Artikel-Schlagworte: „Unverständnis“
In den letzten Wochen wurde ich immer wieder mit Situationen konfrontiert, wo mein Umfeld häufig eine andere Sicht der Dinge hatte als ich. An sich ist dies ja normal, doch wenn es um Bewertungen von Menschen geht, wird es spannend …
Tagtäglich bewerten wir Dinge, Situationen und Menschen, um unser Leben “einordnen” und organisieren zu können. Diese Bewertungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben und sind häufig die Basis für unser Handeln.
Diese Bewertung besteht logischerweise aus zwei Teile: Fremdeinschätzung und Eigeneinschätzung und ist im Idealfall identisch.
Und doch liegen manchmal Welten dazwischen! In den letzten Wochen habe ich wiederholt “erfahren” dürfen, dass über Jahre hinweg, sich wiederholende Verhaltensmuster als Tatsachen angesehen werden, ohne dem Menschen überhaupt eine Chance auf ein anderes Bild zu “gewähren”.
Woher auch? Wenn man über Jahre hinweg immer wieder mit den gleichen Handlungen konfrontiert wird, wie Schusseligkeit, Vergesslichkeit, Unpünktlichkeit, usw. traut man dem anderen keinerlei Veränderung zu. Unser Bild von einem Menschen ist so gefestigt, das der andere nur wenige Chancen hat, daran zu “rütteln” geschweige denn zu verändern.
Da werden Menschen z.B. “klein” gemacht, andere auf Ewigkeit zur Schusseligkeit verdammt, wiederum andere als die “Kümmerer” benannt, und, und, und … Wir haben einen Platz in dieser Welt und häufig hat man das Gefühl darin betoniert zu sein.
Wehrt man sich dagegen, stößt man häufig auf Unverständnis und Irritation. Doch genau diese negativen Äußerungen anderer machen viele Menschen mutlos ihr Leben zu verändern. Es ist nun mal auf Dauer schwierig, wenn man etwas ändern will und es klappt nicht gleich sofort und “alle” machen sich über einen lustig?!
Es gibt – gerade im Mannschaftssport – festgelegte Rollen, die in jeder Saison immer wieder neu vergeben werden, doch häufig bei den gleichen Personen kleben bleiben. Angefangen von den Vergesslichen, über die Kümmerer, weiter zu den Nervzwergen usw. Alles nett gemeinte Attribute und meistens auch “liebevoll” gemeint …
Doch will auch wirklich jeder diesen Stempel aufgedrückt bekommen? Oder sollte man sich nicht ab und zu selber fragen, ob diese Schublade überhaupt noch zu einem passt? Und?! Wenn nein, sich auch vehement mutig dagegen wehren! Denn auf Dauer verstummen auch diese Kritiker, jedoch nur, wenn man auch wirklich etwas für seinen Platz in dieser Welt tut!
Wo ist dein Platz in dieser Welt?
Und wehre dich!!!
Aufmerksam durch einen Artikel in der brand eins bin ich auf die Firma “Das Geld hängt an den Bäumen GmbH” geworden. Was für ein witziger und vor allem sinniger Name! Lesen und begeistert sein ist eine Sache, jedoch darüber nachdenken eine andere …
Durch ein persönliches Telefonat habe ich nochmals eine andere Sicht über diese Firma erhalten und gebe zu, ich kam danach auch ziemlich ins Grübeln. Vor allem hat sich mein Blick auf Obstbäume verändert, denn diese stehen auch im Nürnberger Land voll mit Früchten herum und werden teilweise nicht geerntet.
Doch vor allem beeindruckte mich der Umgang mit Sinnhaftig- und Nachhaltigkeit. Wie viele Dinge tun wir am Tag, die einem sinnlos erscheinen und man das Gefühl hat, seine “Lebenszeit” zu vergeuden. Was muss es daher für ein Gefühl sein, etwas zu tun, das positive Auswirkungen auf das direkte Umfeld hat?
Sicherlich war auch dieser Weg zum Erfolg, gepflastert mit Niederlagen und Unverständnis anderer. Und doch ist dies wieder einmal der Beweis, dass man an seiner Idee, an seiner Vision festhalten soll, denn “die Zeit wird es bringen”! Denn manchmal ist man eben dieser Zeit voraus und die passenden Köpfe gerade anderweitig beschäftigt.
Ein schöner Satz, der mich seit diesem Telefonat begleitet ist … “Man sieht so viele Dinge auf sich zukommen, dass man vergisst den ersten Schritt zu tun”, d.h. den Weg in kleine Schritte zu zerlegen und jeden Tag einen Schritt davon gehen. Damit verliert man nie das Ziel aus den Augen, ist aber auch weniger mit der Komplexität der Aufgabe überfordert.
Die Firma ist außerdem der Beweis, dass es NICHT schon alles gibt und dass es immer noch Mittel und Wege gibt, vielen Menschen etwas Gutes zu tun, damit einen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten und dabei auch noch nachhaltig zu sein. Insbesondere, wenn man als sogenannter “normaler” Mensch von sogenannten “gehandicapten” Menschen eine neue Sicht der Umwelt kennenlernt …
Durch eine Email-Anfrage und ein Telefonat habe ich wieder einmal eine neue Sicht auf meine persönliche Welt erhalten. Hierfür ein herzliches Dankeschön und schade, das es den Saft nur in Hamburg gibt. Bis jetzt auf jeden Fall …
Video von youtube
TEDxHamburg – Jan Schierhorn – Projekt Lebensbaum/ Das Geld hängt an den Bäumen
GO – step by step!
