Artikel-Schlagworte: „Teamgeist“
Ein gelungenes Trainingslager und eine gute Saisonvorbereitung ist die Basis für einen guten Saisonstart. So ein Trainingslager findet meistens weit weg von zu Hause statt und wird häufig zur “Teambildung” der Mannschaft benutzt. Frei nach dem Motto: “Da kann ja keiner weglaufen!”
Als teambildende Maßnahmen werden dann, je nach finanziellen Möglichkeiten Outdoor-Maßnahmen gebucht, die den Teamgeist mit Spaß und guter Laune verstärken sollen. Die Frage jedoch ist, wie kann man diesen neu gewonnenen Teamspirit nachhaltig in eine Saison transferieren und wie geht man mit den Schwächen des Teams um?
Einer der Schwächen eines jeden Teams ist und bleibt die Kommunikation untereinander und zwar in jegliche Richtung.
Wie üblich spielen bei solchen Überlegungen mehrere Komponenten eine Rolle. Das fängt schon damit an, wie ist das Umfeld, wie ist der Trainer, dementsprechend natürlich auch die Spieler. Ein z.B. van Gaal geht möglicherweise anders mit seinen Fußballer um als ein Mirko Slomka oder welche Kommunikation hat Kiel mit seiner “Siegermentalität”?
Viele Möglichkeiten der Kommunikation sind ja weitreichend bekannt und werden von interessierten Trainern immer mehr im sportlichen Bereich umgesetzt. Es gibt hierfür auch kein Patentrezept, denn das hängt, wie bereits erwähnt – von Team, Trainer, Umfeld – ab. Aus eigener Erfahrung ist das Thema “Feedback” insbesondere im semi-professionellem Bereich sehr wichtig geworden.
Die Zeiten der Trainer-Generäle sind Weitgehends vorbei, denn in meiner Freizeit will ich nicht wie der “letzte Depp” behandelt werden, sondern als sportliches Individuum, d.h. ich will mich sportlich weiterentwickeln und neues Lernen. Und da fängt bereits die Kommunikation an! Als Trainer hat man eine Vielzahl von Individuen, denen man ein Feedback geben “sollte”, um sportliche Leistung einfordern zu können. Ein Spieler dagegen muss sich auf Trainer und seine Mitspieler einstellen können. Für diesen Erfolg sind z.B. Charakter, Leistungsbereitschaft, Disziplin, Teamfähigkeit und persönliche Talente ausschlaggebend.
Und wie das nun mal so ist, hierüber wird viel kommuniziert, jedoch selten über die wirklich wichtigen Dingen, weil man denkt, dass der andere denkt … Auch wenn wir uns alle hinter den Emotionen im Wettkampf verstecken mögen, eine ungewollt harsche Kritik eines Mitspielers kann in der letzten Spielminute den Sieg kosten, denn wenn man damit nicht klar kommt und hadert, verpasst man möglicherweise den entscheidenden Pass zum Sieg.
Überhaupt sollte die Kommunikation in einer Mannschaft “definiert” sein, d.h.
- Wie kommunizieren die Spieler untereinander auf dem Spielfeld
- Welche kommunikativen Maßnahmen werden in schwierigen Situationen getroffen
- Welche Spieler benötigen Feedback und in welcher Art und Weise
- Wie kommuniziert die Mannschaft mit dem Trainer und umgekehrt
- und und und …
Die eigene Erfahrung zeigt, dass man solchen Diskussionen eher vermeidet, um Konflikte aus dem Weg zu gehen. Ist übrigens im Berufsleben leider ähnlich … Doch gerade hier lohnt es sich näher damit auseinanderzusetzen. In den meisten Fällen, wo es um Kommunikation geht, stellt man fest, dass beide das gleiche wollen, jedoch auf unterschiedlichem individuellem Weg!
Es zahlt sich daher aus, dieses Thema z.B. in einem Trainingslager auf neutralem Boden näher zu betrachten. Sicherlich wird man nicht alle Spieler damit erreichen, denn es gibt Sportler für die ist und bleibt “Persönlichkeitsentwicklung” ein Fremdwort. Aber diese Spieler können ja als Erinnerung für die anderen im Team dienen. Denn positives Denken und “feedbacken” macht auf Dauer einfach mehr Spaß!
“Heute schon gefeedet?”
Als Sportler stellt sich nie die Frage was besser ist? Einzel- oder Mannschaftssport?! Denn selbst als Mannschaftssportler ist man primär erstmal mit sich alleine auf dem Platz. Im Mannschaftssport gibt es dagegen jedoch viele Komponenten zu beachten und zwischenmenschliche Hürden zu überwinden.
Mittlerweile ist die Zeit der Diktatoren auf dem Trainingsplatz (fast) vorbei, denn heutzutage wird bereits bei der Auswahl eines neuen Spielers darauf geachtet, ob er zusätzlich zum Sportlichen auch “menschlich” in die Mannschaft passt.
Gerade das Zwischenmenschliche ist ein wichtiger Baustein für den Erfolg! Insbesondere, wenn es um große Turniere, wie Europa- und Weltmeisterschaften oder sogar um Olympia geht. Bereits in der Vorbereitung verbringt man viele Wochen miteinander und es ist daher ungemein hilfreich, wenn alle Beteiligten gut miteinander auskommen.
Ein gutes Beispiel für Teamgeist und Sport Mental Training ist der Film “Projekt Gold” zur Weltmeisterschaft 2007. Auch hier gibt es mit der Niederlage gegen Polen eine Tiefphase im Team, jedoch gerade hier zeigen sich die individuellen Stärken und Möglichkeiten in einer gut funktionierenden Mannschaft. Es lohnt sich den Film öfters anzusehen, denn man entdeckt immer wieder neue Parallelen für sich persönlich und der Mannschaft.
Das Interessante an dem Film ist übrigens auch, dass sich der Inhalt sehr gut auch auf ein Unternehmen adaptieren lässt. Viele Firmen könnten von der Art und Weise von erfolgreichen Mannschaften profitieren …
Projekt Gold – Eine deutsche Handball-WM (2 DVDs)
• Regisseur(e): Winfried Oelsner
• Komponist: Rainer Michel
• Format: Dolby, PAL, Special Edition, Surround Sound
• Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
• Region: Region 2
• Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
• Anzahl Disks: 2
• FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
• Studio: Kinowelt GmbH
• Erscheinungstermin: 1. Dezember 2007
PS: Wie wäre es mit einem DVD-Abend mit der Mannschaft? Diskussionsstoff bietet dieser Film sicherlich genug …
Detailinformationen von SEKO Fachbuchversand:
Die deutsche Fußball- Nationalmannschaft war 2006 noch knapp dran vorbeigeschrammt, die Handballer holten ihn Anfang 2007 überraschend nach Hause – den Weltmeistertitel! Von Sportexperten im Vorfeld als chancenlos eingestuft, spielte sich die fröhliche Truppe um Trainerlegende Heiner Brand mit Mut, Herz und vollem Einsatz an die Spitze.
Winfried Oelsner hat das sympathische Team während der WM begleitet und die schönsten Szenen dokumentiert: das knallharte Training, dramatische Verletzungen, die Nervosität und Selbstzweifel der Spieler, Brands Standpauke wegen nächtlicher Pizzasünden aber auch der nicht enden wollende Freudentaumel nach dem Finalsieg.
Schmerz, Schweiß und Freudentränen – der hochemotionale Erfolgsfilm über den WM-Kampf des Außenseiterteams lässt das deutsche Wintermärchen wieder aufleben. Die Special Edition wartet mit spektakulärem Bonusmaterial auf, darunter ca. 90 Minuten geschnittene Szenen, in denen Einblicke ins Torwartleben sowie in Training und Taktik gegeben werden, Spieler, Trainer und Stab zu Wort kommen und der Pizzaeklat aufgelöst wird!
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Jetzt geht bei vielen Vereinen wieder die Vorbereitung für die neue Saison los. Im Profisport heißt es dann wieder, welcher Spieler bleibt, geht und wenn ja wohin. Das fröhliche “Spieler wechsle dich” ist im Profisport mehr oder weniger kein Problem, da hier das Geld vorhanden sein sollte, um “passende” Spieler aussuchen zu können.
Was machen jedoch Vereine, die sich dieses “professionelle Scouting” nicht leisten können? Hoffen, dass der Trainer das berühmt berüchtigte Fingerspitzengefühl hat, um auch hier die richtigen Spieler auszuwählen …
Es wird ja viel über Teamgeist und Mannschaftsgefüge gesprochen, jedoch stellt sich häufig heraus, dass verschiedene Menschen auch unterschiedliche Auffassungen von einem Team haben. Häufig gehen Trainer von einer gleichen Team-Basis aus und machen sich wenig Gedanken über mögliche Problematiken.
Hier ist es sehr hilfreich am Anfang einer Saison sich mit der Mannschaft gemeinsam über das “TEAM” zu unterhalten.
- Was ist ein Team?
- Wie sollte unser Team aussehen?
- Welchen Stärken bringt der Einzelne mit in dieses Team?
- Was nervt, stört und sollte positiv im Team verändert werden?
- Welche Symbole erinnern uns an Vereinbarungen des Teams?
- Wann und wie überprüfen wir die vereinbarten Aufgaben?
Diese Fragen sollten Bestandteil einer jeden Saison-Vorbereitung sein, denn häufig kann man schon hier Probleme erkennen und vor allem sofort “im Keim” ersticken. Denn in den meisten Fällen ist die mangelnde, schlechte oder sogar fehlende Kommunikation der Auslöser für unnötige Diskussionen und Querelen. Hier kann ein klärendes Gespräch manchmal Wunder bewirken oder man versteht die Situation des anderen besser und hat hierfür mehr Verständnis und kann somit besser damit umgehen.
Solch einen Workshop kann man locker z.B. in einem Trainingslager oder auch einfach in der saisonfreien Zeit durchführen. Wichtig hierfür ist jedoch, dass der Moderator nicht der eigene Trainer ist, sondern hier auch “fröhlich” mitmacht … Denn auch die Trainer haben hier die Möglichkeit die Sportler näher kennen zu lernen (umgekehrt natürlich auch!) und vor allem bekommen sie ein wichtiges Feedback für die eigene Trainingsarbeit.
Wichtig bei der Durchführung ist jedoch eine positive, freundliche und vor allem “wertfreie Kommunikation”. Dies ist in manchen Momenten sicherlich schwierig, insbesondere wenn akute Probleme in der Mannschaft auftreten. Daher sollte vorab klar sein, welches Ziel man mit dem “Sport Mental Workshop” verbindet.
- Die Grundstruktur eines Teams festlegen
- Kommunikationsregeln schaffen
- Ziele definieren
- Problemsituationen klären (z.B. Integration neuer Spieler, mangelnde Motivation, usw.)
- Stärken der Einzelnen hervorheben
- Und und und …
Wie überall im Leben, gibt es auch hier einige Sportler die solchen Workshops eher skeptisch gegenüber stehen. Auch kein Problem … Denn solche Workshops sollten auf freiwilliger Basis durchgeführt werden. Normalerweise machen alle mit, denn wenn sich hier mehrere im Team “ausklinken”, dann hat man hier schon ein Problem über das man dringend reden sollte …
Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass wenn die Mehrzahl der Mannschaft inkl. Trainerstab solchen Aktionen positiv gegenüber steht und der Workshop ein positives Gefühl hinterlässt, dem Erfolg nichts mehr im Wege steht …
Daher traut euch im TEAM andere Wege zu gehen!
Let´s TEAM!
Wer kennt nicht die Situation? Eine super Saison gespielt, aufgestiegen und wie heißt es so schön … “Nach der Saison ist vor der Saison!” Eine neue Liga, eine neue Herausforderung, jedoch auch die Notwendigkeit neue Spieler zu verpflichten um in der höheren Liga bestehen zu können. Und da fängt nun das Dilemma an!
Es ist relativ leicht als Trainer die Aussage zu treffen, dass Verstärkungen bei einem Aufstieg in die nächst höhere Klasse notwenig sind. Sicherlich ist dies eher eine Aussage im Profi-Bereich, aber gibt es nicht auch hier etliche Beispiele, bei denen Spieler für teueres Geld eingekauft wurden und dann weit hinter ihren Möglichkeiten geblieben sind?
Im Amateur-Bereich ist diese Problematik noch größer! Da haben über Jahre hinweg Spieler zum Aufstieg beigetragen und nun soll die Leistung nicht mehr ausreichen? Sicherlich ist einem ambitionierten Sportler klar, dass bei höherem Anspruch auch eine höhere Leistung notwendig ist und dies selten mit dem vorhandenen “Personal” umzusetzen ist. Dennoch, die meisten Sportler fühlen sich übergangen und in ihrem Stolz gekränkt. Diese unterschwelligen – meist unausgesprochenen – Worte sind häufig wie ein Schwelbrand, der auf das große Feuer wartet. Meist im ungünstigsten Moment!
Also was tun, um z.B. neue Spieler in eine Mannschaft gewinnbringend zu integrieren?
Was bedeutet demnach überhaupt Integration?
- Verständnis
- Respekt
- Kompromisse
- Auf einander zugehen
- Gemeinsamkeiten
Vor genau was “fürchten” sich Spieler bei Neuverpflichtungen?
- Konkurrenz
- Veränderung der Teamstruktur / -hierarchie
- Leistungssteigerung
- Verlust von Stammplatz / Spielzeiten
- Persönliche Nachteile
Was kann getan werden, um eine schnelle Integration ins Team zu gewährleisten:
TRAINER und UMFELD (Vereinsführung, Betreuer, Physiotherapeuten, usw.)
- Offene Information im Team, welcher Spieler für welche Positionen angesprochen wurden
- Wann, welcher Sportler ins Probetraining kommt
- Klare Kommunikationsregeln: Trainer – Sportler
Gleichbehandlung (neu/alt)
Lösungsorientiertes Handeln
Sachliche Begründung von Entscheidungen
Fairer Ansprechpartner in allen Belangen
IM TRAINING
- Kommunikationsspiele beim Aufwärmen (nicht immer das gleiche Spiel mit den gleichen Mannschaften)
- Spielbezogenes Training
- Spieler erklären bekannte Übungselemente und Spielzüge
TEAM
- Übernahme von Patenschaften (ein Spieler übernimmt die Verantwortung für einen neuen Spieler)
- Vergabe von TEAM-Aufgaben (Getränke-/Kuchen-/Spieleabend-/Leibchen-/Arztkoffer-Team)
- 1 x wöchentliche gemeinsame Aktivität außerhalb Training und Spiel
(z.B. gemeinsames Kochen, Minigolf, Schwimmen, Spiele-Abend, Wanderung, Hochseilgarten usw.)
TEAM – TAG
Das Team verbringt einen gemeinsamen Tag mit Aktivitäten unter Anleitung eines Coaches:
Beispiel für so einen Tag:
Organisation einer Schnitzeljagd
Teams werden ausgelost
Meetingpoints mit gemeinsamen Aufgaben, z.B. Stärkenetz, Konzentrischer Kreis, Spinnennetz
Abschluss mit Frage-Runde und Dokumentation
Wer hat mich heute positiv überrascht?
Welche zwei Eigenschaften nehme ich persönlich für mich mit?
Was wünsche ich mir für das Team?
Danach FEIERN – GRILLEN – PARTY TIME …
Ein schöner Satz besagt: “Fremdheit führt zu Distanz – Vertrautheit zu Nähe …!”



