Artikel-Schlagworte: „Strategie“
Für viele Sportarten ging und geht jetzt die Saison zur Neige und jetzt ist die “große Zeit” der Wechsel, der neuen Chancen und für so manchen Sportler der Moment seine aktive Laufbahn zu beenden…
Wer über Jahre hinweg erfolgreich Leistungssport “betreibt”, der steht immer wieder vor der großen Herausforderung sich für die neue Saison zu begeistern, egal ob Einzel- oder Mannschaftssportler. In jungen Jahren ist man noch voller Euphorie und Neugier dabei, später wenn man etwas älter wird, weiß man welche “Qualen” auf einen in der Vorbereitung zukommen.
Um nun gut vorbereitet in die Saison zu starten, ist bekanntlich eine gute körperliche Verfassung nötig. Was jedoch viele Sportler immer wieder gerne vergessen, ist die Tatsache, dass auch “mentales Training” dazu gehört. Dieses mentale Training – in welcher Form auch immer – gewinnt die letzten Jahre immer mehr an Bedeutung. So werden sogenannte Teambuildings-Maßnahmen gerne als Sport Mental Training “verkauft”.
Doch “Mental Training” ist weitaus mehr… Und beginnt immer beim Sportler selbst, auch in einer Mannschaft-Sportart. Wer sich demnach auf eine neue Saison auch mental vorbereiten möchte, der sollte sich vorher über verschiedene Fragen “klar” werden…
- Welche Ziele habe ich in der neuen Saison?
- Wie motiviere ich mich für das Training und/oder für den Wettkampf?
- Bin ich bereit “ALLES” für dieses zu tun?
- An welchen “Hürden” scheitere ich immer wieder?
- Bei welchem Gegner habe ich heute schon Versagensängste?
- Habe ich ein Umfeld (Verein/Trainer/Betreuer/medizinische Abteilung, Freundeskreis, Familie, usw.), das mich optimal unterstützt?
- Was würde sich ändern, wenn ich Erfolg hätte?
- Wie gehe ich mit Niederlagen und Rückschlägen um?
- Habe ich einen “mentalen Notfallkoffer” für Wettkämpfe, wo es mal nicht so läuft?
- Mit welcher Strategie gehe ich in einen Wettkampf?
- Was möchte/muss sich für mich in der neuen Saison ändern? Was kann ich dafür SELBST tun?
und und und…
Jeder Sportler, der sich diese Fragen stellt, weiß natürlich sofort eine Antwort darauf. Die Frage ist nur, ist diese Antwort auch wirklich synchron mit dem eigenen Unterbewusstsein, mit dem Umfeld, oder haben sich die Antworten “halt so im Laufe des Sportlers-Leben” ergeben?
Wer erfolgreiche Sportler über ihren Erfolg befragt, der wird feststellen, dass sie nichts aber auch gar nichts dem Zufall überlassen haben. Und wenn es trotzdem mal schief gelaufen ist, immer einen Notfallplan in der Sporttasche hatten mit dieser negativen Situation umzugehen.
Und wie bereitest Du Dich für die neue Saison vor?
Wer vorne spielt gewinnt knappe Spiele und wer hinten in der Tabelle steht verliert diese … Wir alle kennen diese Weisheiten, es werden klare Chance als möglicher Abstiegskandidat regelrecht “versemmelt” und bei einem vorderen Tabellenplatz knappe Spiele mit “Dusel” gewonnen. Denken wir an die berühmt berüchtigten Pokalspiele, in denen so genannte “Underdogs” höherklassige Teams ärgern und manchmal sogar gewinnen, frei nach dem Motto: “Nur nicht verlieren!”
Bei Einzelsportlern ist der “ritualisierte Glaube” noch stärker verankert. Da trägt man nur die “einen Socken”, isst immer nur Nudeln vor dem Wettkampf, schaut am Vorabend den Film “ROCKY” an, benutzt nur bestimmte Unterwäsche, hat immer sein Maskottchen dabei und und und … Jeder kennt seinen persönlichen “Aberglauben” vor dem Wettkampf. Jedoch von welchem Glaubenssatz wird der Sportler letztendlich im entscheidenden Moment beherrscht und entscheidet demzufolge über Sieg oder Niederlage? “Das schaffe ich nie!” oder “Klar, das schaffe ich!”
Ein Glaubenssatz ist ein gedanklicher Stock, ein Geländer, an dem man sich festhält und nach dem man bewusst oder unbewusst handelt. “Beim letzten Wettkampf hat es doch funktioniert, also funktioniert es auch heute!” Wer sich auf dieses “Gedankenspiel” einlässt hat auf Dauer verloren, denn z.B. besondere Socken können die notwendige Taktikumstellung auf dem Spielfeld wenig beeinflussen, vielleicht kann ich damit schneller laufen, weil ich mich wohler fühle, mehr jedoch leider nicht. Oder kennt jemand Taktiksocken?
Viel wichtiger ist der Fokus auf die persönliche Gesamteinstellung und Gedankenabläufe vor und im Wettkampf. Häufig scheitern Sportler nicht an ihrer Technik oder Trainingsvorbereitung, sondern an ihrem eigenen Glauben, wie der Wettkampf verlaufen wird. Wer kennt nicht die Aussagen, “heute bin ich mit dem linken Fuß aufgestanden, die Halle war zu dunkel, das Publikum zu laut, die Schiedsrichter zu schlecht, usw. Wichtig ist die Bereitschaft sich bereits im Vorfeld des Wettkampfes mit den möglichen Szenarien auseinanderzusetzen. Wer sich auf “alle möglichen” Eventualitäten mental vorbereitet, kann im Wettkampf souveräner und damit erfolgreicher umgehen.
Ein klassisches Beispiel sind zum Beispiel die alpinen Skiläufer. Jeder kennt die Bilder vor dem Start, in denen Skiläufer mit geschlossenen Augen die Strecke immer und immer wieder in Gedanken abfahren. Das nennt man mentales Training im Kopf! Wieso also nur Skiläufer? Handball-Torhüter können dies in Gedanken mit Wurfbildern von bestimmten gegnerischen Spielern machen, Golfer mit bestimmten schwierigen Abschlägen, selbst Marathonläufer können in Gedanken ihre Strecken “ablaufen”, um für sich eine Renntaktik zu trainieren.
Sicherlich beschäftigt sich jeder Sportler gedanklich mit seinem Wettkampf. Wieso scheitern dann so viele daran? Daher die Frage, welche Möglichkeiten hat der Sportler sich mental auf Wettkämpfe vorzubereiten und seinen persönlichen “Glaubenszwerg” zu bezwingen, um den Überblick zu behalten und souverän in jeder Wettkampfsituation zu handeln? Was macht uns überhaupt souverän? Und wie bekommt man das hin? Sicherlich weniger mit Socken, Bärchen oder Ritualen, denn diese machen abhängig von äußerlichen Einflüssen. Ein “Sportler-Glaube” kann Berge versetzen und demnach auch eigene Glaubenszwerge bezwingen!
Wichtige Punkte hierzu sind persönliche Werte, sportliche Stärken, Motivation gemixt mit einer Portion Selbstvertrauen. Diese Basis sollte schrittweise und individuell aufgebaut werden, d.h. sich immer wieder kleine erreichbare Ziele stecken:
- Wie lautet mein positives Ziel?
- Wie sieht es aus und wie fühlt es sich an, wenn ich gut vorbereitet und voller Selbstvertrauen bin?
- Welche Fähigkeiten habe ich?
- Was habe ich bereits positives erreicht?
- Wo scheitere ich immer wieder?
- Welche Gedanken kommen mir in solchen Momenten immer wieder?
- Was fehlt mir und was brauche ich, um meine positiven Ziele zu erreichen?
- Darf ich überhaupt gewinnen oder ergeben sich daraus (positive?) Konsequenzen, die ich nicht will, z.B. mehr Trainingsaufwand, notwendiger Wechsel des Vereins/Trainers, weniger Zeit für Familie, Freunde, Hund?
- Wie gehe ich mit Siegen und mit Niederlagen um?
- Wie bewerte ich diese?
- Sind die Ursachen abhängig von mir selbst oder suche ich die Gründe – positiv wie negativ – in meinem Umfeld?
- Wie belohne ich mich für erreichte Ziele?
Jeder Sportler hat im Laufe seiner “Karriere” für sich eine Strategie entwickelt, um Wettkämpfe zu bestreiten. Wenn man Talent, Ehrgeiz und den Mut hat sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen, so ist man auf einem sehr guten Weg, ein erfolgreicher Sportler zu werden oder bereits zu sein.
Wichtig jedoch hierfür ist, sich selbst immer wieder distanziert zu betrachten, ob die Art und Weise mit seinen eigenen Glaubensätzen umzugehen, wirklich sinnvoll ist. Häufig kann eine kleine Äußerung eines “Außenstehenden” (Eltern, Trainer, Freundeskreis, Mitspieler) Berge versetzen oder den Glaubenszwerg “unbewusst aktivieren”. Das Interessante daran ist, dass man selber die Ursache seines mehr oder weniger erfolgreichen Tuns schlecht einschätzen kann und häufig reicht schon ein “bewusster” Umgang mit dem negativen Glaubenssatz um seine Strategie in seinem Sport positiv zu verändern.
- “Ich schlage immer schlecht am ersten Abschlag!”
-> Wie oft ist dies passiert? Einmal, zweimal, dreimal … Ist es denn mittlerweile eine selbst erfüllende Prophezeiung? - “Gegen diese Mannschaft haben wir die letzten Jahre nie gewonnen!”
(z.B. Fußballmannschaft Leverkusen in Bielefeld – 9 Jahre lang)
-> Spielt die Mannschaft um zu gewinnen oder um nicht zu verlieren?! - “Meine Mannschaft die Auswärts-Schlaffis!”
-> Sind wir wirklich so schlecht oder haben alle schon aufgegeben, inkl. Trainer? - “Ich bin einfach nicht gut genug!
-> Ist es wirklich so oder nur die Einstellung dazu? Wer sagt das? (Du, deine Eltern, der Nachbar …) - “Bei den Schiris kann man nicht gewinnen!”
-> Liegt es an den Schiedsrichtern oder daran, dass man sich mehr damit befasst, als sich auf den Wettkampf zu konzentrieren?
Und natürlich viele, viele andere Beispiele …
Welcher Glaubenszwerg sitzt in deinem Kopf und klopft an deinem Hirn?
PS: Überarbeiteter Revival-Artikel vom 14.02.2010 als Wiederholung und zur Erinnerung ![]()
Wer kennt das nicht …?! Talentierte Spieler, deren sportlichen Anlagen jeden Trainer und Mitspieler begeistern, doch so manches Mal auch zur Verzweiflung bringen. Ganz zu schweigen von dem Umgang mit solchen Spielern, der häufig einem Lauf mit einem rohen Ei über glühenden Kohlen gleicht.
Talentierte Spieler gibt es viele … doch nur wenige schaffen den Durchbruch, d.h. ihr Können gezielt im Wettkampf gewinnbringend ein- und umzusetzen. Folglich Talent reicht auf Dauer nicht aus! Um wirklich ein guter und erfolgreicher Sportler zu werden, benötigt man mehr, wie Fleiß, Disziplin, Durchhaltevermögen, Eigenmotivation, Kritikfähigkeit und vieles mehr …
Viele Talente scheitern jedoch beim “Scheitern”! Denn wenn es mal nicht so läuft, zerbrechen diese an ihren eignen Zweifeln und an der vermeintlichen Kritik der Umgebung, sei es durch Mitspieler, Trainer, Betreuer, Zuschauer, usw. Diese Spieler sind schnell an ihrer Körpersprache zu erkennen, introvertiert und den Blick auf dem Boden gesenkt.
“Wer gewinnen will, muss die Sterne am Himmel suchen, weniger die Pilze am Boden!” lautet daher meine Devise. Vielen Sportlern ist ihr Verhalten bewusst, doch nur wenige wollen wirklich etwas an dieser Situation ändern. Noch schwieriger wird es für den Trainer, der mit solchen Sportlern dementsprechend umgehen muss.
Kein einfaches Unterfangen, weil auch jeder Trainer seine persönliche Geschichte hat und daraus ergibt sich der Umgang mit den Sportlern im Training und Wettkampf. Die Frage was tun? Wer als Sportler als Basis ein mangelndes Selbstwertgefühl hat und viele Vorschläge jeweils als Kritik ansieht, wird nur schwer “mental” zu erreichen sein.
Sicherlich kann man als Trainer solche Spieler immer wieder “aufbauen” und “gut zureden”, doch hat dies selten dauerhaften Erfolg und noch gravierender ist die Tatsache, das ist verdammt anstrengend und schwächt den Rest der Mannschaft, zumindest im Mannschaftssport.
Notorische Zweifler fühlen sich oft vom Misserfolg bestätigt und verbinden ihr Können eher mit Glück und Zufall, als mit Talent und Training. Dies ist eine psychische Denkweise, die mit “wohlwollendem” Zureden selten minimiert werden kann, weil dahinter ganz andere Erfahrungen und Strategien stecken können.
Als Trainer kann man demzufolge solche Sportler selten “psychisch” erreichen, was also tun? Vorrangig eine Umgebung aufzubauen, wo sich alle Spieler “mental gut aufgehoben” fühlen. Dies ist folglich verbunden mit klaren Ansagen und konstruktiver Kritik an jeden einzelnen Spieler.
Wir alle kennen Lehrer aus unserer Schulzeit, die streng aber – wie heißt es so schön – gerecht waren. Bei diesen Lehren haben wir im nach hinein “am meisten” gelernt. Selten stellte dieser unsere Persönlichkeit in Frage, sondern immer das jeweilige Verhalten auch vor der Klasse. Dies war auch die Anregung unser eigenes Verhalten immer wieder zu Hinterfragen und ggf. zu korrigieren.
Wer als Trainer “klare und deutliche Worte” oberhalb der Gürtellinie spricht, macht sich sicherlich nicht nur Freunde, doch die Hierarchie und der Respekt ist einem damit sicher. Trainer müssen “Führen”! Und dieses Führen ist immer auch gekoppelt mit dem eigenen Anspruch und dem Ziel der Mannschaft oder des Sportlers.
Wenn die Mehrzahl einer Mannschaft zielorientiert vorne in der Tabelle mitspielen möchte, der Trainer jedoch zu viel Zeit in “zweifelnde talentierte Sportler” investiert, dann können daraus negative Konsequenzen resultieren. Wie immer und überall die Mischung macht den Geschmack!
Jeder hinterlässt Spuren und jeder kann selbst entscheiden ob er anderen Spuren folgt. Aber die Entscheidung dafür oder dagegen muss jeder selbst treffen, mit und ohne Talent! Daher ist es wichtig, egal ob als Trainer oder Sportler …
Welche Sterne möchtest Du vom Himmel holen!
25 Jahre Berufserfahrung und über 30 Jahre Sport, da kommt im Laufe eines Lebens ganz schon viel Wissen und Erfahrung zusammen. Hinzu kommen einige unschöne Erlebnisse, wie Mobbing, Burnout, Abstiege im Sport, Verletzungen, Unfälle, Lebenskrisen und was das Leben für einen noch so parat hält.
Ergänzt und gewürzt wird dies mit vielen Gesprächen und Geschichten anderer Menschen, die einem im Leben begegnen und begleiten, sei es in Familie, im Beruf oder im Sport. Das hat mein Leben bereichert und folglich auch geprägt! Und rückblickend, muss ich feststellen: “Ich hatte schon immer einen Faible für die Lebensgeschichten anderer Menschen!”
Wahrscheinlich war das meine persönliche “Strategie” als Kind und Jugendliche einigermaßen vernünftig durchs Leben zu kommen. Ich war nicht hübsch, viel zu schüchtern, aber sportlich. Was macht man in solchen Fällen? Man bleibt in der Ecke sitzen oder macht sich zum Kasper für andere.
Ich habe damals den Kasper in Kombination mit dem “Leistungssport” gewählt, doch irgendwann geht der Kasper den anderen auf die Nerven, sprich ich musste meine Strategie ändern. Der Sport ist geblieben, doch aus dem Kasper wurde ein Zuhörer und Beobachter.
Diese Zuhörer- und Beobachterrolle ist mir geblieben und wohl einer der Bausteine, wie ich Menschen wahrnehme. Ich habe in meinen Leben viele “menschliche Geschichten” erlebt und gehört, so dass man mich nur noch selten überraschen kann. Demzufolge hat jeder Mensch seine individuellen Erfahrungen auf denen er seine (Über-)Lebensstrategie aufbaut.
Kennt man die Geschichte eines Menschen, das dazugehörige Umfeld, seine Ziele und Wünsche, so lassen sich davon mögliche Verhaltensweisen ableiten. Das ist kein Hellsehen, sondern aufmerksames Wahrnehmen und Beobachten seines Gegenübers.
Ernst gemeintes Interesse an einer Person ist sehr oft der Türöffner für spannende, offene Gespräche. Doch dieser Gedankenaustausch benötigt Zeit und die Bereitschaft auch andere Denkweisen zuzulassen. Trotz vieler Kommunikationsmöglichkeiten bleibt die eigentliche Kommunikation auf der Strecke!
Es ist etwas anderes ob ich über Smartphone mit jemanden kommuniziere oder persönlich von Angesicht zu Angesicht. Denn gerade die nonverbale Kommunikation kann ein “Empfinden” bestätigen oder entkräften. Alles andere sind häufig Spekulationen basierend auf gefährlichem Halbwissen.
Wir wissen alle selber, dass Worte nicht immer wirklich unsere Gefühle ausdrücken, oder? Und gerade im Sport brauchen wir positive Emotionen, die insbesondere durch Körpersprache ausgedrückt werden. Wer demnach wissen möchte, wie es seinem Spielerkollegen geht, der sollte dessen Körperhaltung “einnehmen” und den damit empfundenen Empfindungen “nachspüren”.
Sicherlich bedarf es hierzu ein bisschen Übung, doch die Entdeckungen können spannend und hilfreich für ein erfolgreiches Miteinander sein. Wir spekulieren viel zu viel über andere und fragen zu wenig nach! Und wenn, dann nehmen wir uns für das Gespräch häufig zuwenig Zeit!
Nehmen wir uns wieder mehr Zeit für Gespräche!
Let´s talk …
Irgendwie ist zurzeit der Wurm drin! Es ist ja nicht so, dass mir keine neuen Themen einfallen … Nein, mein rechter Arm macht mir zu schaffen, sprich mein Ellbogen hindert mich gerade am fröhlichen “commov-schreiben”. Als Sportler hat man ja eher die Tendenz darüber hinweg zu gehen, doch nach einer gewissen Zeit, kann auch ich diesen Schmerz nicht mehr “mental wegdenken”.
Körper und Geist bilden immer eine Einheit, so dass manche Verletzungen auch nicht “mental” zu verbessern sind. Man braucht beides! Eine gute Diagnostik und eine gesunde mentale Einstellung, um auf Dauer “gesund und munter” durch das Leben zu kommen.
Gerade im Sport wird dies jedoch sehr schnell vergessen bzw. verdrängt. Wenn ich ehrlich bin, mache ich es nicht besser. Ich habe jahrelang gelernt über Schmerzen hinweg zu gehen, doch irgendwann funktioniert das nicht mehr. Denn verdrängst du einen Schmerz, sucht er sich einen neuen anderen Weg, um auf sich aufmerksam zu machen.
Schmerzen und auch Verletzungen können ein Hilferuf der Seele sein. Das mag jetzt dramatisch klingen, kann jedoch einfach ein Hinweis auf eine dringend benötigte “Pause” sein. Der Sport wird immer schneller und leistungsbezogener, da bleibt schon mal die Regeneration auf der Strecke.
In jungen Jahren mag dies durchaus zu vernachlässigen sein, jedoch irgendwann schlägt der Körper gnadenlos zurück. Die Hinweise und Auswirkungen sind bei jedem anders. Der eine hat Erschöpfungszustände, siehe Ralf Rangnick, andere haben Depressionen, wiederum andere haben eine endlose Zahl an Verletzungen.
Spätestens hier sollte man die “Reißleine” ziehen und sich mental mit der Situation auseinandersetzen. Die Zusammenhänge sind häufig kurios, denn jeder hat seine persönliche Strategie über die Runden zu kommen verbunden mit dem Topf an individuellen Erfahrungen und Erlebnissen.
Spitzensportler haben gegenüber dem “normalen” Sportler alle medizinischen Möglichkeiten und vor allem Zeit sich auszukurieren. Doch der “Alltagssportler” hat weder Zeit noch den Background eines solchen Spitzensportlers … Dennoch sind wir nicht verloren! Denn häufig hilft einem schon ein guter Physiotherapeut oder ein Arzt weiter, der sich z.B. mit TCM (Traditionelle chinesische Medizin) auskennt.
Ich hatte heute das Glück einen Termin bei solch einem Arzt zu bekommen und bin mit seltsamen Pflastern und einer “goldenen Nadel” nach Hause geschickt worden, inkl. Hinweis auf Umstellung meines Frühstücks zur Verbesserung meiner Sehfähigkeit.
Das Kuriose daran ist, dass ich schon bei der Fahrt zum Arzt mir über mein Frühstück Gedanken gemacht habe. Mein Körper hat mir also bereits Hinweise gegeben, die ich möglicherweise ohne diesen Besuch wieder einmal ignoriert hätte. Die Frage ist jetzt nur, was will mir mein Ellbogen sagen?
Wenn ich so darüber nachdenke und diesen Punkt auf meiner Hand betrachte, kommen mir einige spontane Ideen dazu. Unter anderem, dass ich ein extremer Rechtshänder bin, d.h. ich mache alles mit rechts und merke gerade, dass es verdammt spannend ist auch einmal die linke Hand zu verwenden.
Perspektiven wechseln! Laufen lassen, nicht immer sofort zugreifen. Umso mehr ich meine lädierte Hand betrachte, kommen mir verbale Sätze in den Sinn, für mögliche Ursachen. Eine spannende Reise in das eigene ICH. Doch erkennen ist eine Seite, das Verändern der möglichen Ursachen eine andere …
Hierfür gibt es wiederum viele Möglichkeiten … Ich werde mich jetzt auf die Suche nach persönlichen Lösungen begeben, immer in Verbindung mit einer professionellen medizinischen Versorgung. Diese Aufmerksamkeit für beide Teile in uns, ist die Basis für einen harmonischen Körper & Geist!
Achte aufmerksam auf Dich und begebe dich auf die Suche deiner persönlichen Harmonie!
PS: Wer gute Ärzte sucht, die TCM praktizieren, schickt mir einfach eine E-Mail.
Gedanken-Doping … was für ein schönes Wort und so passend für den Sport! Jetzt hat ja Doping eher einen negativen Touch, doch im Hinblick auf positive Ergebnisse kann dieses “Wortspiel” eine Bereicherung für jeden Sportler sein …
Gedanken-Doping! Tagtäglich denken wir über 60.000 Gedanken, gefüllt mit
- Überlegungen
- Beschimpfungen
- Motivation
- Aufgaben
- Ideen
- Wut
- Frust
- Freude
- Und, und, und …
Diese Gedanken fallen je nach persönlicher Erfahrung und Umgang, sowie erlernten Strategien unterschiedlich aus. Positiv und / oder negativ! Die Gedanken sind völlig unabhängig von Äußerlichkeiten, wir allein ENTSCHEIDEN, was wir denken und fühlen.
So z.B. kann ich einen absolut schlechten Wettkampf haben, wenn ich einen Tag zuvor die “Liebe meines Lebens” kennengelernt habe, dann ist der Hauptfokus sicherlich auf etwas anderes gerichtet, als auf den Wettkampf.
Nun ziehen diese Gedanken – wie Wolken – durch unseren Tag, manche bleiben davon hängen und viele ziehen kommentarlos weiter … Die hängengebliebenen Überlegungen bleiben deswegen hängen, weil wir sie bewerten und in unsere persönlichen “Schubladen” einsortieren. Das tun wir zum Teil bewusst, weil wir uns erinnern und unbewusst, weil wir es schon kennen …
Diese Schubladen lassen wir dann entweder den ganzen Tag offen und sortieren weiter hinein und / oder schließen diese, weil es momentan erledigt ist. Doch die Entscheidung treffen wir einzig und allein SELBST.
Im Lauf der Jahre regeln wir den Umgang mit unseren Gedanken, basierend auf unsere Erfahrungen und Erlebnisse, weitgehend automatisch. Doch genau dieser Automatismus kann auf Dauer hinderlich sein … Insbesondere wenn der vorwiegende Teil der Gedanken eher negativ ist.
Daher sollte man immer ein kleines positives “Gedanken-Doping” in der Tasche bzw. im Kopf haben! Sozusagen der Traubenzucker für die Seele …
Was ist dein Gedanken-Doping?
Heute schon “gedanklich gedopt”?
Die klassischen Leitwölfe sterben aus, zumindest in der Bundesliga … Was vor Jahren noch gang und gebe war, ist heute mittlerweile fast schon “Dinosaurier-Denken”. Die schnelle dynamische Spielweise und die “jungen Trainer” an der Seitenlinie haben die Bundesliga positiv verändert.
Ebenso sterben die Generäle als Trainer aus! Heutzutage kann man sich nicht mehr über alles hinwegsetzen, selbst wenn man Erfolg damit hat, siehe Schalke 04 mit Felix Magath oder beim 1. FC Bayern mit Luis van Gaal. Ein weiterer Aspekt ist eine neue Generation an jungen Spielern, die durchaus ihre Aufgaben hervorragend erledigen können und das auch noch ohne sogenannte “große Erfahrung”.
Deutschland denkt um oder besser gesagt der Sport denkt um! Junge, hervorragend ausgebildete und engagierte Trainer trauen den jungen Spielern einfach mehr zu und verfallen nicht gleich in Panik, wenn es weniger gut läuft. Im Gegenteil, Fehler gehören zum Lernprozess und daher zum Training- und Spielkonzept.
Im Gegenzug wissen die jungen Spieler ganz genau worauf sie sich einlassen und arbeiten zielorientiert an ihrer Aufgabe. Wer mit Talent und Engagement sich seinen Sport “verschreibt”, der weiß bereits in jungen Jahren worauf er sich einlässt, denn die Zeiten wo man ein bisschen Leistungssport macht, sind definitiv vorbei.
Daraus ergeben sich folgende Themen:
- dynamische, schnelle Spielweise
- klare Taktikvorgaben
- individuelle Einzel- und Teamtraining
- Sport als Job
- “ganzheitlich” denkende Trainer mit Trainerstab
- …
Teamsport wird vor allem emotional empfunden, daraus ergibt sich, das Probleme spielerisch gelöst werden müssen und nicht in Form von Kampf und häufig “Krampf”. Hierfür sind Führungsspieler zwar immer noch wichtig, jedoch die Aufgabe haben sich verändert.
Der Führungsspieler als “brüllender vorausrennender” Kämpfer wird ersetzt durch den lenkenden voraussehenden Strategen. Sicherlich gehört zu dieser neuen Aufgabe auch einmal das lautstarke wachrütteln seiner Mitspieler, jedoch der pöbelnde und aggressive “Held” hat definitiv ausgedient. Zumindest in den teamorientierten Mannschaften.
Daher ist es so wichtig sich die Struktur einer Mannschaft anzusehen und dementsprechend zu handeln. Für den 1. FC Bayern war es daher wohl ein Fehler einen “Leitwolf” wie van Bommel ziehen zu lassen, denn die Mannschaft kann diese Lücke momentan spielerisch und taktisch nicht lösen. Hinzu kommt noch ein Trainer, der augenscheinlich eine große Distanz zu den Spielern pflegt.
Da darf auch der Einsatz junger Spieler nicht darüber hinwegtäuschen. Denn der Einsatz junger Spieler hat bei manchem Trainer eher den Anschein persönliche Machtkämpfe zu gewinnen, als dass hier wirklich zielorientierte Aufbauarbeit geleistet wird.
Anders dagegen bei Borussia Dortmund … Hier steht eindeutig das Team im Vordergrund. Ein klassischer Leitwolf würde hier eher als störend empfunden werden, oder? Nochmals betont, Führungsspieler in einem Team braucht man! Die Frage ist nur welche Art von Führungsspieler ist hilfreich für die Mannschaft.
Daher muss man sich als Trainer immer die Frage stellen:
- Welche Art von Mannschaft habe ich vor mir?
- Welcher Trainer-Typ bin ich?
- Welche Ergänzungen braucht demzufolge das Team?
- Und passen Mannschaft und Trainer überhaupt zusammen?
Diese Überlegungen sind im Leistungs- bzw. Profisport sicherlich einfacher als im Amateurbereich. Doch auch hier gibt es den sogenannten “Spiegel-Effekt”!
Man zieht als Trainer – für gewöhnlich – die für einen passenden Spielertypen an, daher lohnt es sich seine Arbeit immer wieder selbst zu reflektieren, um auf Dauer Missverständnisse und Irritationen zu vermeiden. Erfolg auf Dauer kommt nur durch eine gemeinsam gelebte Team-Struktur mit allen Beteiligten …
Let´s Team!
PS: Dies gilt übrigens auch für Firmen …
