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Bild talentschmiede.info * Artikel Nach der Saison ist vor der Saison!Für viele Sportarten ging und geht jetzt die Saison zur Neige und jetzt ist die “große Zeit” der Wechsel, der neuen Chancen und für so manchen Sportler der Moment seine aktive Laufbahn zu beenden…

Wer über Jahre hinweg erfolgreich Leistungssport “betreibt”, der steht immer wieder vor der großen Herausforderung sich für die neue Saison zu begeistern, egal ob Einzel- oder Mannschaftssportler. In jungen Jahren ist man noch voller Euphorie und Neugier dabei, später wenn man etwas älter wird, weiß man welche “Qualen” auf einen in der Vorbereitung zukommen.

Um nun gut vorbereitet in die Saison zu starten, ist bekanntlich eine gute körperliche Verfassung nötig. Was jedoch viele Sportler immer wieder gerne vergessen, ist die Tatsache, dass auch “mentales Training” dazu gehört. Dieses mentale Training – in welcher Form auch immer – gewinnt die letzten Jahre immer mehr an Bedeutung. So werden sogenannte Teambuildings-Maßnahmen gerne als Sport Mental Training “verkauft”.

Doch “Mental Training” ist weitaus mehr… Und beginnt immer beim Sportler selbst, auch in einer Mannschaft-Sportart. Wer sich demnach auf eine neue Saison auch mental vorbereiten möchte, der sollte sich vorher über verschiedene Fragen “klar” werden…

  • Welche Ziele habe ich in der neuen Saison?
  • Wie motiviere ich mich für das Training und/oder für den Wettkampf?
  • Bin ich bereit “ALLES” für dieses zu tun?
  • An welchen “Hürden” scheitere ich immer wieder?
  • Bei welchem Gegner habe ich heute schon Versagensängste?
  • Habe ich ein Umfeld (Verein/Trainer/Betreuer/medizinische Abteilung, Freundeskreis, Familie, usw.), das mich optimal unterstützt?
  • Was würde sich ändern, wenn ich Erfolg hätte?
  • Wie gehe ich mit Niederlagen und Rückschlägen um?
  • Habe ich einen “mentalen Notfallkoffer” für Wettkämpfe, wo es mal nicht so läuft?
  • Mit welcher Strategie gehe ich in einen Wettkampf?
  • Was möchte/muss sich für mich in der neuen Saison ändern? Was kann ich dafür SELBST tun?

und und und…

Jeder Sportler, der sich diese Fragen stellt, weiß natürlich sofort eine Antwort darauf. Die Frage ist nur, ist diese Antwort auch wirklich synchron mit dem eigenen Unterbewusstsein, mit dem Umfeld, oder haben sich die Antworten “halt so im Laufe des Sportlers-Leben” ergeben?

Wer erfolgreiche Sportler über ihren Erfolg befragt, der wird feststellen, dass sie nichts aber auch gar nichts dem Zufall überlassen haben. Und wenn es trotzdem mal schief gelaufen ist, immer einen Notfallplan in der Sporttasche hatten mit dieser negativen Situation umzugehen.

Und wie bereitest Du Dich für die neue Saison vor?

Motiv oder Ausrede * Bild commov.deDie Bundesliga-Saison sortiert sicher gerade und es ist eine Tendenz der jeweiligen Mannschaften erkennbar. Der FC Bayern hat sich an der Tabellenspitze gefestigt und die anderen Mannschaften mehr oder weniger dahinter erfolgreich einsortiert. Es gibt Überraschungsteams wie Borussia Mönchengladbach und mögliche Absteiger, wie der 1. FC Augsburg.

Letztendlich ist alles eine Frage des Budgets und vor allem der personellen Möglichkeiten. Und doch, Geld und Können reichen heutzutage nicht mehr aus, um erfolgreich sein Ziel umzusetzen. Egal in welcher Sportart und egal in welcher Liga mit oder ohne finanziellen Mitteln.

Hinzukommt häufig die unterschiedliche Zieldefinierung, wie

  • Nicht absteigen => wir kennen das doch mit dem nicht nicht, oder?
  • Vorne mitspielen => was ist bitte vorne?
  • Wir wollen 40 Punkte erreichen, ok was passiert wenn nicht und wenn ja, dann?
  • Und, und, und …

Jeder Sportler hat seine persönliche Art und Weise Ziele zu definieren, um daraus auch seine Motivation abzuleiten. Für den einen sind Punkt-Vorgaben zu abstrakt für den anderen das Maß aller Dinge. Daher ist es so wichtig ein gemeinsames Ziel zu definieren, aber noch wichtiger ist es, die passende Sprache und das passende Bild für JEDEN einzelnen Spieler zu finden.

Viele denken es ist damit abgetan ein Ziel zu definieren, wie z.B. “Aufstieg”, für manchen Sportler bedeutet dies Druck für Andere Ansporn. Bei Punktevorgaben kann dies ebenso differenzierte Empfindungen auslösen. Daher sollte man sich genau überlegen, welches Ziel man wie vor der Saison ausgibt.

Im Übrigen … Sicherlich können Ziele während einer Saison – sei es positiv oder negativ – korrigiert werden, doch sind wir ehrlich! Es muss realistisch bleiben, oder? Keiner würde z.B. bei Bayern München auf die Idee kommen, das Ziel mit “zu Null” Meister zu werden, selbst mit so einem großen kompetenten Kader.

Damit wir uns hier richtig verstehen! Es geht hier weniger um Ausreden, sondern eher um eine lösungsorientierte zeitnahe Blickrichtung, d.h. der Fokus liegt auf dem nächsten Wettkampf. Gerade für weniger erfolgreiche Mannschaften ist häufig das Ziel am Anfang einer Saison so weit weg, dass eine Identifikation nur schwer gelingt.

Wenn ich 4/6 Punkte auf dem Konto habe und noch 36 Punkte vor mir habe, dann kann das ggf. im Unterbewusstsein Stress oder Unsicherheit auslösen. Dies betrifft insbesondere Mannschaften die abgestiegen sind und sofort wieder aufsteigen wollen. Wenn dann noch negative Erfahrungen in Form von Niederlagen hinzukommen, können plötzlich Ziele wie Seifenblasen zerplatzen …

Daher ist es vor einer Saison wichtig ein Ziel mit Zwischenzielen genau zu definieren. Die Basis hierfür ist das individuelle persönliche Motiv eines jeden Sportlers in Verbindung mit dem gemeinsamen Mannschaftsziel. Nur wenn jeder einzelne Sportler sich seiner Eigen-Motivation bewusst ist, kann er seinen Teil zum Mannschaftserfolg beitragen.

Häufig wird jedoch der andere Weg gewählt, d.h. es wird ein Ziel von “oben herab” festgelegt und alle anderen müssen motiviert sein. Dies ist in keinerlei Weise verpflichtend für den Sportler, sondern eher die Basis für Ausreden.

Hast du ein Motiv oder eine Ausrede!

Zielsetzungen von Einzelsportlern und Teams dienen der Orientierung und sind somit Antreiber bzw. Motivator für jeden Einzelnen, sie unterstützen die Sinnhaftigkeit des Tuns.
Damit die Zielsetzung auch eine anziehende Wirkung entfaltet, sollten die Grundsätze der Zielsetzung beachtet werden:

S selbsterreichend
M motivierend
A attraktiv
R realistisch
T terminierend

Die Formulierung des Ziels sollte sehr genau und positiv erfolgen, dabei ist vorher möglichst eine Stärken- und Schwächenanalyse sowie Werteanalyse durchzuführen, weiter sind etwaige Unwegbarkeiten und Widerstände zu berücksichtigen und einzuarbeiten.

Es werden Prozess- und Ergebnisziele unterschieden; neben dem Ergebnisziel für ein Team sollte ein Prozessziel mit jedem einzelnen Spieler erarbeitet werden:
Ergebnisziel: “Wir werden am Ende der Saison unter den ersten 3 der Liga stehen.”

Prozessziel: “Ich werde an meinem Abwehrverhalten arbeiten.”
=>  zu ungenau formuliert
Verhalten: Was genau wirst Du tun? ”
=> Ich werde zupacken, den Gegner festmachen, lockerer stehen …, ich werde aktiver sein ….”

Die mentale Unterstützung der Zielrealisierung liegt jetzt darin, das Zielerreichen zu erleben, dass heißt, sich die Zielerreichung vorzustellen und nachzufühlen, dieses Erleben stärkt die Anziehungskraft, wirkt motivierend und anziehend.

Übung:
Einen Punkt / Linie für den Start (heute) und für das Ziel (z.B. Saisonende)
Markieren, anschließend mit dem Team auf das Ziel zugehen sowie in das Ziel Hineingehen, es vorab erleben.

Hierbei können Erkenntnisse auftauchen, wie z.B. was zur Zielverwirklichung noch zu beachten ist oder welche unterstützenden Maßnahmen auf dem Weg in das Ziel noch erforderlich sind.

Durch die Übung, soll bewirkt werden, dass sich beim Sportler ein Zielbild oder auch ein Zielsatz im Kopf entwickelt, der zukünftig als Antreiber und Motivator fungiert.

Vielleicht bewirkt die Übung aber auch, dass das Team eine gemeinsame Zielformulierung entwickelt und wie unsere Handball-Weltmeister sich vorab ein T-Shirt für die Trainingseinheiten bedrucken lässt mit dem Zielsatz: “Projekt Gold 2007″.

Die Zielsetzung sollte in bestimmten Abständen überprüft und analysiert werden um evtl. auch Zwischenziele zu entwickeln oder aber bereits erreichte “Meilensteine” auf dem Weg in das Ziel zu verdeutlichen und als weitere Motivation zu nutzen.

Eine Zielsetzung soll als sogenannte Leitlinie für das Handeln dienen, sie ist jederzeit veränderbar, um flexibel auf die Umstände reagieren zu können, anstatt das Ziel mit der Brechstange zu verfehlen und De-Motivation zu erreichen.

Eine weitere Übung für die Auseinandersetzung mit Zielen ist auch die sogenannte “Reporter-Übung”. Hier lässt der Trainer den Spieler vor Saisonbeginn einen Bericht über den Saisonverlauf und seine Leistungen, die er in der Saison erbringen will, schreiben. Dieser Bericht kann für ein evtl. zu führendes Zielgespräch sehr hilfreich sein.

“Ein Ziel ist die schönste Art neue Wege auf seiner persönlichen Landkarte zu zeichnen!”

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