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Vergangenheit – Gegenwart – Erfolg

Ich bin ein leidenschaftlicher Zuhörer, insbesondere wenn interessante Menschen über ihr Leben berichten und bestehende Dinge immer wieder in Frage stellen. Wir handeln heutzutage immer noch auf Basis unseres Wissens vor 10 Jahren. Folglich entscheiden wir selten anhand von Erfahrungen in der Gegenwart, sondern immer in Bezug auf die Vergangenheit.

Dieses Denkmuster wurde mir wieder einmal klar, als ich die „Nürnberger Stadtgespräche“ mit Eckart von Hirschhausen im Bildungszentrum besuchte. Gerade was das Gesundheitssystem und unsere Schulen in Deutschland anbelangt, könnte ich den humorigen Vortrag von Herrn von Hirschhausen stundenlang zuhören, um danach ziemlich frustriert nach Hause zu gehen.

Doch was hat das mit dem Sport zu tun? Abgesehen davon, dass wir uns alle viel zu wenig bewegen und wenn doch, dann regelrecht ins andere Extrem verfallen… Handeln wir mental immer anhand vergangener Erfahrungen, d.h. umso positiver wir Dinge erlebt haben, umso lösungsorientierter gehen wir mit schwierigen Situationen um.

In der Umkehrung bedeutet dies, wenn du bei einer bestimmten Situation immer die gleiche schlechte Erfahrung gemacht hast, dann wirst du auf Dauer emotional negativ darauf reagieren. Wer häufig einen 11Meter verschießt, wird in der Verlängerung mit großer Wahrscheinlichkeit sich nicht als Erstes melden, oder?

Das bedeutet, dass wir uns klar werden müssen, auf welcher Basis wir Entscheidungen treffen. Um ein Meister zu werden, brauchen wir über 10.000 Stunden Training und Wettkampferfahrung. In dieser Zeit haben sich viele mentale Denkmuster ins Gehirn „eingewoben“, doch passen diese Denkmuster überhaupt noch zu meinem Handeln?

Der pubertierende Sportler ist sicherlich nicht mit dem erwachsenen Sportler zu vergleichen und doch bleiben emotionale – positive wie negative – Erlebnisse an einem „hängen“. Und genau diese Erlebnisse motivieren sowie behindern uns in unserem Sport.

Diese Erlebnisse sind vielfältig… Sei es knappe Niederlagen, gutgemeinte Sprüche, die Verwandlung des entscheidenden 11Meters oder auch der Terroranschlag in Paris. Alle diese Erlebnisse sind mit Emotionen verbunden, die Spuren im Unterbewusstsein hinterlassen.

Und genau dieses Unterbewusstsein handelt für uns in stressigen Situationen. Es lohnt sich daher einmal genau hinzuschauen, hinzuhorchen, hineinzufühlen… Was genau, ich wann, denke! Wer den Mut hat sich dem zu stellen, ist sich selbst und somit auch dem Erfolg wieder einen Schritt näher!

Schau in die Vergangenheit und nimm die guten Dinge mit!

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