länge gut, jedoch die tatsächliche Ausführung ist mit einer zu großen Ausholbewegung durchgeführt
Ein Profisportler weiß demnach, wie genau sein Körper funktioniert und was er in den entscheidenden Momenten benötigt, um erfolgreich zu sein.
Diese “Körperwahrnehmung” ist vor allem im Kinder- und Jugendbereich sehr wichtig und kann mit Koordinationsübungen unterstützt werden. Bei diesen Koordinationsübungen werden bewusst die Denkprozesse angestoßen, so dass das Gehirn (einfach formuliert) neue Synapsen bilden kann. Diese Synapsen sind notwendig um Bewegungsabläufe besser, schneller zu lernen und auf Dauer flexibler Entscheidungen treffen zu können.
Mittlerweile arbeiten Vereine und Sportler immer mehr mit Videoanalysen, um Bewegungsabläufe besser verdeutlichen zu können, so dass Eigen- und Fremdbild angeglichen werden können. Hier “erzeugen” wir z.B. bei der www.talentschmiede.info in den Workshops immer wieder sogenannte “AHA-Effekte”.
Am Anfang ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Person auf dem Bildschirm etwas ungewohnt, doch sehr schnell erkennen die Jugendlichen ihr Potenzial und vor allem ihre Möglichkeiten, Bewegungsabläufe positiv zu verbessern. Bei dem Training danach sind bereits Verbesserungen deutlich sichtbar, denn durch die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers und dem korrigierten Bewegungsablauf, kann man nun bewusst den neuen Bewegungsablauf trainieren.
Wie bei allem Dingen im Leben ist diese bewusste Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema wichtig, denn jeder Sportler benötigt viele, viele “Körper-Erfahrungen”. Aus diesen Erfahrungen kann der Sportler dann bewusst auswählen, um sein Leistungsniveau zu halten und stetig zu verbessern.
Folglich kann man die neu gewonnenen Erfahrungen mental immer wieder wiederholen, indem man die gewünschte Bewegung sich ganz genau sich “bildlich vorstellt” und “nachfühlt”. Damit steigert man die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Verbesserung um ein Vielfaches! Einfach so … nur mit ein bißchen “mentalen Übens”! Fünf Minuten am Tag können daher schon Wunder bewirken …
Let´s make a picture!
