Artikel-Schlagworte: „Meistertitel“
Kurz vor Jahresende kommt nochmals Hektik auf, da angeblich wichtige sportliche Entscheidungen anstehen. In einigen Sportarten geht es um die sogenannte Herbst-Meisterschaft, die ja eigentlich eine Winter-Meisterschaft ist. Da ja Meisterschaften immer gut sind … werden Analysen und Prognosen erstellt, auf deren Basis dann Entscheidungen getroffen werden.
Logischerweise sind “gefühlt” diejenigen im Vorteil, die um eine Meisterschaft mitspielen, doch auch dieses Gefühl kann sich sehr schnell zu einer negativen Belastung verändern. Insbesondere dann, wenn der Erfolg zu einem “Muss” wird und man die sogenannte spielerische Leichtigkeit verliert.
Alles in allem ist der Umgang mit der jeweiligen Situation ausschlaggebend für den Verlauf. Und hier trennt sich in meinen Augen auf Dauer “die Spreu vom Weizen”. Je nachdem wie Sportler, Trainer und Umfeld mit der jeweiligen – positiv wie negativ – Situation umgehen, kommt man ins Handeln oder eben nicht.
Doch viele Menschen agieren hier eher wunsch- als zielorientiert! Wir möchten “Meister” werden oder den Wettkampf gewinnen … Äh, wer möchte das nicht?! Doch was tust du dafür? Na, trainieren! Ja OK! Aber was trainierst du genau? Bist du oder die Mannschaft optimal vorbereitet?
Im Profi-Bereich erübrigt sich die Frage … Doch bereits einige Spielklassen darunter triftet der Anspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit ganz schön auseinander. Professionelles “Arbeiten” kann da häufig schon das vorhanden sein eines Physiotherapeuten bedeuten.
Hier ist immer die Frage welchen Anspruch hat der Sportler, die Mannschaft, der Trainer, das Umfeld. Können sich alle Beteiligten mit dem Ziel identifizieren und welche Bereitschaft hat jeder sich für dieses Ziel weiterzuentwickeln. Viele Ziele scheitern weniger am Ziel selbst, sondern an der Bereitschaft das Handeln an dem Ziel immer wieder neu anzupassen.
Da wird dann gerne das eigene Tun und die persönliche Art als Manifest definiert, frei nach dem Motto: “Wir müssen den anderen unser Spiel aufdrängen! Was die anderen machen ist uns egal!” Das mag für eine bestimmte Spielstärke stimmig sein, doch auf Dauer ist dies wenig lernförderlich.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass gerade die geistig flexiblen Menschen dauerhaft erfolgreich sind. Hierzu gehört eine große Portion Neugier und die Bereitschaft immer wieder neu dazuzulernen. Und ggf. alte Meinungen und Kenntnisse über Bord zu werfen. Die Struktur ist der Rahmen und das Bild ist das jeweilige Können!
Dieses Bild kann man jederzeit verändern und dadurch “verschönern”. Hierzu benötigt man jedoch eine wertfreie Analyse auf sein eigenes Handeln. Dadurch denkt man in Lösungen und wird flexibler im Handeln. Aussagen wie “du denkst auch nur negativ” sollten daher genau betrachtet werden. Ist dies ein möglicher Hinweis für ein Problem oder was fehlt, um die Situation positiver zu gestalten.
Denke und gestalte Dir Dein eigenes Bild!
Die Bundesliga-Saison sortiert sicher gerade und es ist eine Tendenz der jeweiligen Mannschaften erkennbar. Der FC Bayern hat sich an der Tabellenspitze gefestigt und die anderen Mannschaften mehr oder weniger dahinter erfolgreich einsortiert. Es gibt Überraschungsteams wie Borussia Mönchengladbach und mögliche Absteiger, wie der 1. FC Augsburg.
Letztendlich ist alles eine Frage des Budgets und vor allem der personellen Möglichkeiten. Und doch, Geld und Können reichen heutzutage nicht mehr aus, um erfolgreich sein Ziel umzusetzen. Egal in welcher Sportart und egal in welcher Liga mit oder ohne finanziellen Mitteln.
Hinzukommt häufig die unterschiedliche Zieldefinierung, wie
- Nicht absteigen => wir kennen das doch mit dem nicht nicht, oder?
- Vorne mitspielen => was ist bitte vorne?
- Wir wollen 40 Punkte erreichen, ok was passiert wenn nicht und wenn ja, dann?
- Und, und, und …
Jeder Sportler hat seine persönliche Art und Weise Ziele zu definieren, um daraus auch seine Motivation abzuleiten. Für den einen sind Punkt-Vorgaben zu abstrakt für den anderen das Maß aller Dinge. Daher ist es so wichtig ein gemeinsames Ziel zu definieren, aber noch wichtiger ist es, die passende Sprache und das passende Bild für JEDEN einzelnen Spieler zu finden.
Viele denken es ist damit abgetan ein Ziel zu definieren, wie z.B. “Aufstieg”, für manchen Sportler bedeutet dies Druck für Andere Ansporn. Bei Punktevorgaben kann dies ebenso differenzierte Empfindungen auslösen. Daher sollte man sich genau überlegen, welches Ziel man wie vor der Saison ausgibt.
Im Übrigen … Sicherlich können Ziele während einer Saison – sei es positiv oder negativ – korrigiert werden, doch sind wir ehrlich! Es muss realistisch bleiben, oder? Keiner würde z.B. bei Bayern München auf die Idee kommen, das Ziel mit “zu Null” Meister zu werden, selbst mit so einem großen kompetenten Kader.
Damit wir uns hier richtig verstehen! Es geht hier weniger um Ausreden, sondern eher um eine lösungsorientierte zeitnahe Blickrichtung, d.h. der Fokus liegt auf dem nächsten Wettkampf. Gerade für weniger erfolgreiche Mannschaften ist häufig das Ziel am Anfang einer Saison so weit weg, dass eine Identifikation nur schwer gelingt.
Wenn ich 4/6 Punkte auf dem Konto habe und noch 36 Punkte vor mir habe, dann kann das ggf. im Unterbewusstsein Stress oder Unsicherheit auslösen. Dies betrifft insbesondere Mannschaften die abgestiegen sind und sofort wieder aufsteigen wollen. Wenn dann noch negative Erfahrungen in Form von Niederlagen hinzukommen, können plötzlich Ziele wie Seifenblasen zerplatzen …
Daher ist es vor einer Saison wichtig ein Ziel mit Zwischenzielen genau zu definieren. Die Basis hierfür ist das individuelle persönliche Motiv eines jeden Sportlers in Verbindung mit dem gemeinsamen Mannschaftsziel. Nur wenn jeder einzelne Sportler sich seiner Eigen-Motivation bewusst ist, kann er seinen Teil zum Mannschaftserfolg beitragen.
Häufig wird jedoch der andere Weg gewählt, d.h. es wird ein Ziel von “oben herab” festgelegt und alle anderen müssen motiviert sein. Dies ist in keinerlei Weise verpflichtend für den Sportler, sondern eher die Basis für Ausreden.
Hast du ein Motiv oder eine Ausrede!
Wieso wollen wir überhaupt Ziele erreichen? Ist wirklich das ZIEL das ZIEL oder gibt es andere Faktoren, die wesentlich motivierender sind, als das Ziel an sich? Logischerweise kommt in dieser “Ziel-Betrachtungsweise” die Motivation einen neuen Fokus, denn was motiviert uns überhaupt auf “die Reise” zu gehen?
Ein gutes Beispiel ist hierzu der Führerschein! Die Motivation ist sicherlich nicht das Lernen der Regeln oder die dafür notwendigen Fahrstunden, oder? Sondern doch eher die Unabhängigkeit und Freiheit, die wir mit dem Führerschein erlangen, sofern man einen “fahrbaren Untersatz” dann sein eigen nennt. Wir brauchen niemanden mehr, der uns nachts von der Disko abholt oder wir können einfach mal so selber in den Urlaub mit dem Auto fahren.
Diese Unabhängigkeit und Freiheit motiviert uns all die Mühen auf uns zu nehmen, um den Führerschein zu machen. Denn dieses Bild ist wesentlich motivierender als der Führerschein an sich, oder?
Folglich=>
das ZIEL – ZIEL (Unabhängigkeit und Freiheit)
hinter
dem ZIEL (Führerscheinausweis)
= MOTIVATION (Motor)
Ähnlich verhält es sich im Sport! Was ist sozusagen unser Ziel – Ziel?
- Meisterschaftsschale < > Meistertitel
- Siegertreppe < > Preisgeld
- Turniergewinn < > persönliches Prestige
- Meistertitel < > Meisterschaftsfeier
Wenn man sich das “ZIEL – ZIEL“ ansieht und sich selber fragt, was genau bedeutet mir dieses Bild / dieses Gefühl erkennt man häufig sein Motiv! Und dieses Motiv ist der Motor für den persönlichen Einsatz sein Ziel zu erreichen?
Was ist dein “ZIEL – ZIEL = MOTIVATION”?

