Artikel-Schlagworte: „mentale Stärke“
Wie soll man bitte ein Buch beschreiben, dass mit so vielen Wahrheiten “gespickt” ist und wovon jede Wahrheit wiederum im Auge des Betrachters liegt? Abgesehen von dem tollen Layout, inspiriert das Buch über seine eigene Chancen-Verwertung im Leben nachzudenken.
Und gerade im Sport kann die Chancen-Verwertung entscheidend über Sieg oder Niederlage sein. Wie oft hat man in Interviews gelesen oder gehört … “Wir waren zwar die bessere Mannschaft, haben jedoch unsere Chancen nicht genutzt und deswegen haben wir verloren!”
Gut, manchmal gibt es solche Tage, wo das Tor wie vernagelt erscheint. Doch die Frage ist, wie nutzen wir dauerhaft unsere Chancen, sei es im Sport oder sogar im Leben? Lernen wir daraus und wollen tagtäglich besser werden oder ergeben wir uns unserem vermeintlichen Schicksal und geben auf?!
Hermann Scherer greift genau dieses Thema in dem Buch “Glückskinder” lebendig und authentisch auf. Wir sind meistens mehr damit beschäftigt Situationen zu vermeiden, als unsere Chancen zu nutzen. Dieses teilweise jahrelange “Vermeiden” hat sich so in uns eingebrannt, dass wir den sogenannten Wald voller Möglichkeiten gar nicht mehr wahrnehmen.
Das frustriert auf Dauer ungemein und macht häufig krank. Wer raus aus dieser “Fokus-Falle” möchte, sollte unbedingt “Glückskinder” lesen. Sicherlich wird in dem einen oder anderem Punkt übertrieben, doch dieses “Übertreiben” scheucht uns aus unserer Denk-Bequemlichkeit.
Wer seinem Leben eine glücklichere Richtung geben möchte, der sollte dieses Buch lesen, aber Vorsicht … Glück kann süchtig machen!
Glückskinder
Warum manche lebenslang Chancen suchen – und andere sie täglich nutzen
von Hermann Scherer
Verlag: Campus Verlag
ISBN: 978-3-593-39349-0
Preis: 19,99 €
PS: Vielen Dank für die freundliche Genehmigung von Hermann Scherer.
Detailinformationen von SEKO Fachbuchversand:
Der Fisch springt nicht an den Haken, der Fisch springt nicht an den Haken und das Reh läuft nicht vor die Flinte. Genauso will auch die Chance gejagt sein. Glückskinder wissen das. Statt darauf zu warten, dass ihnen alles Gute einfach in den Schoß fällt, setzen sie ihre Chancenintelligenz ein: die Fähigkeit, Chancen zu erkennen und zu nutzen und zwar die richtigen! Klingt banal? Warum sind wir dann nicht längst alle Glückskinder? Hermann Scherer erzählt viele Geschichten von Menschen, die Chancen in scheinbar unbedeutenden oder gar ausweglosen Situationen gesehen und ergriffen haben. Zum Beispiel von Stefan Raab, der es vom Metzgerei-Lehrling zum medialen Multitalent gebracht hat. Oder von Cliff Young, der im Alter von 61 Jahren den 875 km langen Ultra-Marathon in Overall und Gummistiefeln lief und gewann. Und Scherer macht klar, was man über Chancen wissen muss: Sie liegen nie in der Zukunft, sie pfeifen auf Regeln und sie sind so alltäglich wie das Leben!
“Die Sorte Glück, die ich meine, wenn ich von Glückskindern spreche, ist der Zustand des Glücklichseins, der nicht durch einen zufälligen Glückstreffer hervorgerufen wird, sondern durch eine Art zu leben, die einem ermöglicht, dauerhaft Chancen zu entdecken und zu nutzen. Um diese Glückskinder und ihren besonderen Chancenblick geht es in diesem Buch.”
Hermann Scherer
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Wer die 2. Fußball-Bundesliga verfolgt, hat sicherlich auch die Niederlage von der SpVgg Greuther Fürth gegen Düsseldorf mitbekommen. Gut, die Düsseldorfer sind seit einer gefühlten Ewigkeit ungeschlagen, doch jede Serie kann einmal reißen … Es ist daher mehr die Frage, wie Fürth verloren hat.
Wenn man gut gespielt und gekämpft, jedoch trotzdem verloren hat, dann hat man sein Bestes gegeben und die anderen waren einfach besser. Gute und bessere Leistung muss man anerkennen, nur so kann man sich auf Dauer weiter entwickeln. Was hat demnach bei diesem Spiel gefehlt?
Häufig wird Sportlern mangelnde Einstellung vorgeworfen, dies ist die einfachste Variante! Denn Sportler wollen immer gewinnen, nur wenn es weniger gut läuft, fehlen sehr oft sportliche und mentale Fähigkeiten. Der Trainer von der SpVgg Fürth, Mike Büskens hat in dem Zeitungsartikel der Nürnberger Nachrichten | Kurt Heidingsfelder | vom 29.11.2011 “Zweifel an der mentalen Stärke” geäußert.
Diese Aussage ist an sich nichts neues, doch dass der Sportler für seine eigene Charakterschulung als Berufssportler verantwortlich ist, finde ich bemerkenswert. Es reicht also nicht mehr aus, sportlich besser zu sein als andere, sondern man muss auch mental fit im Kopf sein …
Wer also Spiele gewinnen will, muss sich seinen eigenen sportlichen und mentalen Schwächen stellen, um daraus zu lernen und besser zu werden. Ein weiterer Satz aus diesem Artikel finde ich sehr treffend … “Du musst so ein Spiel gedanklich annehmen …”, d.h. egal ob Aufstiegs- oder Abstiegskampf, die Situation ist so wie sie ist!
Doch dieses “Annehmen” ist der Knackpunkt bei vielen Sportlern. Was passiert? Der Fokus ist plötzlich nicht mehr auf das “wichtige” Spiel gerichtet, sondern auf die Konsequenzen. Dann heißt es immer so schön, die spielerische Leichtigkeit ist abhandengekommen. Und eine häufige Konsequenz ist Angst. Und diese Angst frisst Seele oder die Leichtigkeit auf …
Mal ehrlich …
- Setzt du dich mit deinen sportlichen Ängsten auseinander?
- Wie locker bist vor einem wichtigen Spiel?
- Freust du dich auf dem Wettkampf, oder machst du dir vor Angst in die Hose?
- Welche mentalen Strategien hast du für dich entwickelt, die dir in schwierigen Situationen weiterhelfen?
- Und, und, und …
Ich kenne viele Sportler, die ihrer Angst lieber aus dem Weg gehen, als dass sie sich den eigenen Dämonen stellen. Die Folge davon ist, dass häufig die vorhandene Leistung nicht abgerufen werden kann. Schade, oder?
Wie mental FIT im Kopf bist DU?
Mentales Coaching im Sport wie soll das gehen? Geht! Und doch stellt sich natürlich hier die Frage, WIE? Vergesst die Couch (passt nicht in mein Auto) … Sondern seht mentales Coaching eher als Begleitung eines Weges und diesen Weg bestimmt einzig und allein DU!
Wie kann so ein mentales Coaching aussehen?
- Bestandsaufnahme => Wo brennt´s?
- Ziel => Wie hättest Du es gerne?
- Weg => Wie kommst Du zum Ziel?
- Ziel-Check => Ziel erreicht oder fehlt noch was?
Eigentlich ganz einfach, oder? Anstatt ein “Haupt-Thema” zu definieren und das konsequent zu “bearbeiten”, verzetteln sich viele Sportler in der Masse der Probleme. Doch damit dies nicht passiert, gibt es z.B. den Mental Coach. Bei einer guten und erfolgreichen Zusammenarbeit sorgt er dafür, dass Du am “Ball bleibst”.
Die Basis hierfür ist vorab immer eine neutrale Bestandsaufnahme, um die wirklich wichtigen Themen herauszufiltern. Es hilft wenig fünf Dinge auf einmal verändern zu wollen, d.h. das “Brenn-Thema” herausfinden und konsequent mit kleinen Schritten zum Positiven verändern.
Wie Veränderungsschritte aussehen? Die sind so vielfältig wie die Sportler und die Möglichkeiten im Coaching. Wichtig ist, es muss für den Sportler passen und sofort umsetzbar sein. Interessant dabei ist, dass kleine Veränderungen häufig auch andere Änderungen nach sich ziehen. Der Stein kommt sozusagen ins Rollen …
Wer für sich selbst schon einmal anfangen möchte, der macht hierzu eine Wahrnehmungsübung, d.h. sich selbst bewusst im Training beobachten:
- Wann werde ich nervös?
- Wann genau bin ich frustriert?
- Was klappt bereits automatisch gut im Training?
- Wie gehe ich mit Frustration um?
- Wann genau mache ich Fehler?
- Und, und, und …
Hier geht es weniger um eine Bewertung, sondern ausschließlich darum, zu erkennen, wann und wo es anfängt “schwierig” für einen selber zu werden. Wichtig dabei ist, “wahrzunehmen ohne selbst zu kommentieren”. Vielen Sportler wird nach so einer Übung erst einmal bewusst mit welchen mentalen Themen sie sich im Unterbewusstsein “rum ärgern”.
Dieses neue Bewusstsein kann der Start in eine erfolgreiche Veränderung des eigenen Denkens werden. Denn nur wer sich selbst über sein eigenes TUN bewusst ist, kann anfangen ungeliebte Verhaltensweisen zu verändern.
Daher immer locker am Ball bleiben …
Als Coach ist man immer auf der Suche nach neuen Ideen und Anregungen. Schließlich kann man das Rad auch nicht neu erfinden und letztendlich ist alles schon mal dagewesen. Es ist nur die Frage, ob man dann genau zu diesem Zeitpunkt das Buch, die CD, den Film wahrgenommen hat oder der Fokus auf andere Dinge gerichtet hatte. Daher ist es immer gut ein “Werkzeug” in die Hand zu bekommen, dass an einem ab und zu wieder an Themen erinnert oder wo man nachsehen kann … “Was schlagen andere zu diesem Thema” vor?!
Ich greife hier gerne auf “My PocketCoach Mental” zurück. Das sind 100 Karten zu vielen mentalen Themen im Sport, wie
- Mentale Wettkampfvorbereitung
- Motivation
- Umgang mit Stressfaktoren
- Visualisieren
- Emotionen & Gedanken
- Konzentration
- Regeneration & Entspannung
Diese Karten haben ein Loch und können mit einem Band und einem Karabinerhaken durch die Lande z.B. in der Sporttasche transportiert werden.
Ich finde diese Karten insbesondere für Kinder und Jugendliche Klasse. Denn viele Kinder und Jugendliche wissen häufig nicht mit den unterschiedlichen “Stressfaktoren” umzugehen. Da würde es super gut helfen, die unterschiedlichen Themen anzusprechen und den Kids mit “My PocketCoach Mental” an die Hand zu geben. So lernen sie mit einem einfachen Werkzeug Lösungen für Ihre akuten Themen zu suchen.
Übrigen, dass gilt natürlich auch für uns Erwachsene …
My Pocket Coach Mental, Trainingskarten
von Nittinger, Nina;
100 Trainingskarten. Schlüsselband mit Karabinerhaken zum Umhängen der Karten. Tipps und Übungen zur Verbesserung der mentalen Stärke. Die richtigen Tipps zur richtigen Zeit. 100 Ktn. 16,5 cm 565g in einer Box
Verlag: Neuer Sportverlag / Neuer Kunstverlag
ISBN 978-3-938023-57-0
Preis: 29,90 €
Kurzbeschreibung
My-Pocket-Coach ist das ultimative Tool für Athleten und Trainer, um die mentale Stärke im Training und bei Wettkämpfen gezielt zu verbessern. Athleten treffen während ihrer Laufbahn auf viele schwierige Situationen und entscheidende Momente, mit denen sie richtig umgehen müssen. Mentale Stärke spielt eine enorm wichtige Rolle, um die sportliche Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen bzw. sie aufrecht erhalten zu können. Mit My-Pocket-Coach Mental können Athleten sich schnell wichtige Kenntnisse aus dem mentalen Bereich aneignen. Praktische Übungen helfen, die mentale Stärke gezielt aufzubauen. Im Training oder unterwegs zu Wettkämpfen gibt My-Pocket-Coach immer die richtigen Tipps für entscheidende Momente. Einfach eine individuelle Auswahl an Trainingskarten zusammenstellen, an das Schlüsselband hängen und los geht´s!
Hier gleich bei www.seko-online.de die Trainingskarten “My Pocket Coach Mental“ (einfach auf Satz oder SEKO-Logo klicken) bestellen:
Die Literatur über Gehirnforschung hat die letzten Jahre enorm zugenommen. Es gibt viele interessante Bücher über dieses Thema. Doch dieses Buch ist für mich mit Abstand das Beste! Denn es beschreibt sehr strukturiert und vor allem verständlich unsere Art und Weise wie wir denken und “ticken”. Nach dieser Lektüre wird einem dann so manches klarer … Und in so mancher Zeile findet man sich selbst wieder, so dass zu den vielen AHA-Erlebnissen auch viele “Schmunzel-Momente” hinzukommen.
Change! Bewegung im Kopf
Ihr Gehirn wird so, wie Sie es benutzen
von Constantin Sander
Verlag: 2010 BusinessVillage
ISBN-13: 978-3-86980-013-4
Preis: 24,80 €
Kurzbeschreibung
Barack Obamas Motto Change hat Menschen angespornt und elektrisiert. Aber wie geht eigentlich Veränderung? Reichen positives Denken, den inneren Schweinehund bekämpfen und ein Motivationstraining als Schlüssel zur Veränderung aus?
Wir laufen meist noch völlig untauglichen Vorstellungen von Wahrnehmung, Lernen und Motivation hinterher. Entscheidungsprozesse in unserem Kopf funktionieren anders, als wir denken. Der Bauch dominiert den Kopf – der rational gesteuerte Homo oeconomicus ist ein Mythos vergangener Zeiten.
Veränderung kann nur gelingen, wenn wir die Grundlagen unseres Verhaltens verstehen und als Ressource nutzen. Denn das Potential, über uns selbst hinaus zu wachsen und etwas zu verändern, ist uns angeboren wir müssen es nur nutzen.
Leicht verständlich und unterhaltsam belegt Dr. Constantin Sander anhand neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Neuropsychologie und Biologie wie Veränderungsprozesse in der Praxis funktionieren.
Nähere Informationen zu Constantin Sander unter www.mind-steps.de
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Als Coach weiß man ja für gewöhnlich, wie es besser zu machen wäre … Oder? Dennoch vermag es eine gehörige Portion Überzeugungskunst, damit der eine oder andere Sportler überhaupt anfängt über seine “mentale Stärke” oder Schwäche nachzudenken. In der Zusammenarbeit mit einem Einzelsportler ist dies ja kein Problem, denn entweder macht dieser mit oder eben nicht.
In einem Team dagegen ist es schon schwieriger. Die anfängliche Euphorie ist meistens hoch und “gepuscht” durch gemeinsame positive Erlebnisse, wie z.B. einem Trainingslager. Kehrt dagegen der sportliche Alltag wieder ein, so vergisst man sehr schnell und sehr gerne die Auseinandersetzung mit seiner eigenen mentalen Situation. Außerdem gibt es ja wichtigeres, wie Technik, Kondition und Taktik.
Stimmt, diese Bereiche sind nun mal die Grundlagen für den sportlichen Erfolg, jedoch der Kopf zwischen den Schultern gehört auch dazu. Wer in seinem Leben wirklich etwas verändern möchte, braucht Disziplin, Mut und die Offenheit etwas Neues auszuprobieren.
Das Leben ist in jeder Generation einfach oder schwierig, alles eine Frage der Betrachtung, doch was machen wir jeweils daraus? Keiner möchte den Krieg erleben, doch Millionen von Menschen erleben dies tagtäglich. Wir Menschen sind Naturkatastrophen, Hunger und Krankheit ausgesetzt und meistern die unterschiedlichsten Aufgaben mehr oder weniger und schaffen es irgendwie durch´s Leben zu kommen.
Im Gegensatz zu einer existenziellen Bedrohung sind unsere sportlich mentalen Probleme doch “nur” eine kleine Herausforderung und doch schaffen es nur wenige Sportler sich genau mit dieser Herausforderung “bewusst” auseinanderzusetzen und ein deutliches JA zur Veränderung und ein JA zu sich SELBST zu sagen.
Sicherlich ist es schwierig herauszufinden, welche “mentalen Tricks” passen zu einem und wie integriere ich mentales Training täglich in meinem Sportler Alltag. Hierzu gibt es keine 100 %igen Tipps, denn manchmal ist der Weg das Ziel. So wie sich Techniken und Materialen im Laufe der Zeit verändern, so verändern sich auch Gedanken und Situationen. Doch gerade darauf kommt es an!
Durch die Vielzahl von Möglichkeiten und Informationen sind wir mehr mit der Auswahl beschäftigt, anstatt mit dem TUN. Es könnte ja noch was Besseres kommen! Und das nächste Mal machen wir sowieso alles besser … JAWOHL! So vergeht die Zeit und wieder ist eine Saison vorbei. Eine Saison mit verpassten Möglichkeiten und vielleicht Chancen …
Doch gerade das Meistern von unterschiedlichen Situationen ist die “hohe mentale Kunst”. Ich als Sportler benötige eine Vorgehensweise, die es mir ermöglicht auf verschiedene Herausforderungen bewusst und nach meinen Möglichkeiten zu handeln. Dies kann gestern im Training anders sein als heute im Wettkampf, jedoch genau diese “Flexibilität im Denken” brauche ich um souverän mit meinen “Grübelspiralen” und negativen Gedanken umzugehen.
Dieser gelassene und positive Umgang hieß früher Erfahrung heutzutage nennt man das “mentale Stärke”. Und was stärkt unser Selbstvertrauen mehr, als eine Grübelspirale auf Dauer in eine Erfolgsspirale zu verwandeln?!
Geht DEINE Spirale nach oben oder unten?
Was für eine mentale Leistung!
Wer den Weitsprung-Wettbewerb bei der Europameisterschaft der Leichtathleten verfolgt hat, konnte eine Demonstration der “mentalen Stärke” erleben.
Christian Reif hatte einen schlechten Sprung und einen ungültigen Versuch, d.h. das er nur noch einen Versuch hatte, sich für den Endkampf zu qualifizieren. Der nächste Sprung entschied also über Weiterkommen oder nach Hause fahren. Welchen Druck musste nun Christian Reif “aushalten” und alle Welt schaut gebannt auf dem Bildschirm zu.
Er traf den Balken und sprang mit 8.27cm persönliche Bestleistung und auf Platz eins! Vorerst also Zwischenziel erreicht. Welche Gedanken ihm wohl vor dem Sprung durch den Kopf gingen?
Im Endkampf das gleiche Spiel nochmals … Vor dem dritten Versuch einen schlechten und einen ungültigen Versuch. Er MUSSTE also für das Finale im nächsten Sprung über 8m springen. “Hopp oder Topp” lautete daher die Devise. Das bedeutete wieder
- Konzentration
- Anlauf
- Sprung
Und?! Sensationelle 8,47m! Wieder persönliche Bestleistung und der Europameister-Titel 2010!
Was für eine Energieleistung und wie der Moderator sagte: “Er hat Nerven aus Stahl!” Oder er ist einfach gut auf diese Situation vorbereitet. Wenn man die Interviews von Christian Reif liest oder hört, so war er auch auf diese Situation mental vorbereitet. Er hat sich von einem Sportpsychologen coachen lassen, so dass er für sich genau wusste, was er in dieser “brenzligen” Situation zu tun hatte:
- für sich einen Tunnel aufbauen
- die äußeren Umstände ausblenden
- sich auf den nächsten Sprung konzentrieren
- sich seiner Stärken bewusst sein
- Abläufe visualisieren
- Selbst-Vertrauen in sich haben
- und los geht’s!
Gerade bei dieser Europameisterschaft in den technischen Disziplinen hat man das Visualisieren der Bewegungsabläufe von den Sportlern deutlich im Fernsehen gesehen. Eine Paradebeispiel waren z.B. die Hochspringerinnen, die vor Ihrem Sprung genau die Schritte nochmals im Kopf “durchgegangen” sind.
Ich weiß in diesem Augenblick genau was ich zu tun habe und mein Fokus ist einzig und allein auf meine nächste Aktion gerichtet … Nur dann kann ich meine Leistung abrufen, sprich “Gut sein, wenn´s drauf ankommt!”
Die letzten Monate haben gezeigt, dass gerade die Sportler erfolgreich waren, die sich mental auf ihren Wettkampf vorbereitet haben. Sicherlich gibt es Wettkämpfe, wo es weniger gut laufen kann, jedoch weiß man dann als Sportler sehr schnell, wo die Ursache war. Mit dieser Erkenntnis kann man sich immer wieder neu auf den nächsten Wettkampf und auf das Wesentliche fokussieren.
Also … Wann fängst DU an dich mental auf deinen nächsten Wettkampf vorzubereiten?
Soderla, jetzt ist es also öffentlich!
Durch die STERN-Ausgabe vom 22.07.2010 wissen wir …
Es gibt sie also die “mentale Kraft”! Und jetzt wird auch noch darüber geschrieben …
Klar, kann in so einem Magazin kein hochwissenschaftlicher Artikel veröffentlich werden, jedoch wird der breiten Öffentlichkeit sehr verständlich erklärt, um was es eigentlich bei dieser “mentalen Kraft” handelt.
Das Schöne an dem Artikel ist, das die Höhen und Tiefen einiger Sportler/innen sehr gut beschrieben sind. Und vor allem, das alle sich “mental” unterstützen lassen. Sicherlich ist die mentale Unterstützung für Einzelsportler mittlerweile von den meisten anerkannt und vor allem auch nachvollziehbar.
Jedoch wird dieses Thema häufig als Psycho-Kram abgetan und sich nicht länger damit beschäftigt. Doch gerade im Leistungsbereich, wo Technik und Kondition von jedem Sportler auf einem nahezu ähnlichen Level ist, entscheidet letztendlich der Wille über Niederlage oder Sieg.
Und jeder Sportler braucht bereits als Grundlage für den Erfolg, die mentale Kraft diszipliniert jeden Tag zu trainieren. Viele kennen dies z.B. auch bei der Einhaltung einer Diät. Doch eine Diät ist meistens zeitlich begrenzt, ein Sportler dagegen trainiert über Jahre hinweg.
Übrigens Mannschaftssportler haben einen minimalen Vorteil?! Eine schlechtere Leistung eines Einzelnen kann durch die Mannschaftsleistung ausgeglichen werden oder man wird durch den Trainer ausgewechselt und ein anderer kann sein “Glück” im Spiel versuchen. Jedoch stehe ich hier wiederum anders im Fokus. Wenn ich schlecht spiele kann ich mir durchaus den Unmut meiner Mitspieler zuziehen, d.h. ich muss mit meiner eigenen schlechten Leistung klar kommen und mit meinen Mannschaftskollegen ….
In dem STERN-Artikel ist daher gut beschrieben … ich muss fähig sein zum richtigen Zeitpunkt meine Leistung abrufen zu können, das macht “mentale Kraft und Stärke” aus. Darum geht es! Nicht mehr und nicht weniger!
Ich hoffe, dass durch diesen Artikel einige Sportler aufgewacht sind oder endlich Mut beweisen, das man im Leben vieles selber schaffen kann, jedoch nicht alles. Erfolg setzt immer mit Neugier, Arbeit, Disziplin und Mut voraus, das bedeutet auch einmal andere “mentale Wege” zu gehen und sei es mit einem Coach …
It´s time to change!
Viel Spaß und Erfolg!
War das ein Auftaktspiel zwischen Roger Federer und Alejandro Falla in Wimbledon?! Federer lag eigentlich bereits aussichtslos zurück und kämpfte sich wieder an einen Sieg heran. Falla hatte mehrere Matchbälle, aber wie der Kommentator so schön meinte … “Anscheinend hat Falla Angst vor dem Siegen!”.
Man kann sich nun ausmalen, dass natürlich Federer das Spiel letztendlich gewann und sogar im 5 Satz mit 6:0 haushoch überlegen. Falla wird sich wahrscheinlich furchtbar darüber ärgern, dass er es nicht geschafft hat, Ruhe zu bewahren und den “Sack zuzumachen!”.
Was ist geschehen? Eigentlich nur das der Underdog Alejandro Falla die Möglichkeit hatte den überragenden Roger Federer in Wimbledon zu schlagen. Welche Gedanken hatte wohl Falla in diesem Moment?
“Oh Gott, ich kann jetzt den großen Federer schlagen” oder “Jetzt packe ich ihn!” Ich persönlich tippe auf die erstere Variante! Die ersten zwei Sätze spielst du einfach runter und freust dich, dass du den Gegner unter Druck setzen kannst. Doch wenn dein Spiel so gut ist, dass du auch überraschender Weise führst und siegen kannst, schwenkt die Leichtigkeit des Spiels plötzlich in “absolutem Druck” um.
Für Federer war die Situation einfacher?! Er hat die letzten Monate weniger gut gespielt und kannte daher die Situation mit diesem Druck des “Nicht-Verlierens” bereits. Außerdem ist Federer für seine große mentale Stärke bekannt, so dass er “einfach” sein Spiel weiter durchgezogen hat, um dadurch im entscheidenden Moment seine Erfahrung und sein Können abrufen zu können.
Mentale Stärke ist im entscheidenden Moment seine
- Technik
- Erfahrung
- Kondition
auszuspielen, um dadurch seinen Gegner unter Druck zu setzen. In solchen schwierigen Situationen hilft es wenig mit seinem Schicksal zu hadern, sondern hier muss man BEWUSST seine Stärken abrufen können. Dieses Abrufen von seinen eigenen Stärken unterscheidet einen guten Sportler von einem sehr guten erfolgreichen Sportler.
Sicherlich gelingt dies nicht bei jedem Match, denn man muss auch die Stärken seines Gegner anerkennen. Bei dem Spiel Federer gegen Falla hat nicht der bessere Spieler gewonnen, denn dies war eindeutig bis zum Ende des dritten Satzes Falla. Bei diesem Spiel hat eindeutig der mental besser vorbereitete und erfahrene Federer gewonnen …
Was lernen wir daraus? Das die sehr alte Erkenntnis immer wieder bestätigt wird:
“Gewonnen wird im Kopf!”
PS: Roger Federer und Alejandro Falla haben ihr Match schon gespielt, jedoch der Amerikaner John Isner und der Franzose Nicolas Mahut schreiben gerade mit dem längsten Spiel in Wimbledon Geschichte … Mehr dazu unter www.dnews.de
Jedes Jahr findet im Nürnberger Land der so genannte “Nürnberger Landkreislauf”. Dieser Lauf beinhaltet 10 Etappen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Längen. Und wird jedes Jahr in einer anderen Region im Nürnberger Land ausgetragen. Und wir waren dabei! Wir? Meine Familie/Verwandtschaft und deren Freunde meinten doch, dass wir alle da mal mitmachen könnten …
Und wie das halt nun mal so ist! Trotz vehementen Verweigerns meinerseits, das ich mitlaufen möchte (weil ich läuferisch nicht trainiert hatte), lief ich gestern die so genannte Königsetappe.
Normalerweise sollte sich jeder ambitionierte Läufer auf seine Strecke vorbereiten!
Das bedeutet …
- Wie ist das Streckenprofil
- Wie muss ich meine Kraft einteilen
- Wo kann ich ggf. “Gas geben”
- Brauche ich unterwegs Verpflegung, wenn ja was
- Welches Wetter ist voraussichtlich zu erwarten, was für Kleidung brauche ich demzufolge
- Wo ist der Start, wie komme ich entspannt dort hin
- Und und und …
Ich habe mich in diesem Lauf “bewusst” mit dem Streckenprofil nicht auseinandergesetzt, da ich wusste es kommen zwei längere Steigungen auf mich zu und egal wie ich es drehe und wende, ich war körperlich nicht darauf vorbereitet! Ergo, habe ich mich wieder einmal mental auf diese neue Situation eingestellt.
Was macht man nun in solch´ einer Situation? Und wie stellt man sich dieser Herausforderung? Vorab habe ich mir überlegt, was sind meine Stärken?
- Ich laufe gerne Berge und Steigungen
- Ich kann mich quälen, auch über einen längeren Zeitraum
- Ich habe Erfahrung in Lauf-Wettkämpfen, d.h. z.B. wenn alle am Start davonrennen, kann ich entspannt mein Tempo laufen und verfalle nicht in Panik, dass ich zu langsam bin
- Ich kann mich selbst motivieren, wenn es mal nicht so läuft
- Ich kenne mein Ziel! Einfach “nur” ankommen, wenn es möglich ist nicht als Letzte …
- und ich kann kämpfen!
Meine größte Herausforderung am Anfang, war die Auswahl der Kleidung! Es war zwar trocken, jedoch sehr windig und dadurch verdammt kalt. Ich werde nie verstehen, wie man bei so einem Wetter “kurz” laufen kann … Nach dem Petrus ein Einsehen hatte, wurde zumindest der kalte Wind etwas weniger und um 13:50 Uhr ging es dann von Günthersbühl los.
Wie üblich rennen alle am Start dann erstmal wie verrückt los! Ich verlor sofort den Anschluss, habe mich jedoch wenig davon irritieren lassen, frei nach dem Motto: “Einige werde ich sowieso im Laufe der Strecke überholen …” Dann ging es sofort den Berg hinunter. Eine für den Anfang eher unangenehme Situation, da ich bewusst auf das “Aufwärmen” (Kraft sparen * Grins) verzichtet habe und somit meine Muskeln etwas irritiert waren. Das Feld zog sich sofort auseinander und nach dem “Abstieg” ging es sofort “serventinenartig” zum Nuschelberg nach oben. Ich war – zugegebenermaßen – wenig begeistert davon, denn ich musste sofort in meinem Kopf auf “Berglauf” umschalten, d.h. Rhythmus finden, Umfeld ausschalten, Fokus auf das Laufen richten, frei nach dem Motto: “Augen zu und durch!” Oben angekommen und einige Mitläufer überholt, rang ich nach Luft und kontrollierte mit Sorge meinen Puls, doch der war für diese Anstrengung völlig im grünen Bereich! Erste Hürde gepackt und weiter geht’s …
Dann gings durch Nuschelberg durch und ich begann meinen Atem zu kontrollieren, so das ich nicht in den Übersäuerungsbereich kam. Leider hatten hier einige Läufer weniger Glück, denn der eine oder andere Läufer hatte bereits Krämpfe oder ging bereits statt zu laufen. Auch fand ich es sehr spannend, dass insbesondere die Männer, wenn sie nicht mehr konnten, dann gegangen sind, um danach für ein gewisses Stück wieder zu rennen. Auch eine Lauf-Technik!
Nach Nuschelberg ging es also durch Wald und Wiese nach Veldershof. Leider stehen ja bei so einem Lauf nicht tausende Menschen am Wegesrand klatschen und motivieren einen, wie z.B. beim Berlin-Marathon. Ich finde es daher toll, wenn dennoch “wildfremde” Menschen klatschen und einem aufmunternde Worte zurufen. Dankeschön!!!
In Veldershof ging es mir dann kurzzeitig nicht so gut, denn die für mich ungewöhnliche Anstrengung machte sich in meinen Beinen bemerkbar. Es zwickte hier, es zwickte dort und eine Steigung stand mir noch bevor. Ich hatte plötzlich Durst auf Cola und das ist ein ungutes Zeichen für Unterzuckerung. Für gewöhnlich braucht man bei einem Lauf unter 1h Stunde keine Verpflegung mitnehmen, aber hier hätte mir ein “Zuckerli” wohl gut getan. Umso positiver war ich dann überrascht, das es vor der nächsten Steigung einen “Wasser-Stand” gab. Sprich besser als nix! Also erstmal Wasser über die Birne schütten und dann Wasser beim Laufen trinken. Schon mal probiert? Einer der ersten Lektionen bei der Vorbereitung für einen Marathon ist, während des Laufens Essen und Trinken zu lernen. Kein leichtes Unterfangen! Viele bleiben bei den Versorgungsstationen stehen, ich kann das nicht, da ich dann meinen Rhythmus unterbreche und mich sehr schwer tue wieder rein zu kommen.
Also letzter “Berg” vor Simonshofen und dem Ziel. Diese Steigung hatte es in sich: Feldweg, Matsch, Schotter und das Gefühl, dass der Weg kein Ende hatte. Dann hatte ich noch Läufer im Nacken und auch hier hilft mir wieder das “Fokussieren”. Schritt für Schritt setzen, Umgebung ausblenden und den Blick auf das Ziel richten. Wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre, hätte ich mich selber lautstark angefeuert, so habe ich mir in meinen Gedanken selber Mut zugesprochen. Irgendwann kamen wir dann oben an und Simonshofen war erreicht. Ich dachte mir verdammt, wie lange ist es noch? Und ließ zwei Läufer in einem engen Stück vorbei. Nachdem ein Streckenposten uns aufmunternd zugerufen hat, “Ihr habt es glei gschafft!”, dachte ich mir: “Verdammt, wieso habe ich die zwei vorbeigelassen?” Also Fokussierung gewechselt, Turbo eingeschaltet und Tempo erhöht, denn das Ziel war wirklich in Sicht. Im Laufschritt mit Endspurt nochmals alles gegeben und nach 6,7km in ca. 39min ins Ziel gekommen.
Von der Platzierung war ich im hinteren Bereich, aber das störte mich nur Rande und meinem persönlichen “Leistungs-Ego”. Was für mich jedoch viel, viel wichtiger war, ist die Tatsache, das ich mir das Rennen, trotz keinerlei Vorbereitung, so eingeteilt habe, das ich gut durchgekommen bin. Das ich zu jeder Phase des Rennens “MENTAL” auf der Höhe war und somit rechtzeitig auf Schwächephasen reagieren konnte. Sicherlich mag dies zu großem Teil an meiner sportlichen Erfahrung liegen. Jedoch der Umgang mit diesen “mentalen Up and Downs” musste ich auch erst lernen!
Diesen Lauf habe ich für mich im Kopf gewonnen und dem Wissen meiner PERSÖNLICHEN STÄRKEN! Sicherlich hat mir hierzu meine gute körperliche Verfassung geholfen, denn wenn die Basis nicht vorhanden ist, kann man auch mental keinen “Blumentopf” gewinnen.
Und was tust Du für Deine MENTALE STÄRKE?
Nähere Informationen über den 11. Nürnberger Landkreislauf:
http://www.laufkultur.de von Dieter Ulbricht
http://www.landkreislauf.de



