Artikel-Schlagworte: „Ziel“
Mannschaftssport ist eine bekannte komplexe “Angelegenheit”. Im Gegensatz zum Einzelsportler muss man als Mannschaftssportler auch im Team seine Leistung abrufen können. Folglich hat eine eigene schlechte Leistung auch immer Konsequenzen für die Mannschaft.
Logisch denkt nun jeder! Doch – wie gesagt – die Angelegenheit ist so einfach nicht… Wieso funktionieren manche Teams besser als andere? Wieso können so manche gute Sportler in guten Teams ihre Leistung nicht abrufen. Oder wieso wachsen manche eher durchschnittliche Sportler in einer Mannschaft über sich hinaus?
Ob man es glaubt oder nicht… Jeder Sportler braucht seinen “Platz im Team”. Der Führungsspieler als Führungsspieler, der Wasserträger als Wasserträger, der Trainer als Trainer, der Mitläufer als Mitläufer, usw. Das hat weniger mit Hierarchien zu tun, sondern mit klaren Team-Strukturen.
Sobald einer oder einige Team-Mitglieder die Strukturen “verlassen” kann es zu Turbolenzen kommen, insbesondere in Stresssituationen, wie z.B. im Abstiegskampf oder auch um den Kampf um eine Meisterschaft. Welche Sichtweisen können daher das Team beeinflussen?
- Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung
- andere Zielvorstellungen oder fehlende definierte Ziele
- unterschiedliche Vorstellungen von Spieltaktiken
- mangelnde Kommunikation zwischen Trainer und Spielern
- unterschiedliche Wahrnehmung der eigenen Leistung (Eigenbild/Fremdbild)
- “falsche” Rolle im Team (Wasserträger will Führungsspieler sein)
- fehlendes eigenes Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen im Team
- und, und, und…
Jeder sollte für sich selbst klar definieren welchen Part er als Individuum im Team übernehmen möchte, so dass sich das Team “bewusst” über die eigene Team-Struktur ist. Diese Struktur ist jedoch kein in Beton gemeißeltes Statement, sondern ein sich dauernd veränderndes – an die Situation – angepasstes Verhalten.
Wenn z.B. ein sogenannter Führungsspieler einen schlechten Tag hat, so müssen andere dafür einspringen, weniger im Sinne einer Vertretung sondern zum Zwecke des Ziels, nämlich das Spiel zu gewinnen. Einfach ausgedrückt: Wenn jeder Sportler seinen individuellen akzeptierten Platz gefunden hat, so kann er aus dieser gewonnenen Sicherheit andere “Aufgaben” übernehmen.
Die Basis hierfür ist daher… Jeder Sportler im Team hat eine realistische Selbsteinschätzung, das bedeutet das persönliche Eigenbild und Fremdbild ist weitgehend identisch. Umso mehr diese Bilder auseinanderklaffen, umso schwieriger wird es im Team seinen “Platz” zu finden, egal auf welcher Position (Sportler, Trainer, Betreuer, Physiotherapeut, usw.). Diese Betrachtungsweise ziehen folglich weitere Fragen nach sich:
- Was ist für dich wichtiger? Das ICH oder das WIR?
- Kann ich mit meiner momentanen Leistung mein Team erfolgreich unterstützen?
- Bin ich zufrieden mit meiner “Rolle” im Team?
- Wie kommuniziere ich meine “Rolle” im Team?
- Bin ich bereit alles in meiner Machtstehende zu tun, um mich zu verbessern?
- Was kann ich für meine Mannschaft tun?
- Und, und, und…
Mannschaftssport ist anstrengend und zuweilen schwierig, jedoch genau aus diesem Grund ist es umso bereichernder, wenn man gemeinsam Situationen meistert und erfolgreich ist. Denn gerade das erfolgreiche ICH im WIR macht einen Teamplayer aus!
Bis du mehr ICH oder WIR?
Hippieee! Drei Jahre commov-Blog mit mittlerweile über 250 Artikeln…
Und die Erkenntnis, dass man mit seinen Aufgaben wächst! Gottseidank, weiß man nie vorher genau welche Arbeit hinter so einem Projekt “BLOG” steckt. Und wenn ich auf die letzten drei Jahre zurückblicke, bin ich froh, dass ich es einfach “gemacht” habe und dadurch sehr viel lernen durfte…
Die tägliche Auseinandersetzung mit einem möglichen neuen Blog-Thema, hat meine sportliche Wahrnehmung verändert und vor allem geschärft. Denn “sportliche Probleme” ändern sich wenig, doch allein durch Ursache, Betrachtungsweise, Perspektive und Ziel ergeben sich, je nach Sportler, unterschiedliche Lösungswege.
Jedoch genau diese unterschiedlichen Schritte machen das Thema und somit den Blog – für mich – so spannend. Auch die Erkenntnis: “Man kann niemanden zu seinem “Mentalen Sport-Glück” zwingen! Allein die Eigenmotivation zählt. Sport-Coaches können nur Impulse geben und “bewegende Fragen” stellen…
Für die Überwindung des inneren Schweinehundes und den Blick in sein Spiegelbild ist jeder selbst verantwortlich! Ob man diese Verantwortung für sich selbst übernehmen möchte…?! Letztendlich muss das jeder Sportler selbst entscheiden, wie viel Erfolg er “ertragen” kann! Und nicht umsonst heißt commov = communication & movement…
DANKE, an die Menschen und Sportler, die …
- den Blog immer wieder lesen
- mir Feedback geben
- ich neu kennenlernen durfte
- mich auch in frustrierten Zeiten unterstützen, denn auch diese Phasen gibt es
- mich geistig auf Trapp halten und mich dadurch immer wieder vor neuen Herausforderungen stellen
- …
Ich habe noch viele Ideen, die ich in diesen Blog umsetzen möchte, doch das braucht Zeit und die Gelassenheit “es wird scho wern!”
Let´s BLOG und auf ein weiteres interessantes und spannendes commov-Jahr!
Wer kennt nicht die Situation? Eine super Saison gespielt, aufgestiegen und wie heißt es so schön … “Nach der Saison ist vor der Saison!” Eine neue Liga, eine neue Herausforderung, jedoch auch die Notwendigkeit neue Spieler zu verpflichten um in der höheren Liga bestehen zu können. Und da fängt nun das Dilemma an!
Es ist relativ leicht als Trainer die Aussage zu treffen, dass Verstärkungen bei einem Aufstieg in die nächst höhere Klasse notwenig sind. Sicherlich ist dies eher eine Aussage im Profi-Bereich, aber gibt es nicht auch hier etliche Beispiele, bei denen Spieler für teueres Geld eingekauft wurden und dann weit hinter ihren Möglichkeiten geblieben sind?
Im Amateur-Bereich ist diese Problematik noch größer! Da haben über Jahre hinweg Spieler zum Aufstieg beigetragen und nun soll die Leistung nicht mehr ausreichen? Sicherlich ist einem ambitionierten Sportler klar, dass bei höherem Anspruch auch eine höhere Leistung notwendig ist und dies selten mit dem vorhandenen “Personal” umzusetzen ist.
Dennoch, die meisten Sportler fühlen sich übergangen und in ihrem Stolz gekränkt. Diese unterschwelligen – meist unausgesprochenen – Worte sind häufig wie ein Schwelbrand, der auf das große Feuer wartet. Meist im ungünstigsten Moment! Also was tun, um z.B. neue Spieler in eine Mannschaft gewinnbringend zu integrieren?
Was bedeutet demnach überhaupt Integration?
- Verständnis
- Respekt
- Kompromisse
- Auf einander zugehen
- Gemeinsamkeiten
Vor genau was “fürchten” sich Spieler bei Neuverpflichtungen?
- Konkurrenz
- Veränderung der Teamstruktur / -hierarchie
- Leistungssteigerung
- Verlust von Stammplatz / Spielzeiten
- Persönliche Nachteile
Was kann getan werden, um eine schnelle Integration ins Team zu gewährleisten?
TRAINER und UMFELD (Vereinsführung, Betreuer, Physiotherapeuten, usw.)
- Offene Information im Team, welcher Spieler für welche Positionen angesprochen wurden
- Wann, welcher Sportler ins Probetraining kommt
- Klare Kommunikationsregeln: Trainer – Sportler
Gleichbehandlung (neu/alt)
Lösungsorientiertes Handeln
Sachliche Begründung von Entscheidungen
Fairer Ansprechpartner in allen Belangen
IM TRAINING
- Kommunikationsspiele beim Aufwärmen (nicht immer das gleiche Spiel mit den gleichen Mannschaften)
- Spielbezogenes Training
- Spieler erklären bekannte Übungselemente und Spielzüge
TEAM
- Übernahme von Patenschaften (ein Spieler übernimmt die Verantwortung für einen neuen Spieler)
- Vergabe von TEAM-Aufgaben (Getränke-/Kuchen-/Spieleabend-/Leibchen-/Arztkoffer-Team)
- 1 x wöchentliche gemeinsame Aktivität außerhalb Training und Spiel
(z.B. gemeinsames Kochen, Minigolf, Schwimmen, Spiele-Abend, Wanderung, Hochseilgarten usw.)
Mannschaftssport ist und bleibt schwierig, weil hier unterschiedliche Charakterien, Erwartungen und Vorstellungen “aufeinander” treffen können und nicht jeder Sportler bereit ist, darüber offen zu sprechen. Daher ist wichtig, vor der Saison die Rahmenbedingungen im Team abzuklären und festzulegen, denn während der Saison ist es dafür meistens zu spät…
Übrigens ein schöner Satz besagt…
“Fremdheit führt zu Distanz – Vertrautheit zu Nähe!”
Es wird immer wieder viel über den “FLOW – Zustand” geredet und als Sportler hat man diesen Zustand das eine oder andere Mal sicherlich auch “erlebt”. Aber was genau ist eigentlich “FLOW”?
Wir bemühen wieder einmal hierzu “Wikipedia” und dort wird “FLOW” wie folgt beschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_(Psychologie)
“Flow” (engl. fließen, rinnen, strömen) bedeutet das Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit, auf Deutsch in etwa Schaffens- oder Tätigkeitsrausch, Funktionslust: unüberspannt, wenn der Wille zentriert ist – Konzentration, ohne erzwingen zu wollen. …
… Flow ist eine Form von Glück auf die man Einfluss hat.”
Was bedeutet nun dieser “Einfluss auf Glück” genau für einen Sportler?
Der “FLOW” ist der perfekte Zustand zwischen Unterforderung und Überforderung, d.h. als Sportler bin ich optimal vorbereitet …
- konditionell
- technisch
- taktisch
- mental
- organisatorisch (Ausrüstung, Vorbereitung Wettkampf, Ernährung, usw.)
- und im Wettkampf passt der Trainingslevel zum Leistungsvermögen des Sportlers.
Der “FLOW” ist also kein Mythos, der einfach kommt oder geht, sondern den “FLOW” kann man gezielt trainieren, um so sein Können optimal abrufen zu können.
Über das Training von Kondition, Technik und Taktik brauchen wir hier sicherlich weniger diskutieren, diese Fertigkeiten sollten die Grundlage eines jeden Sportlers sein. Jedoch fängt es bei der persönlichen Organisation schon an! Die Basis dafür ist eine perfekt gepackte Sporttasche mit den benötigten Dingen, die man im Training und vor allem im Wettkampf braucht, angefangen von den Ausrüstungsgegenständen bis hin zur Verpflegung.
Ein gutes stressfreies Zeitmanagement gehört ebenfalls dazu, denn was hilft die perfekt gepackte Sportasche, wenn man abgehetzt und gestresst beim Wettkampf ankommt? Daher lieber 30min zu früh am Wettkampfort erscheinen und sich entspannt und fokussiert auf den Wettkampf vorbereiten, d.h. sich für seine Sportart dementsprechend “aufzuwärmen” inkl. mentaler Vorbereitung durch “Visualisierung der Bewegungsabläufe”,
Wenn man nun das Gefühl, das Empfinden hat, optimal auf dem Wettkampf und auf den Gegner vorbereitet zu sein, dann kann man sich einzig und allein auf diesen konzentrieren und die Wahrscheinlichkeit in einem FLOW zu “gleiten” ist sehr hoch. Wenn man jedoch mit “tausend” anderen Dingen beschäftigt ist, dann ist dieser Zustand “mit seinem Sport eins sein” eher ein Zufallsprodukt und daher unwahrscheinlich diesen wirklich bewusst zu wiederholen.
Wie alles im Sport muss auch die mentale Vorbereitung trainiert und im Wettkampf auch immer wieder angewendet werden. Beispiele für einen “FLOW – Zustand” gibt es bei sportlichen Groß-Veranstaltungen zu genüge… Man erkennt dies an folgenden Aussagen:
- “Es hat alles gepasst! Ich musste nur noch laufen!”
- “Es war meine Strecke! Ich wusste das und war darauf optimal vorbereitet!”
- “Ich habe mein Ziel vor Augen gesehen und habe mich durch meine Gegner nicht aus der Ruhe bringen lassen!”
- “Jede Aktion funktionierte und wir spielten uns regelrecht in einen Rausch!”
- und, und, und…
Übrigens selbst wenn man einen “FLOW – Zustand” im Wettkampf erlebt hat, heißt das noch lange nicht, das man automatisch auch gewinnt! Denn selbst wenn man für sich einen optimalen Wettkampf hatte, kann es immer noch bessere und schnellere Sportler geben. Für diesen Moment bedeutet dies jedoch: “Ich habe mein Bestes gegeben! Diesmal hat es nicht gereicht, ich werde weiter trainieren und mich verbessern und das nächste Mal stehe ich ganz oben!”
Und wie trainierst du für deinen FLOW?
Ja oder Nein? Wie lautet deine Antwort? In vielen Situationen fällt uns die Entscheidung einfach, doch in so manchen Momenten können wir nur schwer eine Wahl treffen. Interessanter Weise steckt in dem Wort “Entscheidungen” ein stückweit das Wort “Scheideweg”.
Folglich sollten wir uns für einen Weg “entscheiden”, das hat zur Folge, dass wir den anderen Weg NICHT kennenlernen werden. Haben wir uns jedoch für einen Weg entschieden, dann hadern viele Menschen mit ihrer Wahl. Der andere Weg hätte doch besser sein können…
Entscheidungen haben immer Veränderungen zur Folge! Daher sollte man wissen wie man gute Entscheidungen treffen kann. Manche Menschen listen hierzu pro und kontra auf, andere wiederum entscheiden “aus dem Bauch heraus”. Gibt es überhaupt “richtige oder falsche” Entscheidungen?
Wir treffen unsere Wahl immer auf Basis unserer persönlichen Erfahrungen, Erlebnisse und Wertvorstellungen. Diese können sehr unterschiedlich sein, d.h. im Beruf entscheiden wir uns z.B. anhand von Fakten und im Privatleben aus dem Bauch heraus.
Im Sport definiert der Erfolg das “Richtig oder Falsch”. Gerade hier ist es so immens wichtig innerhalb kürzester Zeit eine erfolgreiche Entscheidung zu treffen. Umso mehr Erfolge wir erleben, umso besser war unser Entschluss. Wieso und weshalb wir Erfolg haben, darüber machen sich die wenigsten von uns Gedanken. Frei nach dem Motto: “Läuft doch…!”
Schwieriger und spannender wird es, wenn man immer wieder die “falschen” Entscheidungen trifft. Häufig werden diese auf Dauer ebenso bestätigt wie die guten Aktionen. Was also tun, wenn man immer wieder “daneben liegt”?
Weniger mit sich hadern, sondern sich der Situation stellen!
- In welcher Situation entscheidet man richtig!
- Was genau fühlt man in diesem Moment und welche Ressourcen hat man zur Verfügung?
- In welcher Situation entscheidet man immer wieder falsch!
- Was genau fühlt man in diesem Moment und welche Ressourcen fehlen einem?
Wenn es weniger gut läuft, verliert man häufig den Blick für die jeweilige Situation und verallgemeinert, d.h. die negative Erfahrung wird auf den ganzen Sport “übergestülpt”! Die Folge ist: “ALLES läuft schlecht!” und wir wissen ja, wie das endet?! Grübelspiralen und selbsterfüllende Prophezeiungen…
Gerade im Sport ist es hilfreich Schritt für Schritt das eigentliche Problem zu isolieren und vor allem zu benennen, d.h. Pauschalisierungen frustrieren auf Dauer und sind kontraproduktiv. Interessanter Weise können viele Sportler ihr Problem auch benennen, jedoch fehlt die Motivation das Problem konsequent “anzugehen”.
Dies wiederum unterscheidet einen guten Sportler von einem sehr guten Sportler… Wer sich dieser Thematik stellen möchte, dem empfehle ich unter anderem die
“Die Entscheidungs-Werkstatt” von www.zeitzuleben.de (klick)
Hier bekommt man einen guten Einblick, auf welcher Basis man seine Entscheidungen trifft und lernt damit bessere Entscheidungen für sich zu treffen. Vorausgesetzt man hat genug Disziplin “dran zu bleiben”…
Entscheide DICH!
Wie bereite ich mich auf meinen Wettkampf vor?
Was brauche ich um voll konzentriert ins Match zu gehen?
Wie bereite ich mich als Einzelsportler oder
in einer Mannschaft auf einen Wettkampf vor?
Jeder hat sich im Laufe seines “Sportler-Lebens” sein persönliches Konzept zurechtgelegt, wie er gut vorbereitet (?!) ins Spiel geht. Der eine geht die Strecke – wie ein Skiläufer – nochmals im Geiste durch, der andere lenkt sich mit Musik ab, andere widerum halten ein Pläuschen mit Kind und Kegel, andere sind extrem introvertiert und “puschen” sich mit Musik auf.
Der Einzelsportler hat es hier etwas einfacher, als der Mannschaftssportler, der sich möglicherweise gewissen “mannschaftlichen Regularien” unterwerfen muss … Wichtig jedoch ist: Das individuelle Fokussieren auf die persönliche Aufgabe und das “gesteckte Ziel” VOR dem Wettkampf.
Egal in welcher Sportart, es muss einem klar sein, wann es los geht. In diesem Moment ist der Fokus auf das “TUN” ausgerichtet! Wer sich hier noch mit anderen Dingen beschäftigt, verpasst häufig den Start! Und wer den START verpasst, hat es schwieriger wieder auf die Erfolgsspur zu kommen.
Wir alle kennen diese Aussagen nach dem Wettkampf: “Ich habe den Start völlig verschlafen!” oder “Wir sind heute überhaupt nicht in das Spiel gekommen”. Wo waren die Sportler mit ihren Gedanken? Wahrscheinlich waren diese mehr mit dem Ergebnis des Wettkampfes beschäftigt, als mit dem Start.
- Hoffentlich verwerfe ich nich wieder einen Siebenmeter
- Heute muss ich unbedingt meine Chance nutzen
- Oh Gott, nicht schon wieder dieser nervige Flightpartner
- Wir müssen heute unbedingt gewinnen, sonst verlieren wir den Anschluß im Abstiegskampf
- Verdammt, nicht schon wieder diese Schiedsrichter
- Boah Ey, der Spieler war schon beim letzten Spiel unfair, den hau ich heute um
- und, und, und…
Alles nachvollziehbare Gedanken, doch sind diese wirklich hilfreich für den Wettkampf? Diese Gedanken beschäftigen sich mit Dingen, die noch NICHT eingetroffen sind und es fraglich ist, ob diese auch wirklich geschehen? Wieso also sich damit überhaupt beschäftigen?
Ein schönes Beispiel zeigt die Vorbereitung der Frauen-Fußball-Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 2007 vor dem Endspiel gegen Brasilien!
Aus der DVD “Die besten Frauen der Welt”
Ausschnitt aus www.youtube.com
Wettkampfvorbereitung der Deutschen Frauen-Fussball-Mannschaft zur WM 2007
ab ca. 7min… Germany meets Brasilien – Disziplin trifft Temperament!
Mit welchen Gedanken fokusierst Du Dich auf Deinen Wettkampf?
Was motiviert einen zu tun, was man tut? Welche Motivation benötigt man, um erfolgreich zu sein?
Wenn ein Wunsch, ein Ziel, ein Glaube uns täglich gedanklich beschäftigt, so begleitet uns dieser immer wieder in unseren Gedanken und auf Dauer unser Unterbewusstsein. Das bedeutet, dass wir alles dafür tun diesen “Gedanken” irgendwann wahr werden zu lassen, bewusst und/oder unbewusst. Unser “Ziel-Gedanke” ist unsere Motivation alles dafür zu unternehmen und dabei weniger wichtige Dinge beiseite zu schieben.
Es gibt jedoch eine Vielzahl von Motiven und somit von unterschiedlichen “Motivationen”… Für die einen ist die Begeisterung über die eigenen Fähigkeiten eine persönliche Motivation, für andere ist die Freude über den gemeinsamen Sieg motivierend, wiederum für andere ist das Messen mit anderen das Hauptmotiv.
In meiner Jugend hatte ich immer den Wunsch einmal in meinem Leben einen Marathon zu laufen. Dieser Gedanke begleitete mich jahrelang, mal mehr mal weniger. Am Ende des Jahres 2000 war es dann soweit, ausgelöst durch eine persönliche Krise wurde dieser Wunsch so stark, dass ich mir diesen unbedingt erfüllen wollte.
Sinnigerweise habe ich zu dieser Zeit viele Menschen kennengelernt (unbewusster Fokus), so dass ich mich durch ein “Personal Coaching” unterstützen ließ. Mein erster Marathon in der Fränkischen Schweiz war für mich mit einer ca. 5h Laufzeit inkl. Infusionen im Krankenzelt, zeitmäßig ein Fiasko.
Dennoch war ich stolz, dass ich durchgehalten habe. Ein Jahr später mit vielen Entbehrungen und sehr vielen Trainingseinheiten mehr, bin ich dann den Marathon in Berlin gelaufen. In meiner Wunschzeit – unter 4h – und der Erkenntnis “wo ein Wille ist, ist ein Weg und der Erfolg!”.
Als Marathonläufer verbunden mit dem “hohen” Trainingsaufwand kämpft man häufig mit einer “Trainings-Unlust” und auch mit so manchen “körperlichen Verletzungen”. Daher ist es immer wieder eine Kunst, sich zu motivieren und mit Spaß und Freude das Training zu absolvieren. Mein damaliges Motivationsbild war der “bildliche” Zieleinlauf in Berlin, so dass ein Scheitern in meinen Gedanken keinen Platz hatte und das Ergebnis gab mir Recht.
Eine ganz andere Erfahrung habe ich als Torwart in einer Handball-Mannschaft gemacht. Vor Jahren konnten sich dort die Spielerinnen überhaupt nicht vorstellen, in eine höhere Liga aufzusteigen. Heute spielt der Verein Landesliga zwischenzeitlich sogar Bayernliga. Zurückblickend – mit meinem heutigen Wissen – muss ich schmunzelnd feststellen, dass sich der Erfolg dieser damaligen Mannschaft auf einem “Feier-Motiv” basiert, d.h. die Mannschaft feierte gerne und ausgelassen, also musste man jedes Spiel gewinnen.
Eigentlich kurios! Man muss dazu wissen, dass wir in unserem “Dorf” die einzige Mannschaft waren, die am Dorfweiher zweimal ein Zelt aufstellen durften, um die Aufstiege zu feiern. Und unsere Feiern waren immer legendär … Ergo waren die Siege immer fest verbunden mit “Party-Feiern” und folglich die Motivation für solche sportlichen Erfolge.
Als leistungsorientierter Trainer würde man wohl bei so einer Mannschaft verzweifeln. Demzufolge ist es wichtig zu wissen, welches Motiv hat jeder einzelne Spieler in einem Team und welches gemeinschaftliche Motiv folgt daraus. Stimmen daher meine Ziele mit den Motiven in der Mannschaft überein oder über-/unterfordere ich das Team? Das schwierige daran ist, dass man in einer Mannschaftsbesprechung selten das Hauptmotiv jedes Einzelnen erfährt.
Wer gibt schon gerne zu, dass einem z.B. das Feiern wichtiger als der Aufstieg ist oder das man Angst hat, bei Erfolg nur noch auf der Bank zu sitzen, weil die Leistung vermeintlich nicht ausreicht? Vor allem wie geht man als Trainer mit seiner eigenen Motivation gegenüber der Mannschaft um und nicht zu vergessen, möglicherweise mit den Erwartungen der Abteilung, des Vorstandes, des Vereines.
Hierzu macht es Sinn die wichtige Thematik der Motive/Motivation immer wieder zu hinterfragen, um diese mit sich und dem Umfeld hinsichtlich dessen abzugleichen, denn möglicherweise wird die Motivation und somit der mögliche Erfolg durch Blockaden und Glaubenssätze gedämpft und verhindert. egal ob als Einzelsportler oder als Sportler in einer Mannschaft.
Was ist DEIN Motiv?
Wo “holst” du dir DEINE Motivation?
